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Innsbrucker Nachrichten

Hinweis

Die nebenstehenden Texte können Sie im Original und vollständig in den Innsbrucker Nachrichten finden, die auf der Webseite ANNO abzurufen sind. Wie sie den Text am besten finden, habe ich auf meiner Startseite beschrieben.


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Kunst auf dem Friedhof: Von den neuen Werken haben wir, in der Arkadenreihe links beginnend, zwei Wandgemälde von Mader zu verzeichnen. „Die Himmelfahrt Christi“ in der Suitner´schen Arkade und die „Erscheinung des Herrn der Magdalena im Garten“ in der Felder´schen Arkade. Ersteres ist eine neue Erfindung, zweiteres ein etwas abgewandeltes Bild der Kemater Kirche, beide aber von hohen Schönheit und einer Vollendung der Technik, die kaum anderswo zu finden sein dürfte. Die Ausführung derselben überschreiten die Grenzen der Freskomalerei und erinnert beinahe an Ölgemälde.
In der Arkade der P.P. Jesuiten wurde eine Herz Jesu Statue aus Marmor vom Altmeister der tirolischen Bildhauer Josef Miller aufgerichtet. Die lebensgroße Figur ist mit naiver Frömmigkeit eines altdeutschen gläubigen Meisters erfasst und mit der Meisterschaft eines geschulten Technikers durchgebildet. Die Figur leidet jedoch durch den unruhigen grellen Hintergrund.
Wir kommen nun zur Hauptzierde unseres Friedhofes, der Vorhalle, die heuer zum ersten Male nach 10-jähriger theilweiser Verschalung, jeden Gerüstes ledig, und den gorßen Plattner´schen Fresken-Cyklus in seiner Gesamtheit beschauen lässt. Dasselbe stellt bekanntlich in drei großen Gemälden nach der geheimen Offenbarung den Untergang alles Weltlichen, das letzte Gericht und das himmlische Jerusalem dar. Im Gewölbe der Vorhalle sind die Medaillons die vier letzten Dinge angebracht und darunter an der flachen Wand friesförmig drei andere Medaillons, welche Gebet, Almosengeben und Messopfer darstellen. Mit dem Ganzen in enger Verbindung stehen die Gestalten der beiden Propheten des alten Testaments, welche das letzte Gericht vorausgesagt haben und der Apostel Johannes, der Schreiber der geheimen Offenbarung. Dieser Fresken-Cyklus ist nicht nur von überwältigender Größe der Erfindung, er ist auch in Zeichnung, Vortrag und Farbe ein vollendetes Meisterwerk. Die liberale und oft verketzerte Innsbrucker Stadtvertretung hat mit diesem Auftrage, durch den sie das bedeutendste tirolische Kunstgenie ein volles Jahrzehnt beschäftigt hat, dem städtischen Pfarrklerus die schönste Gruft hergestellt, welche je eine Seelsorgsgeistlichkeit besaß. – In der Fasser´schen Arkade ist ein sehr fleißig durchgearbeitetes Denkmal aus Trientner Marmor vom Steinmetzmeister und Bildhauer Linser jun. aufgestellt worden. In der Nische des Denksteins befindet sich ein Jesus-Knabe in…
Der hiesige Militärfriedhof wird einer gründlichen Restaurierung unterzogen
Wie alle Jahre gibt es wieder künstlerisches aus dem Friedhof zu berichten: „Das war wir heuer auf unserm Rundgange durch den Friedhof an Kunstwerken Neues finden, ist im Vergleich zu dem was wir andere Jahre zu verzeichnen hatten, quantitativ, und wenn wir Trenkwalder´s Christus am Ölberge, in der gräflich Hendl´schen Arkade, ein recht verdienstvolles Hautrelief in istrianischem Kreidestein, ausnehmen – auch qualitativ nicht bedeutend. An Gemälden ist kein neues zu verzeichnen und an Werken der Bildhauerkunst nebst dem vorerwähnten Werke von Trenkwalder, nur noch ein blumenstreuender Engel aus bläulichem Marmor von Anton Hess aus München. Eine Figur, die bis Gesicht und Hände über den Meisel des Punktierens nicht hinausgekommen zu sein scheint, so unvollendet ist die Ausführung dieser lebensgroßen Statue. Das Werk macht den Eindruck eines Entwurfs, der erst der Ausarbeitung harrt. Über die hypersensible Idee eines blumenstreuenden Engels als Grabmal wollen wir mit dem Bildhauer nicht rechten, er entsprach dadurch nur dem Wunsche einer unter demselben ruhenden Dame.
Erweiterung des Wiltener Friedhofs. Derselbe wird südlich vom alten, jenseits des Verbindungsweges zwischen der alten und neuen Berg-Isel-Straße angelegt.
Zwei neue Denkmäler des Bildhauers Kolp werden künftig den Friedhof zieren, und zwar das Grabmal für den Komponisten Nagiller (im blauen Szenit das wohl geformte Portrait des Künstlers in drei viertel Profil, am Sockel in Bronzeguss die lorberumschlungene Lyra) und für die P.P. Serviten (Markus und Johannes rechts, Philippo Ricci, die päpstliche Tirara zurückweisend, links vom Gekreuzigten)
Allerheiligen. Neuen Grabdenkmäler sind unter den Arkaden heuer keine von erwähnenswerter Bedeutung, im Freien aber ziemlich viele errichtet worden. Wir heben unter allen nur das Grabkreuz aus Holz des Hofrathes v. Schwind hervor. Von dem Verblichenen selbst entworfen, die Grabinschrift von ihm selbst verfasst, nimmt es sich vor anderen prunkenden Denkmalen ebenso vortheilhaft aus durch seine gefällige Zeichnung, wie durch den Inhalt und die Form der Verse, die dem Ernst des Todes die unverwüstliche Seelenruhe des Verblichenen entgegensetzen. Die Mitte des Kreuzes ziert ein transparentes Medaillon in Glasmalerie, die heilige Elisabeth darstellend, wie sie die Gefangenen tröstet. Der Selige hat damit die Erlösung der Seele durch den Tod aus der Gefangenschaft versinnbildlicht. Leider gibt das Material gegründete Bedenken der Dauerhaftigkeit, da das schöne Kreuz schon jetzt allerlei Sprünge aufweist, und dem Verfalle nach wenigen Jahren kaum entgehen wird.(Foto vorhanden)
Grabstätte Bandeson neben der 1. Station: „Auf einem kräftigen Unterbau erhebt sich bis beinahe an die Decke hinauf das Zeichen der Erlösung. Nebenan knien zwei nicht ganz lebensgroße Engel in anbetender Stellung, Leidenswerkzeuge haltend. Die Architektur ist vom Steinmetzmeister Hohenauer fleißig und sauber ausgeführt, nur dürfte die Ornamentierung des Kreuzes ruhiger und stylvoller gehalten sein. Die Architektur ist von einem grauen granitartigen Stein, die glatte Rückwand mit schwarzem etwas geaderten Marmorplatten bekleidet, von der sich die aus weißem tirolischen Sandstein gefertigten Engel sehr wirksam abheben. Diese Statuen sind ein Werk des Bildhauers Serafin Eberhard, welcher zum erstenmale öffentlich auftritt, sich damit gleichsam einführt. Er ist ein Schüler des Bildhauers Gasser in Wien, war tirolisch-ständischer Stipendist, machte als solcher auch eine Studienreise nach Rom und hat nun sein Atelier in Innsbruck aufgeschlagen.“
Besprechung von Grabdenkmälern: Besonderer Gegenstand der Neugierde und Bewunderung war an diesen Tagen das Denkmal in der gräflich Lodron´sche Arkade, für das ein hiesiges Blatt in ganz unqualifizierter, die Familie durch frivolen Scherz, den Künstler (den in Mori bei Mailand geborenen vaterländischen Künstlers Andrea Malfatti) durch übertriebenen Tadel und das Publikum durch wegwerfende Behandlung beleidigender Weise Reklame gemacht hat. Das Grabmal ist an der Pyramidenspitze mit dem lodronschen Wappen geschmückt, am Fuße der Pyramide sitzt eine anmutige, blumenhaltende weibliche Figur, von einer Rundung und Weichheit der Formen, die geradezu Staunen erregend ist. Durch die brillante Technik, durch den natürlichen, rein menschlichen Affekt, der aus der trauernden Figur zum Beschauer spricht und der Neuheit des Motivs, das eine angenehme Abwechslung bringt, ist das Denkmal in der gräflich lodron´schen Arkade zum meistbewunderten unseres Friedhofes geworden. Sein Werth besteht in dem großen, von einer virtuosen Behandlung des Marmors gehobenen Realismus, mit dem zartes Empfinden für den zum Ausdruck gebrachten seelischen Zustand verbunden ist. Die Architektur des Denkmals und die Anordnung des Wappens und des Teppichs an der Spitze des Obelisken scheint und allerdings verfehlt ; s.a. schon vorher am 31.10. und  13.10.
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