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Innsbrucker Nachrichten

Hinweis

Die nebenstehenden Texte können Sie im Original und vollständig in den Innsbrucker Nachrichten finden, die auf der Webseite ANNO abzurufen sind. Wie sie den Text am besten finden, habe ich auf meiner Startseite beschrieben.


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Seit Jahren ist hier kein so gediegendes Kunstblatt als Entschuldigungskarte zu Neujahr ausgegeben worden, als dies eben heuer 1861/1862 der Fall sein wird, indem der Künstler Herr v. Wörndle zu diesem Zwecke eine Hauptansicht des im kommenden Jahre hier zu bauenden k.k. Landeshauptsschießstands nebst dazu gehöriger Landschaft auf Stein zeichnet, von dem sodann in Herrn K. Czichna´s lithographisch-artistischer Anstalt die erforderliche Zahl Abdrücke genommen wird. In dieser Anstalt wurde auch die künstlerische Ausstattung des Abschiedsschreibens zur voller Zufriedenheit besorgt, welches die Herren k.k. Postbeamten ihrem von Innsbruck scheidenden Herrn Direktor Brielmeyer gewidmet haben.
Kunstfotographie: Die Marmorplatten am Grabmal Kaiser Maximilians werden photographiert
In Innsbruck werden morgen zum ersten Male in Deutschland „Tableaux pittoresques de la nature“ (Naturbilder) bei brillanter Beleuchtung zu sehen sein, worauf wir alle Kunst- und Naturfreunde aufmerksam machen. Diese neueste optoplastische Erfindung besteht in der Darstellung von Photographien der interessantesten Ansichten des Weltalls, tropischer Landschaften der Südsee Inseln, eisstarrenden Gegenden des Nordpols, die höchsten Gebirge der Erde, Ruinen antiker Monumente etc. Diese Naturbilder sind durchaus nicht zu verwechseln mit der mühsamen Kästchenguckerei, sogenannten Stereoscopen, welche durch die neuste Erfindung zu bloßer Privatspielerei einzelner Liebhaber herabgewürdigt, für öffentliche Schaustellungen ganz werthlos werden. Herr Louis Veltée aus Paris hat große Opfer gebracht, um der Erste sein zu können, welcer diese überraschendste aller optischen Erfindungen der Gegenwart nach Deutschland bringt und verdient schon deshalb allgemeine Teilnahme und zahlreichsten Besuch seines Salons, der nur wenige Tage hier zu sehen sein wird
Die in Innsbruck tätigen Photographen Mühlmann, Endres, Oberhauser, Frl. Zerzer und Herr Steiner stehen den Geschäftskollegen großer Städte würdig zur Seite. Herr Mühlmann hat mit bedeutenden Kosten einen geräumigen Glas-Salon im Garten des von ihm bewohnten Tschurtschenthaler Hauses unterhalb der Triumphpforte erbauen lassen, sodass er nun in der Lage ist, zu jeder Tagesstunde und bei jeder Witterung photographische Porträts anzufertigen
Die Zahl der hiesigen photographsichen Ateliers ist in neuester Zeit um drei vermehrt worden, wovon eines außer der Innbrücke im Lener´schen Hause (Herr Gasser aus Vorarlberg), ein zweites im Vereinshause durch Herrn Moritz etabliert, und ein drittes im Garten des Convictsgebäudes durch Hrn. Höfel (Höfle) in Gründung begriffen ist. Derselbe wird auch photographische Portraits in Lebensgröße herstellen; s.a. 09.06. (Schaukasten beim goldenen Dachl)
Der Photograph Max Endres errichtet im alten Schießstand-Obstanger, welcher während der Festzeit als Schankgarten verwendet wird, ein Atelier, das es ihm auch erlaubt, Gruppenporträts zu 20 bis 30 Personen anzufertigen. Endres hat auch schon die 28 Bronzestatuen in der Hofkirche abgelichtet; s.a. die Aufnahmen von den Passionsvorstellungen des Hrn. Schneider am 20.05.1864
Dem Herrn Photographen Josef Mühlmann hier war es vorbehalten, zuerst einen neue Art von photographischen Porträts in Farben, ohne dass soclhe auf der Photographie koloriert wären, wodurch stets die Schärfe der Zeichznung leidet, in Innsbruck einzuführen. Wenn wir auch die Benennung Chromophotographien für derlei Porträts nicht als ganz richtig anerkennen können, so haben wir vor allen andern den Vorzug größter Zartheit an Colorit und möglichster Schärfte der Zeichnung. Es haben diese Art von Photographien große Ähnlichkeit mit feinsten Porzellangemälden. Der Preis soll höher sein als bei sonstigen kolorierten Porträts; s.a. 18.12.1899
Ein wohlgetroffenes photographisches Portrait des Komponisten Gänsbacher wird angepriesen. Es ist in der Groß´schen Kunsthandlung billig zu bekommen. Wir erwähnen dies darum, weil wir erfuhren, dass einzelne der hiesigen Musikchöre begonnen haben, sich eine Sammlung photographischer Porträts ihrer eifrigsten Förderer, der gefeiertesten Componisten und ihrer dermaligen mitwirkenden Musikkräfte anzulegen
Der Optiker Karl Ponti aus Venedig stellt im Ballhaus neben dem goldenen Adler sein Aletoskop aus. Wahrere, naturgetreuere Bilder gibt es nicht.
Das vom Convictsgebäude hierher übersiedelte photographische Atelier des Hrn. Czichna befindet sich, ganz neu hergestellt und eingerichtet, im ersten Eck des rückwärtigen Nebengebäudes des Schrott´schen Hauses und lässt, was die Ausstattung betrifft, nichts zu wünschen übrig.
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