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Innsbrucker Nachrichten

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Die nebenstehenden Texte können Sie im Original und vollständig in den Innsbrucker Nachrichten finden, die auf der Webseite ANNO abzurufen sind. Wie sie den Text am besten finden, habe ich auf meiner Startseite beschrieben.


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Wilderer

Vor einigen Tagen fand im Gleierschthale zwischen Forstschutzorganen und Wilddieben ein blutiger Zusammenstoß statt
Schwaz: Die feindselige Stellung, welche der Herzogs von Coburg in jüngster Zeit gegen Österreich eingenommen hat, schien den Wilddieben dieser Gegend einen Anlass zu bieten, um im Bächentale und in der Riss ihrem Handwerk nachzugehen (der Herzog ist dort Jagdberechtigter). Wir vernehmen aber aus sicherer Quelle, dass die Gerichtsbehörden bereits strenge und energische Maßnahmen in Anwendung gebracht haben, um das Eigentum zu schützen.
Am 16. d. Mts. verstarb 97-jährig, Herr Urban Öfner, Landesverteidiger und emeritierter Wildschütz in Oberleutasch, der Welt wenig bekannt, einst aber um so mehr den bairischen Jägern, die jedoch alle schon vor ihm in das Grab gebissen. Von 6 Fuß Höhe und gigantischem Bau schien er für das Waidwerk geschaffen, und als das edle Waidwerk ihn nicht offen stand, suchte er die romantische Schattenseite, das Wildschützenleben auf, das durch den Reichthum der bairischen Reviere auf ihn bezaubernd zu wirken schien.
Einem Wilderer aus Kössen wird im bayrischen Schlehing ein „Pfostenschuss in Kopf und Brust“ beigebracht. Der Tod dürfte augenblicklich eingetreten sein. Über den Thäter ist nichts bekannt.
Das k.k. Oberlandesgericht Innsbruck hat den Wilderer Jakob Hohenrainer, vulgo Primus, der auf den kgl. Bayrischen Forstgehilfen Preu geschossen hat, über Berufung der Staatsanwaltschaft wegen versuchten Meuchelmordes zu 12 Jahren schweren Kerkers verurteilt.
Wilddiebe im herzoglich-coburgischen Jagdrevier gestellt (stammen alle aus Zirl)
Vor etlichen Tagen kam es im Kaisergebirge zwischen einem erzherzoglichen Jäger und einem 60jährigen Wilderer mit zwei Söhnen aus Ellmau zu einem argen Zusammenstoß. Angeblich wollte der Wilderer dem Jäger das Gewehr entwinden, wobei der Schuss losging und den Wilderer verwundete. Während der Jager dann mit seinem entladenen Gewehr floh, krachten hinter ihm noch zwei Schüsse aus den Büchsen der beiden Söhne des Verwundeten, eines 14 und eines 19jährigen Burschen, ohne zu treffen. Die Verwundung des Alten soll schwer aber nicht lebensgefährlich sein. Die gerichtliche Untersuchung des blutigen Vorfalles ist im Zuge, zu welchem Zweck am 11. d. Mts. in Ellmau eine Kommission tagte.
In der vorigen Woche hat in der Gegend von Kufstein das Wildern wieder ein Opfer gekostet. In dem erzherzoglichen Jagdrevier von Thiersee stießen zwei Jäger auf einen ihnen verrathenen Wilderer und als derselbe sich nicht gutwillig ergeben wollte, wurde er von einem Jäger durch einen Schrottschuss schwer verwundet, sodass an seinem Aufkommen gezweifelt wird. Ob der verhängnisvolle Schuss aus Nothwehr oder aus allzuhastigem Eifer fiel, wird der Gang der eingeleiteten Untersuchung zeigen.
(Jäger und Wilderer.) In der vorigen Woche spürten drei fürstliche Auersperg´sche Jäger von Dornauberg in unmittelbarer Nähe der Tristenspitze einen Wilderer auf, welcher eben eine Gemse ausweidete. Sie rückten ihm energisch zu Leibe und einer der Jäger, namens Huber, vulgo Geiner Anderl, gegen den der Raubjäger einen Bergstock erhoben hatte, schlug ihn über eine abschüssige Berglehne hinab, die in einen senkrechten Felsabhang ausläuft. Seit der Zeit ist der Wilderer nicht mehr gesehen worden und man befürchtet, dass er am Fuße der Felswand vom Sturze sich nicht mehr erhoben haben dürfte. Die Untersuchung wird wohl in Bälde Licht über das dunkle Schicksal desselben verbreiten; s.a. 28.08. Noch keine Spur vom vermissten Wilderer. Sein Verschwinden ist höchst rätselhaft.
In der Nacht vom 10. auf den 11. d. Mts. sind den Jägern in Brandenberg die ihnen schon seit zehn Jahren bekannten Wilderer aus Unterbreitenbach in die Hände gefallen. Sechs Jäger, denen der Jagdzug, den die Wilderer unternommen hatten, verrathen worden war, lauerten ihnen in der Nach auf dem Wege zwischen dem Kaiserhause und der Erzherzog Johann Klause auf. als die Wilderer mit ihrer Beute aus Hirschen, Rehen und Gemsen bestehend, von den Jägern auf dem Wege aufgehalten wurden, enstand ein erbittertes Ringen und in ärgster Wuth wurde mit dem Gewehrkolben drauf losgeschlagen. Nach längerem Ringen gelang es den Jägern dreier ihrer Gegner habhaft zu werden; zwei derselben wurden dem Bezirksgerichte in Rattenberg überliefertn während der Dritte der erlittenen Verletzungen wegen nicht mehr weiter transportiert werden konnte und beim Forstwart im Kaiserhause in Pflege bleiben musste
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