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Innsbrucker Nachrichten

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Die nebenstehenden Texte können Sie im Original und vollständig in den Innsbrucker Nachrichten finden, die auf der Webseite ANNO abzurufen sind. Wie sie den Text am besten finden, habe ich auf meiner Startseite beschrieben.


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Am Neurauth herrscht reges Leben und Treiben, und die Maurerarbeiten am Eisenbahnhof schreiten rasch vorwärts. Wie wir hören, soll Herr Mair die Absicht haben, die Haupthalle und die Kanzleigebäude noch vor Winter unter Dach zu bringen. Das künftige Haupt-Mauthgebäude, worin neben den k.k. österreichischen auch königlich bayrische Beamte manipulieren würden, existiert vorlaufig nur als Projekt am Situationsplan des Bahnhofs und würde östlich von der Personenhalle mit der Fronte gegen Hall zu stehen kommen. Für Geschichtsfreunde ist noch der Umstand beachtenswerth, dass auf derselben Grundfläche, wo jetzt gebaut wird, im Mai 1552 die schmalkaldischen Bundestruppen unter Herzog Moritz von Sachsen, und im Jahre 1703 ein Theil der Armee des Churfürsten Max Emanuel von Bayern ihr Lager geschlagen hatte. Für den Ökonomen ist es hingegen eine verdrießliche Notiz, dass in der Folge der Verwendung einer so großen Fläche dreimähdiger Wiesen in der Gemeinde Wilten sicherem Vernehmen nach jetzt um 80 Kühe weniger gehalten werden müssen, als früher.
Aus guter Quelle vernehmen wir, dass Herr Baumeister Perwög den Bau des Bahnhofs in Kufstein übernommen hat.
Die wiederholt in einer hiesigen Zeitung ausgesprochenen Besorgnisse wegen des Nichtfertigwerdens der Eisenbahn bis Kustein, als deren Hauptgrund die Unmöglichkeit angeführt wurde, die Kusteiner Bahnhofbauten bis 1. September hergestellt zu sehen, dürfe damit beschwichtigt werden, dass man schon an viel größeren Bahnhofstationen sich mit der Errichtung von provisorischen hölzernen Bahnhofslocalitäten begnügte, bis die Steinbauten ganz vollendet waren
Der Bahnhofsbau in Innsbruck macht Fortschritte: Ein Flügel des Hauptgebäudes erhebt sich bereits bis zum 1. Stockwerk, die östliche Mauer der Personenhalle ist fast bis zur Dachhöhe fertig. Bereits unter Dach gebracht sind das Warenhaus, das Lokomotiven-Heizhaus und der Mitteltrakt der Werkstätte. Die Bestandteile der Eisenbrücke, welche die von der Museumsstraße gegen das große Spinnfabriksgebäude führenenden Straße überbrücken wird, sind schon eingetroffen und dürften in den ersten Tagen kommenden Monats ihre Verwendung erhalten. Zwischen Schwaz und Pill wurden schon die Schienen verlegt
Was den Bahnhof betrifft sind dessen Bauten größtentheils unter Dach gebracht und der ganzen Linie entlang zwischen hier und Kufstein wird thätigst gearbeitet. Die Schienenlegung ist schon in meilenweiten Strecken vollendet. Der Hr. Centraldirektor der Eisenbahnbauten Minsterialrath v. Ghega hat hier seine Befriedigung ausgedrückt über den großartigen vom Bahnhofe bis nach Mühlau führenden Viadukt und setzt sich gegenwärtig mit der bairischen Regierung ins Einverständnis über die Eröffnungszeit der ganzen Linie
Kufstein, 2. August: Heute langte das erste königl. Bayer. Lokomotiv mit 20 Wägen auf seiner ersten Probefahrt hier an.
Die ersten Lokomotiven wird in Innsbruck festlich empfangen: Gestern ¾ auf 8 Uhr abends liefen die ersten Lokomotiven „Inn“ und „Innsbruck“ von Kufstein kommend, im hiesigen Bahnhof ein. Ein mehrstündigiger unvorhergesehener Aufenthalt in Fritzens führte dieselben in so später Abendstunde herbei. Zahlreiche Pöllerschüsse und die freudige Theilnahme der trotz grimmiger Kälte von allen Stadtteilen auf den Bahnhof hinströmenden Bevölkerungn bekundeten, dass die Einwohnerschaft der Landeshauptstadt die hohe Wichtigkeit diese Aktes zu würdigen wisse. Auch an den anderen Stationen wurde der Dampfwagen von einer zahlreichen Menschenmenge aus den umliegenden Ortschaften empfangen, die den aus fünf Wägen bestehenden Zug mit Freudenrufen begrüßten. Hiermit ist auch die Hoffnung gesichert, die Bahn in kürzester Frist dem allgemeinen Verkehre übergeben zu sehen, was – wie verlautet - kommende Woche geschieht; s.a. 16.11. und 24.11. (Einsegnung der Bahn und der Lokomotiven durch den hw. Herrn Abt von Wilten)
Wie wir gestern bereits gemeldet haben, fand die Eröffnung der Nordtiroler Staats-Eisenbahn gestern statt; der Bahnhof in Innsbruck war auf das Prächtigste mit Fahnen und Wappen geziert, ebenso bemerkte man auf der ganzen Fahrt bis Kufstein an sämtlichen Bahnhöfen, Stationsgebäuden und Wächterhäuslein entsprechende Zierathen; auf den Stationsplätzen waren die betreffenden Musikbanden aufgestellt, welche den Festzug durch einige gefällige Piecen begrüßten; als der Zug gegen ½ 4 hr wieder in Innsbruck anlangte, jubelte eine unabsehbare Menge Menschen aus allen Städnen demselben viele Vivats zu.
Auf der Eisenbahnstrecke von Innsbruck bis Kufstein werden für die Dauer des Winters keine Eil- oder reine Personenzüge stattfinden, weshalb die Fahrzeit vier Stunden betragen wird. Demzufolge wird die Fahrt von Innsbruck bis München acht bis neun Stunden in Anspruch nehmen. Nach der Errichtung von Eilzügen kann dagegen die ganze Strecke in sechs bis sieben Stunden zurückgelegt werden
Wie wir aus verlässlicher Quelle vernehmen, wird der Bau der Eisenbahn über den Brenner schon im Frühjahr in Angriff genommen
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