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Innsbrucker Nachrichten

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Die nebenstehenden Texte können Sie im Original und vollständig in den Innsbrucker Nachrichten finden, die auf der Webseite ANNO abzurufen sind. Wie sie den Text am besten finden, habe ich auf meiner Startseite beschrieben.


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1861-09-30

Zigeunerbande in Kolsass sorgt für Aufregung: „ Am 24. d. M. hat in dem sonst so stillen Kolsass ein heftiger Auftritt stattgefunden, der, um Enstellungen zu verhüten, mitgetheilt wird. Gegen 19 Uhr früh zog eine Zigeunerbande wohl an die 14 Köpfe mit 5 Pferden durch den Ort, lenkte dann nach der Aue ab und schlug daselbst ein Lager auf. Die Dorfbewohner, durch früherer Erfahrungen belehrt, hatten nichts Eiligeres zu thun, als das Geflügel von der Aue abzurtreiben, damit es nicht als Braten in die Zigeunermägen wandere. Zur Mittagszeit kamen drei Damen von der obigen Truppe in das Gasthaus des Ortes und fanden daselbst in der Küche eine vereinzelte Person, die Schwester der Wirthin. Die Rollen waren ungleich verteilt. Während eine Zigeunerin durch allerlei Sprüche die Aufmerksamkeit auf sich lenkte, griffen die beiden andern in den halb offenen Küchenschrein. Ihr Vorgehen wurde jedoch bemerkt. Der herbeigekommene Wirth schaffte die drei einverleibungslustigen Jungfern ab und drängte sie, als er Widerstand fand, zur Thüre hinaus. Nun eine Fluth von Schimpf- und Fluchworten, wie sie dem Großmeister aller Flucher selber kaum geläufiger sein können, dazur noch arge Drohungen. Mit dem Rückzuge der drei knirschenden Zigeunerweiber schloss der erste Akt des Schauspiels. Nachmittags kam etwas nach 3 Uhr der ganze Wanderzug durch das Dorf gezogen und machte vor dem erwähnten Gasthause Halt. In der Hand eines Zigeuners blitzte eine blanke Waffe und wüthend rief er: „Wo ist der Wirth? Dieser Säbel gehört für ihn!“ [] Die Dorfbewohner über die infame Störung sehr erbittert, äußerten sich „Auf, und nach, wir wollen es ihnen heimzahlen!“ Eine besonnene Stimme warnte jedoch vor einem solchen ungesetzlichen Vorgehen und verfehlt die Wirkung nicht. Jedoch eilten sofort zwei Männer nach Schwaz, um die Verhaftung und Bestrafung der Bande bei dem Bezirksamte zu veranlassen