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Innsbrucker Nachrichten

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Die nebenstehenden Texte können Sie im Original und vollständig in den Innsbrucker Nachrichten finden, die auf der Webseite ANNO abzurufen sind. Wie sie den Text am besten finden, habe ich auf meiner Startseite beschrieben.


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Wiltener Friedhof

Erweiterung des Wiltener Friedhofs. Derselbe wird südlich vom alten, jenseits des Verbindungsweges zwischen der alten und neuen Berg-Isel-Straße angelegt.
Friedhofskunst: Portrait des Hrn. Scheiner, des Gründers des Hotel Europa, auf dem Wiltener Friedhof (Scheiner Reinhardt´sche Arkade, schwarzer Marmor, Prof. Fuß)
Ein Gedenkstein aus Lanser Marmor für Hans von Vintler (Obelisk von Natter; städtischer Friedhof, s. a. 02.11. und Vintlerfeier 09.11.)
Der Wiltener Friedhof hat heuer eine beträchtliche Erweiterung erfahren, indem die alte südliche Mauer entfernt wurde und man an die Vergrößerung des Friedhofes um ca. 80 Meter geschritten ist. In dieser südlichen Erweiterung wurde nun auch heuer ein protestantischer Friedhof angelegt, zu dem von der Westseite her der Eingang führt. Angrenzend an diesen protestantischen Friedhof repräsentiert sich sehr hübsch die neuerbaute, geräumige Leichenkapelle. Die, im mondernen Stile erbaut, mit 3 Localen ausgestattet ist und auch für die an infectiösen Krankheiten Verstorbenen einen abgesonderten Platz enthält. An der Ostseite wurden ferner in diesem Jahre Arkaden errichtet und es zeigt sich nun der neue Friedhof in Wilten als ein schönes geschlossenes Ganzes. Gerade ungefähr gegenüber der Leichenkapelle wurden in originellster Weise drei größere Arkaden zu einem sehr hübsch gehaltenen kleinen Bauwerke, welches im Stile dem der Leichenkapelle ähnelt, vereint, was sich als Gegenstück zur Leichenkapelle aufs beste darstellt. Wie wir hören, sind sämtliche Friedhofsbauten von Herrn Anton Fritz ausgeführt worden
(Schicksal eines Grabsteines.) Auf dem Friedhofe in Wilten wurde 1845 der in Innsbruck gestorbene Sterzinger Schützenhauptmannes Georg Hatzl zur ewigen Ruhe bestattet und ihm von seiner Familei auch ein hübscher Gedenkstein am Grabe errichtet. Dieses letztere und der Grabstein befanden sich ursprünglich einige Schritte südlich vom Osteingang der Umfassungsmauer, die Grabstätte war von Thuyen überschattet, so hatte der Freiheitskrieger, der anno 1797 bei Spinges, dann 1808 in der Scharnitz, 1809 auf dem Sterzinger Moos, 1809 am Berg Isel und in der Sachsenklemme und 1813 im Pustertal tapfer mitgekämpft, für seinen narbenbedeckten Körper eine würdige Ruhestätte gefunden. Später wanderte der Grabstein in die südöstliche Ecke des Friedhofes, und heute ist er auch von dort verschwunden. Er lehnte in Stücke zerschlagen zwischen allerlei Werkzeug in einem Magazin neben der Friedhofskapelle und ist nun gänzlich ruiniert. Es ist mit Recht zu erwarten, dass für die Anbringung eines entsprechend neuen Gedenksteins Sorge getragen wird; s.a. 28.08. Vorgestern wurde zum ersten Mal der Habicht (3280 m) über den Nordostgrat erstiegen. Die kühnen Alpinisten, welche dieses Problem lösten, waren die Herren Dr. Ampferer und Dr. Hammer
(Vom Wiltener Friedhofe.) Etwas links vom Südende der Andreas Hoferstraße erhebt sich ein bescheidener Holzbau, der bereits zeht Jahre hindurch als einzige Haltestelle der k.k. Staatsbahn für die stattliche, 13.000 Einwohner zählende Gemeinde Wilten zu gelten hat. Ursprünglich als kurzes Provisorium gedacht, erfreut sich dieser Bau bereits eines mehrjährigen, zwar nicht immer ungetrübten Daseins. Den schon einmal drohte ein Brand denselben zu vernichten. Er aber blieb erhalten, nicht zum Ruhme der Gemeinde, deren stolzen Namen die Haltestelle trägt. Der Wartesaal macht den Eindruck großer Ärmlichkeit. Er ist so klein, dass ein längeres Verweilen in demselben, besonders in der Sommerzeit, zu einer förmlichen Qual wird. Dem nicht genug, dass dieser enge Raum bei gewissen Zugszeiten von Passagieren vollgepfropft ist, wickelt sich in demselben auch der ganze Schalter- und ein Theil des Frachtverkehrs ab.
Vor kurzer Zeit wurde im neuen Friedhof zu Wilten an der westlichen Umfassungsmauer ein Monument errichtet, welches gewiss für alle Altertumsfreunde von Interesse sein dürfte. Dasselbe schmückt die Grabstätte der Familie Reinhart zu Thurnfels und Ferk-Lehen, eines alten, während des 30jährigen Krieges in Tirol eingewanderten Geschlechts. Das im Barockstil ausgeführte Monument besteht aus alten und neuen Teilen. Die beiden Reliefs des Mittelstückes sind alt und stammen von der aufgelassenen Gruft der genannten Familie; dieselbe dürfte um das Jahr 1658 von einem Schüler Collins ausgeführt worden sein. Das größere obere Relief aus weißem Marmor stellt die Kreuzigung Christi mit der Stadt Jerusalem im Hintergrund dar. Darunter befinden sich in einer altertümlich abgefassten Schrift die Namen derjenigen, welchen seinerzeit das ursprüngliche Monument gesetzt wurde; es sind A.v. Reinhart, geb. 1597, gest. 1661 und seine Gemahlin E.v. Struppen, geb. 1604, gest. 1658. Auf beiden Seiten sind deren Wappen angebracht. Das kleinere, tiefer befindliche Relief in Madaillonform mit reicher Umrahmung besteht ebenfalls aus weißem Marmor und stellt den Tod des hl. Josef dar. Die übrigen Teile des Grabmals sind neu, wurden dieselben jedoch den Resten des alten Monuments, welches im Laufe der Jahrhunderte sehr gelitten hat, stil- und kunstgerecht nachgebildet. Unser heimischer bekannter Künstler…
Am Wiltener Friedhof wurde an der Begräbnisstätte der Familie Vonmetz das vom Bildhauer Alois Winkler ausgeführte Grabdenkmal aufgestellt. Das Denkmal ist im Stil der Grabsteine und Epitaphen des 15. bzw. 16. Jahrhunderts geformt und stellt, von einem gotischen Schriftrand umrahnt und von diesem durch vier sich kreuzende Stäbe und einer starken Hohlkehle getrennt, in Hochrelief den gewappneten Erzengel Michael dar, wie er als himmlischer Bannerträger den Drachen niederstößt. Des Beschauers Auge wird vor allem durch das ideale Haupt, das von einer unter dem Helm hervorströmenden Lockenfülle umrahmt ist, und durch seine milden und doch männlich ernsten Züge äußerst sympathisch berührt, angezogen etc.