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Innsbrucker Nachrichten

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Die nebenstehenden Texte können Sie im Original und vollständig in den Innsbrucker Nachrichten finden, die auf der Webseite ANNO abzurufen sind. Wie sie den Text am besten finden, habe ich auf meiner Startseite beschrieben.


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Landstreicher, Karner, Laninger, Bettler

In Anbetracht der gegenwärtigen Zeitverhältnisse haben S. k.k. Hoheit zu verordnen geruht, dass in der Landeshauptstadt Innsbruck eine verschärfte Fremdenbehandlung Platz zu greifen hat.
Vagabunden in Tirol (eine ägyptische Landplage). Es wimmelt in den Dörfern von Landstreichern jeglicher Art. Zigeuner, Rastelbinder, Eisenbahnarbeiter italienischer und böhmischer Abkunft, wandernde Musikanten, vacierende Scribenten und ganze Rudel von Handwerksburschen bestürmen täglich bettelnd, oft über 60 an der Zahl, die armen Dorfbewohner, wobei sie es besonders auf Gasthäuser und Widums absehen. Dazu kommen noch Karavanenzüge von Dörchern, Karren an Karren fährt an gewöhnlich ein Eselein vorgespannt, - hinter demselben noch ein zweibeiniges Gespann wälscher Art; nebenbei männliche und weibliche Begleitung. Aus den Öffnungen der Karren lugen Kinderköpfe heraus. Den Nachtrab bildet die größere Jugend, die gelernt hat, jeden Wanderer so lange zu umschwärmen, bis er sich loskauft. []
Der Bürgerausschuss beschäftigt sich eingehend mit dem Bettel- und Vagabundenwesen: „In neuester Zeit treibt sich sehr bedenkliches Gesindel, 32 Bärentreiber herum. Gestern hielt sich ein Theil dieser Bande in der Richtung gegen die Gallwiese hin auf, und es begegneten diese Leute dem Publikum auf eine nicht erbauliche Weise. Die Bestien, welche sie mit sich führen, sind derart abgerichtet, dass sie sich auf eine unangenehme Weise den Vorübergehenden, welche von ihren Führern angebettelt werden, nähern, sodass man diese füglich als ein Erpressen nennen kann. [] Ebenso sind diese Leute in moralischer Beziehung sehr unanständig, das sie in einer wahrhaft adamitischen Weise herumziehen. Wenn die hohe Staatsregierung solchen Leuten Pässe ausfolgt, um die ganze Monarchie zu durchstreifen, so soll doch dahin gewirkt werden, dass ihnen der Eintritt in das Land Tirol nicht gestattet werde. [] Herr Bürgermeister Dr. Rapp bemerkt, dass er in dieser Richtung sehr streng vorgehe, den Eintritt von derlei Leuten in den Stadtbezirk nicht gestatte und aufgegriffene Vagabunden jederzeit mit Schub befördere. In den umliegenden Gemeinden sehe es in dieser Beziehung traurig aus, da dieselben keine Polizeiorgane haben.
Es ward in Erfahrung gebracht, dass Personen, die in keinerlei Verbindung mit der Armenanstalt Margarethinum in Hötting stehen, für dieselbe sammeln
In Rattenberg wurde vorgestern durch die k.k. Gendarmerie ein etwa 20jähriger, taubstummer, sehr ärmlich gekleideter Mann eingebracht. Derselbe besitzt weder irgend ein Dokument, noch Reisegeld, kann weder lesen noch schreiben und ist daher nicht im Stande, auch nur die kleinste Andeutung über seine Herkunft zu geben
Aktion scharf: Bei einer Streifung werden 247 Landstreicher aufgegriffen und den Gerichten überstellt, davon werden 79 ohne gerichtliches Urteil per Schub in ihre Heimat expediert
Das Bettlerunwesen in Tirol
Aus dem Vokabularium der Vagabunden
Maßnahmen gegen die Landstreicherei
(Endlich von der Karnerplage befreit.) Aus Hall schreibt man uns: Bekanntlich schlugen schon seit Jahren in dem bewachsenen Bette des Weißenbaches zwischen Mils und Hall, kaum dass der Schnee verging, mehrere Karnerfamilien ihr Lager auf, zerrissen die Zäune zum Feuermachen, besuchten die Kartoffel- und Krautfelder und führten dort überhaupt ein sehr freies Leben etc. … Die nicht Zuständigen wurden verjagt und ihnen mit der Ausweisung gedroht
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