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Innsbrucker Nachrichten

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Die nebenstehenden Texte können Sie im Original und vollständig in den Innsbrucker Nachrichten finden, die auf der Webseite ANNO abzurufen sind. Wie sie den Text am besten finden, habe ich auf meiner Startseite beschrieben.


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Ursulinen

Ein Orkan hebt das Dach des Ursulinenklostes ab
Seit Jänner d. J. besitzt das Ursulinen Kloster eine neue Orgel, die vom Orgelbaumeister Siess aus Bozen angefertigt wurde. Dieses Werk, das 14 Register besitzt, verbindet mit Kraft und Fülle auch Anmuth und Zartheit im Piano, sowie auch der Charakter der einzelnen Register den strengsten Anforderungen entspricht. Zugleich wurde auf dem dortigen Chore eine Geige aus der Werkstatt Jakob Stainers aus dem Jahre 1669 aufgefunden.
(Massenvergiftung.) Heute wird das Schuljahr in der Mädchen-Volksschule der Frauen Ursulinen dahier geschlossen. Als Grund dieses frühzeitigen Abschlusses der Schule werden uns zahlreiche Erkrankungen von Klosterfrauen bezeichnet – man nannte uns die Zahl von 26 – infolge von Bleizuckervergiftungen durch Getränke aus neuen Zinnbechern. Nach dem Todfall der Chorschwester Raphaela v. Mörl, welche am 15. Juni an Gedärmeentzündung im Alter von 26 Jahren verschied, wird nun derselben die Ursache zugeschrieben; s.a. 08.07. Es ist vom Kloster verschiedenes altes Zinngeschirr zum Umschmelzen in Trinkbecher – die Ordensvorschrift gestattet keine Tischgeräthe von Porzellan oder Glas – verwendet worden. War nun das alte Zinn so stark bleihältig oder ist beim Umschmelzen eine so große Legierung mit Blei vorgekommen, dass der hohe Säuregehalt, der in dem aus diesen Bechern von den Frauen genossenen Weine ärztlicherseits constatiert worden ist, in Verbindung mit dem Bleigehalt des Zinnes an der Giftbildung Schuld ist, das wird die gerichtliche Verfolgung des Falles zeigen. Vorläufig hat die Polizei die Becher bereits confisziert. Von den Frauen, welche an den Folgen dieser Vergiftung leiden, sind 10 so unwohl, dass sie das Bett hüten müssen; eine derselben war gestern zum Sterben, doch befindet sie sich heute wie alle anderen auf dem Wege der…
Restaurierung der Ursulinenkirche durch Albrecht von Felsenburg; origineller Hochaltar, für den das Verständnis nicht so leicht zum Durchbruch kommen wird. „Über dem zierlich geformten, schlank emporstrebenden Tabernakel aus weißem Marmor baut sich der Altar in seinem bronzefarbigen Tone wie ein Triumphbogen auf.“
Altarweihe bei den Ursulinen
Das Kloster der Frauen Ursulinen dahir feiert heute den 200jährigen Gedächtnistag der ersten Ansiedlung dieses Ordens in Innsbruck und in Tirol überhaupt. Graf Hieronymus Ferrari-Ochieppo, geheimer Rat und Obersthofmeister von Eleonora, der zu Innsbruck residierenden verwittweten Königin von Polen, entschloss sich im Jahre 1696 die ansehnliche Summe von 30.000 fl. zu einer nützlichen Stiftung zu verwenden. Er ging darüber mit dem Jesuiten Karl v. Barbi zu Rate, und dieser stellte ihm vor, wie so wenig noch in Innsbruck für den Unterricht und die Erziehung der weiblichen Jugend gesorgt sei und wie wohltätig ein diese Zwecke verfolgendes Institut sei. Der Vorschlag gefiel dem Grafen und er bestimmte das erwähnte Kapitel zur Gründung eines Klosters der Ursulinen. Am 2. Juli 1691 trafen 3 Frauen des Freisinger Klosters hier ein, deren eine M. Benedicta Freiin von Lerchenfeld zur ersten Oberin gewählt wurde. Die erste Tirolerin, eine Freiin Rosina v. Baderskirch von Innsbruck, trat im Jahre 1692 in dieses neue Institut.
Personalnachrichten: Maria Gonzaga von Schullern wird neuerlich zur Oberin des hiesigen Ursulinenklosters gewählt