Innsbrucker Nachrichten

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1866-04-27

27.04. und 28.04.1866 – In der verflossenen Nacht wurde auf der Straßen in St. Nikolaus ein hiesiger Nachtwächter, verheiratet, Vater von 5 Kindern, aus bisher noch unbekannter Ursache von einem Kaiserjäger mittels eines Bajonetts an der an der Brust und am Kopfe verletzt. Derselbe wurde todt ins Stadtspital übertragen, der Thäter der Militärbehörde übergeben. Über den Vorfall erfahren wir folgende Details: Der hier in Arbeit stehende Uhrmacher Adolf Tschan aus Feldkirch begab sich um 11 Uhr nachts nach Hause. Als er in der die Nähe seiner Wohnung in die kaiserstraße kam, hörte er ein Geschreih und folgte demselben. Vor dem Sandwirth sah er einen schwer verwundeten Mann am Boden liegen und einen Kaiserjäger in betrunkenem Zustande mit dem blanken Bajonett davor stehen. Tschan hielt den Kaiserjäger an und transportierte in der Stadt zu. Nächst dem Strafhause sah er einen zweiten Kaiserjäger, den er zur Assistenz aufforderte, bemerkte aber, dass dieser am Kopfe blutete. Dies schien ihm bedenklich und hatte sohin beide in die Stadt geführt, wo eine Militärpatrouille herbei kamm der er diese zwei Mann übergab. Inzwischen wurde durch eine Polizeipatrouille auf der Straße vor dem Sandwirth der anscheinend verwundete Mann als Leich aufgefunden und in der nacht um halb 1 Uhr in das Bürgerspital übertragen. Der Getödtete heißt Josef Schnaller, ist von hier gebürtig und 39 Jahre alt.