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Innsbrucker Nachrichten

Hinweis

Die nebenstehenden Texte können Sie im Original und vollständig in den Innsbrucker Nachrichten finden, die auf der Webseite ANNO abzurufen sind. Wie sie den Text am besten finden, habe ich auf meiner Startseite beschrieben.


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Erfindungen und Technik

Der Universitätsmechaniker Fr. Miller stellt in seinem Geschäftslokal in Wilten Nr. 36 (nächst der Triumphpforte) optische und physikalische Instrumenten zur Schau.
In dem Atelier des Herrn Universitätsmechanikers F. Miller in Wilten ist während einer Woche hindurch ein von demselben verfertigtes Messinstrument ausgestellt, welches die Aufmerksamkeit vonb Fachleuten in hohem Maße verdient und sich vorzugsweise für den Unterricht in der Messkunst für Mittel- und Volksschulen eignen dürfte. Besagtes Instrument zeichnet sich dadurch aus, dass es bei größter Einfachheit und Billigkeit zu allen vorkommenden Arbeiten verwendbar ist, indem solches als Messtisch, Nivellierungsinstrument, Winkelscheibe, Distanz- und Höhenmesser, sowie als Bergdiopter und Setzlibelle gleich vortheilhaft benützt werden kann. Das zeitraubende und mühsame Rektifizieren ist ganz vermieden. Die Konstruktion dieses für die landwirtschaftlichen Lehranstalt zu St. Michele zum Unterricht bestimten Apparates ist von Herrn Landes-Oberingenieur Geppert angefertigt.
(Ein Tilgman´sches Sandgebläse in Mühlau.) Die Besucher der Wiener Weltausstellung erinnern sich gewiß mit Vergnügen der kleinen viel umstandenen Maschine dicht nebem dem westlichen Portal der Maschinenhalle, welche im Nu alle möglichen Bilder, zumeist auf Glas, in des Wortes eigenster Bedeutung hinbließ. Es waren dies Apparate der Tilgman´schen Sandgebläse, mittelst welcher in staunenswerter Raschheit spröde Stoffe wie Glas, Stahl, Steine u. dgl. durch die Schnelligkeit, mit der die Sandkörnchen auf dieselben hingeblasen werden, matt geschliffen, durchbohrt oder, wenn mann Patronen aus weichen Stoffen, wie z.B. Papier, Kautschuk, die die Wirkung der Sandstrahlen auf den spröden Gegenstand abhalten, auflegt, mit Bildern und Arabesken versehen werden können
Die Innsbrucker können zur Zeit im Schaufenster des F. Miller in der Museumstraße einen Crooken´schen Apparat bestaunen (hohle, beinahe luftleere Glaskugel mit Drehkreuz)
(Der erste Sprechtelegraph am Continente in Innsbruck.) In der gestrigen Gemeinderatssitzung sollte über die Errichtung eines Feuersiganltelegraphen vom Stadtturme in das Feuerwachlokal entschieden werden. Da machte Herr Altbürgermeister Dr. Tschurtschenthaler auf eine neue amerikanische Erfindung, auf den Bell´schen Sprachtelegraph aufmerksam, und in Folge dessen vertagte die Versammlung die Beschlussfassung über den Feuersignaltelegraphen so lange, bis die mit diesem Sprachtelegraphen durch Dr. Pfaundler und Mechaniker Müller angestellten Versuche, die ein sehr gutes Resultat erwarten lassen, beendet sein werden. Dieser Sprachtelegraph vermittelt auf weite Entfernungen mit der Schnelligkeit der Elektrizität Töne, und zwar so genau, dass der durch einen solchen Telegraphen angesprochene sogar den Charakter der Stimme des Sprechenden vernehmen kann. So viel uns bekannt, wird heute abends Prof. Pfaundler im naturwissenschaftlichen Vereine diesen interessanten Apparat vorzeigen. In Amerika, besonders in Boston wird von Bell´s Telefon bereits ziemlich ausgedehnter Gebrauch gemacht.
(Die erste Gaskraft-Maschine in Innsbruck.) Als Motor zum Betriebe der Steindruckpressen in Herrn C. A. Czichna´s litographischer Anstalt dahier ist seit vorgestern eine Gaskraft-Machine in Betrieb. Eine zweite solche Maschine wird soeben in Fel. Rauchs Buchdruckerei aufgestellt. Die Maschine – wir möchten diesen zierlichen, elegant gearbeiteten Apparat eher mit dem Worte Instrument bezeichnen – so compendiös ist er – arbeitet mit sehr geringem Geräusche und besteht die „Heizung“ derselben thatsächlich nur in einem winzigen Gasflämmchen, das man eher zm Anzünden der Cigarren geeignet erachten möchte, als zum Betriebe eines Motors mit zwei Pferdekräften. Allerdings ist es nicht das kleine Flämmchen, dass die Maschine bewegt, sondern das Flämmchen entzündet nur das im Cylinder explodierende Gas, das die Maschinen in Bewegung setzt. Den Gasverbrauch bezeichnet man auf 3/4 Kubikmeter per Pferdekraft und Stunde
Dem Universitätsmechaniker und Optiker F. Miller ist es gelungen, das Telephon zu verbessern, dass selbst der etwas Schwerhörige alle Töne noch deutlich verstehen kann. Wir gratulieren dem strebsamen Manne zu diesem schönen, ersprießlichen Erfolg und wünschen, dass unsere tüchtige freiwillige Feuerwehrdurch Einführung dieser zweckmäßigen Erfindung bald mit diesem Apparat bereichert werde
(Klotz´sche Schlittschuhe.) Wir wollen versuchen, die sinnreiche Konstruktion von Schlittschuhen, die Herr Zeugschmied Klotz dahier erfunden hat, zu beschreiben: Herr Klotz hat das System der beweglichen Greifer der s.g. Halifax-Schlittschuhe, welche den Schlittschuh an Sohle und Absatz festhalten, übernommen. Der Schuh ist von Messing, die Greifer auf demselben, sowie die Schiene sind natürlich von Stahl, alles höchst säuberlich und elegant gearbeitet. []
In dem Auslagenfenster der elektrisch-mechanischen Instituts von J. B. Hauber, Maria-Theresienstraße, ist derzeit ein elektrischer Motor mit einer rotierenden Geißlerischen Röhre (Leuchtstoffröhre) aufgestellt. Abends ist die Röhre beleuchtet. Der Anblick dieses Experiments ist dann ein sehr hübscher und übt auf die Passanten keine geringe Anziehungskraft aus.
Edisons Phongraph und ein Mikrophon in Verbindung mit Telefon kann man sich gegenwärtig in Innsbruck durch die Experimente und Vorträge des Herrn S. Sedlmayr, Physikers aus Münschen, kennenlernen. Der Phonograph zeichnet sich dadurch aus, dass derselbe hineingesprochene Worte, hineingesungene oder hineingespielte musikalische Töne sofort auf einer Staniolplatte aufschreibt. Diese Schreibart ist Dokument und ist der Apparat im Stnade, dieses Dokument jederzeit sofort oder nach Wochen und Jahren laut in denselben Tönen oder Worten, welche hineingesprochen, gesungen oder gespielt wurden, nich bloß einmal, sondern sooft man will, wiederzugeben. Das Mikorphon in Verbindung mit Telephon ist dadurch höchst interessant und werthvoll, dass dieser Leitungsapparat auf beliebige Entfernung wirkt und außer Sprachen, Singen usw. das Ticken der Taschenuhr, sowie das feinste Schleifen eines Gegenstandes, welches man auf der polierten Schallplatte des Apparats vornehmen kann, hörbar wird. Welcher weite Spielraum nunmehr der praktischen Anwendbarkeit dieser Erfindung eröffnet ist, wie werthvoll dieselben überhaupt für die Wissenschaft und den allgemeinen Nutzen sind, braucht wohl kaum erörtert zu werden. Kein Denkender oder sich für diese hochbedeutende Erfindung Interessierender, keine Schule sollte es versäumen, sich mit dieser Erfindung bekannt zu machen und die Apparate, welche sehr einfach konstruiert sind, einzusehen, umsomehr, als dieselben genau erklärt werden, so dass…
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