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Innsbrucker Nachrichten

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Die nebenstehenden Texte können Sie im Original und vollständig in den Innsbrucker Nachrichten finden, die auf der Webseite ANNO abzurufen sind. Wie sie den Text am besten finden, habe ich auf meiner Startseite beschrieben.


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Der städtische Friedhof in Innsbruck, das Hauptmuseum der tirolischen Skulptur, wird um zwei Werke des hiesigen Bildhauers Eberhard bereichert, der sich kürzlich durch das Denkmal für den verstorbenen Fürstbischof Gasser in Brixen einen Namen gemacht hat. Das eine ist eine Kolossalstatue der schmerzhaften Muttergottes (Rauch´sche Grabstätte), das andere ist das Relief „Maria Himmelfahrt“ (Köllensperger´sche Grabstätte); bei dieser Skulptur ist besonders der Ausdruck des Schwebens in Kleidung und Gestalt Mariens gelungen. Man braucht nur die Figur mit dem ebenfalls aufschwebenden Christus der nahen Gruppe von Malfatti zu vergleichen.
Neue Grabmonumente: lebensgroße Madonnenstatue aus Carrara-Marmor am städtischen Friedhof, Familie Nöbl (östliche Arkandenreihe); Hochrelief von Trenkwalder im Friedhof Wilten, Christus am Ölberg darstellend, weißer Marmor in grauer Umrandung; außerhalb der Arkaden ein Mosaikkreuz über dem Grabe des Historienmalers Mader; an der Mosaikwerkstätte neben der Glasmalereianstalt: werden die teilweise herabgebrochenen Graphitbilder erneuert, deren Mittelpunkt in Zukunft die in Mosaik ausgeführtte Madonna der Strassburger Fahne bilden wird.
Ein neues Werk des Bildhauers Prof. Fuß ziert den Friedhof von Wilten; Arkade Hofrat Gasser; schmerzhaft Muttergottes mit Sohn auf dem Schoß Lob für den Künstler, Tadel für den Steinmetz (wegen nachlässiger Inschrift)
Ein neues Denkmal für desn städtischen Friedhof (Visneider-Zelger´sche Arkade; das Denkmal hat die Gestalt eines Tempels über einer Grotte, in der sich der hl. Antonius befindet; die Grotte ist aus dunklem, belgischen, die in derselben befindliche Statue aus weißem carrarischen Marmor; (am 08.10. ist in dieser Arkade von einem hl. Josef mit Christuskind die Rede?); s.a. 03.01.1885
Friedhof: prächtiges Mosaikbild in der Pötsch´schen Arkade links; Entwurf von Prof. Rieser aus Wien, als Mosaik ausgeführt von Meister Solerti; Thema: „der englische Gruß“
Kunst am Friedhof: Grabmal des Gregor Fischer in Wilten; ausgeführt von Dominikus Trenkwalder; „Der auferstandene Christus mit der Siegesfahne“
Friedhofskunst: Grabmal der Alice Leon (im ersten rechtsseitigen Viertel des Gottesackers); Form einer Grotte im Freien; Medaillon mit Portrait der Verstorbenen; Engelsfigur am Grottenbogen
Friedhofskunst: Marmorbüste des Arztes und Hofparfumeuers Franz Schmid (auf einer schön geformten Grotte); Bildhauer Anton Spagnoli
In den Bogengängen findet sich heuer kein Denkmal, das zu erwähnen ist. Dagegen sind im Freien, in den Gräberfeldern, einige Monumente errichtet worden. Gleich im ersten Felde zur rechten Hand erblicke zwei schöne Grabdenkmale vom Bildhauer Spagnoli ausgeführt, von demselben Meister, der das Landesmuseum mit den Kolossalbüsten unserer hervorragendsten Künstler und Gelehrten geschmückt hat. Das erste Monument stellt eine Engelsgestalt dar, an einer Grotte ruhend, den Blick nach oben zum Medaillonbilde eines jungen Mädchens gerichtet; und wenn auch die gesenkte Fackel uns an den Tod mahnt, so sind doch Ruhe und Ergebung in das Schicksal über den ganzen Körper ausgegossen. Nicht minder hübsch ist das Relief-Protrait des Mädchens, eines hübschen Gesichtchens, das von einem zart ausgeführten Medaillon umrahmt wird []. In derselben Gräberreihe finden wir auch eine gelungene Portraitbüste des Innsbrucker Bürgers Franz Schmidt. Zwischen den beiden Denkmälern befinden sich zwei kleinere vom Bildhauer Linser ausgeführte Monumente ohne künstlerischen Wert (eine Engelfigur auf einer gebrochenen Säule in sitzender Haltung mit fehlerhaften Proportionen und das Portrait des 1881 verstorbenen Dichters Otto Prechtler (dasselbe befindet sich im dritten Leichenfelde, rechter Hand, in einen Obelisk eingelassen).
Schließlich wollen wir noch auf ein Kolossalmonument aus geschliffenem Prophyrstein aufmerksam machen. Es ist eine Gruft mit gewaltigen Decksteinen, zu deren Häupten auf hohem Postamente eine bronzene Frauengestalt in sitzender Stellung unter einem Kreuze sich befindet. Mit der Linken hält sie den Kelch, während die Rechte gegen den Himmel zeigt, offenbar um den Worten, die sie in der Bibel liest, eine höhere Weihe zu geben. Der Gedanke ist schön, uns dünkt aber, das der Gesichtsausdruck mit der etwas unnatürlich und steifen Haltung des rechten Arms und der Hand in Widerspruch stehe. Die Grabstätte ist jene der gräflichen Familie Romazkan-Cigala (sie wurde aus Lemberg hierher transportiert)
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