Innsbrucker Nachrichten

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1896-02-21

Ein Notschrei aus Innsbruck: „Das herrlichste Bauwerk der tirolischen Landeshauptstadt, eines der prächtigsten Denkmale der Renaissance diesseits der Alpen überhaupt, die Gruftkirche einer ganzen Reihe von Fürsten und Prinzen aus dem Hause Habsburg, befindet sich in einem traurigen, unfertigen, desolaten Zustand. Der Bau, den der mutige Erzherzog Leopold V. mit seiner Gemahlin Claudia von Medici in großartiger Weise begonnen, dessen Vollendung sie ihren Nachfolgern zur Pflicht gemacht, ist unvollendet geblieben; unfertig ragt die armseligste aller Fassaden mit den Turmstümpfen empor und das allerelendiglichste ist der hölzerne Glockenturm, trostloses Zimmermannshandwerk, wie man es sich nur denken kann, ein ästhetisches Armutszeugnis für Stadt und Land, das zu billigsten Witzen bei den zahlreichen Fremden, die Innsbruck besuchen, geradezu herausfordert [... .] Der Grundstein zu dieser der heiligsten Dreifaltigkeit geweihten Kirche wurde am 1. Mai 1627 gelegt. Leider wurde die Fortsetzung dieses Baues durch verschiedene Hindernisse, besonders durch die Wirren des schwedischen Krieges und dann durch den im Jahre 1632 erfolgten Tod des Erzherzog Leopold in die Länge gezogen, sodass erst im Jahre 1640 die Vollendung der Kirche, jedoch ohne die Türme, durch Erzherzogin Claudia bewirkt und am 7. Oktober 1640 der erste feierliche Gottesdienst von den Patres Jesuiten abgehalten werden konnte. Diese Kirche – ein wahres Meisterwerk der kirchlichen Baukunst – enthält in ihrer Gruft die Überreste von dreizehn fürstlichen Personen, darunter die Stifter Leopold und Claudia. Kriegsrüstungen, Geldmangel und der Abgang einer entsprechenden Tatkraft nach dem im Jahre 1648 erfolgten Ableben der Erzherzogin Claudia verhinderten den Aufbau der auch schon im Grundplane verzeichneten zwei Türme, statt welcher der armselige, den Prachtbau der Kirche verunstaltende hölzerne Turmstrunk notdürftig angebracht wurde,