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Innsbrucker Nachrichten

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Die nebenstehenden Texte können Sie im Original und vollständig in den Innsbrucker Nachrichten finden, die auf der Webseite ANNO abzurufen sind. Wie sie den Text am besten finden, habe ich auf meiner Startseite beschrieben.


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1854-02-21

Friedhof in Innsbruck (historische Notizen): „Bis zur Regierungsperiode des glorreichen Kaisers Maximilian I. wurden die Toten auf dem rings um die Pfarrkirche liegenden Platze (die Vornehmen und Reichen wohl in der Kirche selbst) beerdigt. Als aber wegen zunehmender Bevölkerung die Kirche erweitert und ein Teil des daran grenzenden Begräbnisplatzes behufs Vergrößerung der landesherrlichen Burg (wahrscheinlich 1490 – 1494) abgetreten werden mußte, so wurde das hinter dem Stadtspital gelegene Feld zum neuen Friedhof erwählt. Derselbe wurde zum ersten Mal vom Weihbischof Konrad von Brixen in der letzten Hälfte des 15. Jahrhunderts – und nach einiger Erweiterung im Jahre 1510 zum zweiten Male eingeweiht. Mit päpstlicher Erlaubnis brachte man geweihte Erde vom campo santo zu Rom in den neuen Innsbrucker Friedhof, und wurde solcher vom Papst mit denselben Vorrechten und Ablässen begnadet, welche der römische Friedhof geniest. Der Apotheker Mathias Rumler baute in der Mitte des Gottesackers die St. Michaelskapelle und über dieselbe die (dermal nur als Aufbahrungslokal für Kirchengeräte benützte) St. Anna-Kapelle. Ob die auch jetzt noch gebräuchliche Benennung „Veitskirchlein“ von der am Altare der St. Michaelskapelle aufgestellten aus geschnitzten Darstellung des hl. Märtyrers Vitus – oder wie einige Geschichtsschreiben wollen – daher abstamme, dass man vor Alters die mit der Krankheit des Veitstanzes behafteten in dieser Kapelle verwahrt und behandelt habe, darüber lässt sich nichts Bestimmtes angeben. Die alten Arkaden wurden im Jahre 1591erbaut. Unter der Regierung des Kaisers Josef wurde eine zweite Vergrößerung gegen die Südseite vorgenommen, dagegen aber jener Teil, der unmittelabar hinter dem Spitalsgebäude lag, aufgelassen, und in der Folge als Erholungsgarten für Rekonvaleszente benützt. Die heuer erfolgte dritte Vergrößerung dürfte dermal eigentlich nur zur Hälfte erfolgt sein, da das Vorhaben besteht, den nördlich an den neuen Friedhofsteil gelegenen Grund ebenfalls zur Erweiterung zu benützen, den dort stehenden Stadel deshalb abzubrechen, und sodann gegen die Abendseite gelegenen alten Arkaden zu entfernen, wogegen der neue Teil mit neuen Arkaden eingefasst, als auch die dermaligen alten Arkaden gegen Ost, Süd und Norden – durch neue größere, wie solche bereits am südlichen Ende bestehen, ersetzt werden sollen. Bei dieser Gelegenheit würden auch die alten Kreuzwegbilder durch plastische Darstellungen des heiligen Kreuzweges (Bronzeguss), und die Michaelskapelle durch ein neues und zweckmäßigeres Gebäude zur Einsegnung der Leichen – ersetzt werden.“