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Innsbrucker Nachrichten

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Die nebenstehenden Texte können Sie im Original und vollständig in den Innsbrucker Nachrichten finden, die auf der Webseite ANNO abzurufen sind. Wie sie den Text am besten finden, habe ich auf meiner Startseite beschrieben.


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1860-06-25

An den Neubauten in Innsbruck wird rüstig fortgearbeitet. Das große Haus außer der Triumphpforte und das vierstöckige Bäckerhaus am Margarethenplatze sind der Vollendung nahe, ebenso das anstatt des abgebrochenen Elser-Hauses neu ausgeführte Haus des Herrn A. Neuhauser am obern Stadtplatz. Das kolossale Eckhaus des Herrn Baumeisters Mayr am Margarethenplatz wird nächstens unter Dach kommen; die übrigen, nämlich das neue Angerzellhaus und Herrn Klaisner´s Eckhaus an der Museumstraße sind bis zur Höhe des zweiten und in der Meinhardstraße die beiden Häuser der Herren Gebrüder Hutter bis zur ersten Stockhöhe gediehen. Gleichzeitig werden in den Hofräumen zweier Häuser in der Neustadt neue Stöckelgebäude aufgeführt. Die Arkaden des städtischen Friedhofes werden in diesem Jahre noch ebenfalls ganz vollendet. In der Vorstadt St. Nikolaus wurde das kleine, nördlich von der Kirche gestandene Haus abgebrochen, das dort hügelige Terrain an dieser Seite der Kirche wird geebnet und so ein geeigneter Bauplatz für eine wegen zunehmender Bevölkerung in diesem Pfarrbezirk nicht mehr lange verschiebbare Vergrößerung der St. Nikolaus Pfarrkirche gewonnen. Schließlich erlauben wir uns die Bemerkung, das es mit dem Neubau des Kirchthurms zu Dreiheiligen dermal eben keine große Eile zu haben scheint, wogegen wir das Vergnügen zu berichten haben, dass (endlich!) die dem Eisenbahn-Viadukt so nahe zur Seite stehende, bisher an den Abbruch des vormaligen Kuen´schen Hauses so unzweideutig errinnernde zwei Stock hohe Wand am Hause des Dreiheiligen-Bäckers einen neuen Dachgiebel und Verwurf erhält, also künftig diesen Stadtteil nicht mehr verunziert. Bei diesem Anlasse mag auch anerkannt werden, dass der Besitzer des Bräuhauses am Ursulinengraben, Herr Franz Tschurtschenthaler, mit namhaften Geldopfern die verschiedenartigen Verkaufsläden, die an sein Haus gränzten, angekauft hat und zur Verschönerung des dortigen Platzes wesentlich beiträgt, indem er solche sämmtlich demolieren ließ und nach einem einheitlichen Plan mit Geschmach neu aufführen lässt. Diesem Beispiele gegenüber möge es erlaubt sein, die wenigen Herren Hausbesitzer der Judengasse wiederholt daran zu erinnern, wie es nur eines verhältnismäßig geringen Geldopfers bedürfe, um die den Ursulinengraben passierenden vielen Einheimischen und Fremden etwa durch eine Maskierung der diesen Theil der Altstadt so aufflällig entstellenden vorspringenden s.v. Aborte mit Schein-Jalousien für immer von diesem unästhätischen Anblicke zu befreien.