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Innsbrucker Nachrichten

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Die nebenstehenden Texte können Sie im Original und vollständig in den Innsbrucker Nachrichten finden, die auf der Webseite ANNO abzurufen sind. Wie sie den Text am besten finden, habe ich auf meiner Startseite beschrieben.


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1855-05-20

Dem heutigen Tirolerbothen liegt das „pfarramtliche Gutachten“ über den Comité-Vortrag des Bürgerausschusses, betreffend den Friedhof zu Innsbruck bei. Dasselbe geht auf eine Besprechung, respective theilweise Widerlegung jenes Comité-Vortrages ein, und führt aus, dass der im pfarrlichen Antrage auf Beibehaltung und Vergrößerung des gegenwärtigen Friedhofes nachgewiesene Raum als Begräbnisplatz nicht bloß für die Gegenwart vollständig genüge, sondern sogar bei einer Bevölkerungszunahme dieser Pfarre von 3000 bis 4000 Menschen noch ausreiche, weswegen kein Grund vorhanden sei, wegen Raummangels eine Versetzung des Gottesackers zu beantragen. Zweitens widerspricht das pfarramtliche Gutachten der im Comité-Antrag erörterten Schädlichkeit der Friedhofsausdünstungen für die nächste Nachbarschaft unter aufzählung mehrerer Gegenbeweise, und mit dem Beifügen, dass zur Zeit einer Epidemie ein Noth- oder Pestfriedhof beim Militärfriedhofe hergestellt werden solle, und dass dermalen die Anlegung eines neuen Leichenhauses völlig überflüssig sei, zur Zeit einer Epidemie aber nirgends anders als zu dem besagten Noth- oder Pestfriedhofe hinpasse. Drittens wird die zur Anlage des neuen Friedhofes bestimmte Örtlichkeit im Westen der Stadt als nicht geeignet erklärt, da die Westwinde die Friedhofsausdünstungen gerade den zunächst liegenden Häusern des Innrain zuführen würden und es außerdem den Hausbesitzern und Bewohnern des niedlichen Innrains kaum angenem sein würde, wenn künftig alle Leichen knapp an den Häusern auf dem Trottoir vorübergetragen werden müssten (Anm. der Redaktion: Den Friedhof unweit des Hauses der barmherzigen Schwestern an die Kettenbrücke zu verlegen ist wegen der zu besorgenden Verseuchung des Grundwassers nicht möglich, weshalb das Comité vorgeschlagen hat, den neuen Friedhof an der Holzstätte am Innrain zu errichten)