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Innsbrucker Nachrichten

Hinweis

Die nebenstehenden Texte können Sie im Original und vollständig in den Innsbrucker Nachrichten finden, die auf der Webseite ANNO abzurufen sind. Wie sie den Text am besten finden, habe ich auf meiner Startseite beschrieben.


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Kommenden Samstag wird der bereits eingefriedete Teil des neuen Stadtgottesackers feierlich eingeweiht. Bei Begräbnissen dorthin erfolgt die Einsegnung der Leichen bei der St. Johannes-Kirche am Innrain, von wo aus der Sarg nur von einem Priester bis zum Grabe begleitet wird.
Mit 31. Dezember haben alle Beerdigungen im alten Gottesacker sowohl auf dem Leichenfelde als unter den Arkaden ohne irgend eine Ausnahme aufzuhören und mit 1. Jänner 1857 die Beerdigungen auf den eingeplankten und eingeweihten Theile des neuen städtischen Friedhofes zu beginnen.
Die vom löbl. Stadtmagistrate eben in Druck herausgegebenen „Vorschriften für den Gottesacker der St. Jakobs-Pfarre in Innsbruck“ enthalten in 24 Paragraphen das Reglement, nach welchem die Beerdigung am neuen Friedhofe (also dem Westfriedhof) vorgegangen wird, dann vier Mustertabellen für die Vormerkungen der Beerdigungen unter den Arkaden und in den Begräbnisfeldern, ferner die Fromularien über die Familien-Grabstätten beider Categorien, endlich die Stolordnung, welche die zu entrichtenden Gebühren für Begräbnisse von Kindern und erwachsenen Personen festlegt.
Nachdem ein Sechzehntel des neuen Friedhofes schon früher eingeweiht worden war, wurde gestern der gesamte Friedhof auf feierliche Weise geweiht, wozu die Angehörigen der St. Jakobs-Hauptpfarre von derselben aus um 2 Uhr Nachmittag in feierlicher Prozession nach dem neuen Friedhof zogen.
Die hohe k.k. Statthalterei hat bewilligt, dass die Erwerbung einer Grabstelle auf dem neuen Friedhof der St. Jakobs-Pfarre auf freiem Felde gegen eine kapitalische Zahlung von 25 fl. gestattet sei.
Unsere Stadt und im engeren Sinne der neue Stadtfriedhof wurde in diesem Monat um ein höchst werthvolles anerkennenswürdiges Kunstwerk bereichert; wir meinen das Monument in der v. Riccabona´schen Begräbnisarkade, in vollendeter Weise vom hiesigen akademischen Bildhauer Herrn Josef Müller (Miller) komponiert, und in weißem Marmor und grauem Granit gemeißelt. Der Leichnam Christi vom Kreuze abgenommen liegt hingestreckt zu den Füßen der den tiefsten Seelenschmerz rührend in Miene und haltung ausdrückenden Gottesmutter Maria; eine herrliche Gruppe in Lebensgröße, die dem Meister der sie schuf, nicht minder zur Ehre gereicht, als dem neuen Friedhofe zur wesentlichen Zierde
Im Ferdinandeum ist vom tirolischen Künstler Schmid, welcher auf der Münchner Akademie seine Bildung erhalten hat, eine schöne, lebenvolle Skizze ausgestellt: die drei Frauen, denen am Grabe des auferstandenen Heilands der Engel erscheint. Das größere Bild, das nach diesem Entwurfe ausgeführt werden soll, ist für die Adam´sche Familien-Grabstädte auf dem hiesigen Gottesacker bestimmt
Der rühmlich bekannte Steinmetzmeister Hr. Haslauer in Salzburg hat vor kurzem ein sehenswertes Marmor-Piedestal vollendet. Es ist ein 7 Fuß 6 Zoll hohes und 5 Fuß breites Piedestal aus herrlichem Untersberger Marmor von warmer röthlicher Farbe und von sehr schönen eleganten Formen im Rundbogenstyl, welches für das Grabmonument des Buchdruckereibesitzers Johann Schumacher zu Innsbruck in den Arkaden den hiesigen neuen Friedhofs bestimmt ist. Auf dieses Pidestal kommt eine aus Metall gegossene Engelsgestalt von 4 Fuß 6 Zoll Höhe zu stehen, der in seiner Linken ein offenes Buch mit der Inschrift : „Verwesliches wird gesäet und Unverwesliches wird auferstehen“, und in seiner Rechten die Posaune des Gerichtes hält. Diese Figur, welche schon seit längerer Zeit hier im Museumsaal die Bewunderung aller Kunstkenner erregte, ist von dem rühmlich bekannten Bildhauer Herrn Josef Gasser in Wien verfertigt. Auf zwei Vorsprüngen des Denkmals kommen bronzene Grablampen zu stehen. So wie Herrn Gassers Werk einen wahrhaft künstlerischen Eindruck macht, so trägt auch die Marmorarbeit Herrn Haslauers durch das Gepräge rührenswerhen artistischen Geschmackes und mustergiltiger Solidität
Im Sitzungssaal im ersten Stock des Ferdinandeums sind zwei Kunstwerke, ein Gemälde und ein großer Carton von dem Maler Wörndle ausgestellt, welcher dem Vernehmen nach mit dem löblichen Stadtmagistrate wegen Übernahme der Ausführung des h. Kreuzweges (14 Stationen) für die Arkaden des neuen städtischen Friedhofes in Unterhandlung stehen.
Unser Friedhof ist seit einigen Tagen um ein neues hübsches Denkmal bereichert worden, - es ist das der Erler´schen Familien-Grabstätte, von unserem talentvollen Landsmanne, dem Bildhauer Grissemann in München, in Sandstein und Marmor ausgeführt. Aus schön gegliederter Architektur strebt zwischen zwei Grabtafeln ein Kruez empor, reich verziert, als der grüne Baum des Lebens, mit Maß und Pflanzenwerk. In der Mittes des Kreuzes steht auf einem von einer zierlichen Säule getragenen Kragsteine das christliche Ideal des Schmerzes, eine Mater dolorosa aus weißem Marmor, das Haupt gesenkt voll Ergebung in Gottes Willen, und beide Hände gefaltet. Die künsterlische Gestaltung der Statue ist sehr gelungen, sie ist fein und edel; das schön gesenkte haupt und die ruhig gefalteten Hände zeigen das Geschick des Künstlers bei dem Ausdrucke eines bewegten Seelenlebesn doch die monumentale Ruhe aufrecht zu erhalten
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