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Innsbrucker Nachrichten

Hinweis

Die nebenstehenden Texte können Sie im Original und vollständig in den Innsbrucker Nachrichten finden, die auf der Webseite ANNO abzurufen sind. Wie sie den Text am besten finden, habe ich auf meiner Startseite beschrieben.


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Gestern Vormittag zog eine aus 14 Köpfen bestehend Zigeunerkarawane durch unser Stadt, die bei Kranewitten Nachtlager hielt. Das Oberhaupt dieser Bande ist eine Witwe mit elf Kindern, darunter acht Mädchen. Die Zigeunerfamilie betreibt einen schwunghaften Pferdehandel
(Waldbewohner und Obdachlose.) Seit ungefähr 5 Wochen hielt sich eine Familie, aus mehreren Köpfen bestehend, mangels eines Quartiers in den Wäldern bei Hötting auf
Abschiebung von „aufgesessenen“ Auswanderer aus Mazedonien
(Zigeunerplage.) Wie uns aus Haiming geschrieben wird, hat sich dort eine größere Zigeunerkarawane mehrere Tage lang im sogenannten Haimiger-Forchet aufgehalten. Die Bande öffnete dort einen Stadel auf gewaltsame Weise und entnahm aus demselben Handwerkzeuge und Heu. … Es wäre wohl höchste Zeit, dass die Landleute endlich einmal von dieser Landplage gänzlich befreit werden
(Kampf mit einer Zigeunergruppe.) Aus Erl wird gemeldet: Am 11. d. Mts. Nachmittag kam eine Zigeunergruppe, bestehend aus 14 Personen mit fünf Bären, einem Affen und einem Fuhrwerk nach Schwaigen. Die Grenzwache ließ die Zigeuner nicht passieren, da sich diese aber nicht fügen wollten, sondern die Grenze überschritten, rief die Finanzwache die Bauern in Erl zur Hilfe. Diese kamen alsbald ausgerüstet wie im Landsturm 1809. Mit Sensen, Gabeln und dergleichen bewaffnet und mit Hunden trieben sie die Zigeuner mit ihrem aus der Türkei stammenden Oberhaupt „Costa Staganos“ über die Grenze zurück. Die Zigeunergruppe trieb sich bereits fünf Jahre in Frankreich und Bayern umher und will jetzt wieder in die Heimat zurückkehren. Die österreichischen Grenzämter sind streng angewiesen, die Zigeuner zurückzuweisen
Der Abschluss eines abenteuerlichen Lebens. In Mötz starb vor einigen Tagen die Pfründnerin Katharina Monz, genannt die „Steirerkatl“ … Nach Dörcherart wechselte sie Dörfer und Länder … Es wird erzählt, dass sie drei Winter in der Höhle auf der Martinswand zugebracht habe. Auch in der sogenannten Streichenhöhle oberhalb Mötz hauste sie, und, weil die Dorfjugend sie plagte, übersiedelte sie im Winter in die sogenannte Lag bei Silz
Eine Zigeunerbande, bestehend aus 21 Köpfen, passierte heute in Gendarmeriebegleitung unsere Stadt. Die Gesellschaft wurde von Vorarlberg hierher befördert und wir zu Fuß nach Hallein abgeschoben. Die letzte Nächtigung war Zirl ... Über diese Gesellschaft berichtet man uns aus St. Anton etc.; s.a. 29.02.
Russische Zigeuner haben gestern auf der Reise nach Antwerpen den Innsbrucker Südbahnhof passiert. Die Leute, über hundert an der Zahl, hatten drei Waggons besetzt. Am Bahnhof verließen sie diese, um sich am Perron ein wenig zu ergehen. Die Zigeuenerweiber hatten reichen Schmuck im Haar, der aus Gold- und Silberstücken bestand; die Münzen war durchlöchert und durch die Öffnungen waren die Haare gezogen. Eine Frauensperson hatte etwa 40 solche Stücke am Kopf. Besonderen Wert auf diesen Schmuck legten die Weiber nicht, sie verkauften einzelne Stücke um Beträge bis zu 4 Kronen an fremde Herrschaften am Bahnhof
(Gegen die Landstreicherei.) Das Landstreichereigesetz von 1885 verlangt vom Beschuldigten den Nachweis seiner Schuldlosigkeit; er muss dartun, dass er bei seiner beschäftigungslosen Landeswanderung die zu seinem Unterhalt erforderlichen Mittel besaß oder doch auf redlicher Weise zu erwerben suchte ... Als das segensreichste und zweckdienlichste dieser Wohlfahrtsinstitute hat sich jenes der sogenannten Naturalverpflegungsstationen erwiesen. Diese wurden bei uns in Österreich etwa in der Mitte der Achtzigerjahre geschaffen und zwar im Wege der Landesgesetzgebungen; unser Tirol ist leider bis heute noch dem guten Beispiele mehrerer Kronländer des Staates nicht gefolgt und entbehrt somit noch dieser wahrhaft segensreichen, für die ansässige Bevölkerung kaum minder, als für das Volk der Landfahrer wohltätigen Einrichtung
(Der letzte seiner Gattung.) Unter dieser Überschrift wird den N. t. St. aus Mötz berichtet: Im hiesigen Gemeindearmenhaus starb am Neujahrstag der unter dem Namen „Landrichter“ weitum bekannte Karrner Gottlieb Glatz ... In früheren Jahren reiste er, im Karren all das Seine mit sich führend, kreuz und quer im Lande herum, handelte mit Hunden und Vögeln und flickte alles, war zerrissen war: Pfannen, Fenster, Regenschirme u.s.w. Wegen seiner drolligen Einfälle und ulkigen Streiche war er bei Jung und Alt beliebt. Die letzten Lebenstage verbrachte er im Armenhaus der Gemeinde Mieming. Mit ihm verschwand der Typus der Laninger, wie in kein Schönherr charakteristischer auf die Bühne bringen konnte
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