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Innsbrucker Nachrichten

Hinweis

Die nebenstehenden Texte können Sie im Original und vollständig in den Innsbrucker Nachrichten finden, die auf der Webseite ANNO abzurufen sind. Wie sie den Text am besten finden, habe ich auf meiner Startseite beschrieben.


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Fress- und Sauforgien

Rezept für eine Maikäfersuppe (s. a. 21.05.1859)
In der Konservenfabrik des August Wagner in Wien wird ein Riesenpudding von 1130 Pfund hergestellt, der fünf Tage und fünf Nächte gekocht wird (für den Kaiser und den Kronprinzen bestimmt)
In Imst hat sich am Kirchsonntag ein Gärbergeselle so viehisch angefressen, dass er erstickte. Bei der gerichtlichen Sektion zeigten sich im Magen des Erstickten so große Fleischstücke, dass es zum Staunen war, wie selbe nur überhaupt hinuntergebracht werden konnten
In demselben Gasthause in Hötting (beim Bärenwirt) wettete ebenfalls vorgestern ein Mann, er sei im Stande eine halbe Maß Branntwein auf einmal zu leeren und führte dieses auch wirklich aus, Er gewann die Wette, starb aber gestern mittags an den Folgen seines unsinnigen Trunkes
Ein gewisser Hell, dessen Magen von entsetzlicher Verdauungsfähigkeit sein muss und dessen Leistungen als berüchtigter Wurstvertilger die Innsbrucker wiederholt zu hören bekamen, produzierte sich gestern in folge einer abgemachten Wette in der städtischen Siedlkücke neuerdings „hetzhalber“, wie er sich selbst ausdrückte. Der Gegenstand der Wette war eine klafterlange Wurst von dem Umfange eines halben Fußes im Durchmesser. In einem Zeitraum von zwei Stunden sollte dieser Fleischwurm vertilgt sein. Die Spender der Wurst waren drei Metzger. Die Wette galt die Wurst und 2 Gulden für den Unternehmer. Leider kam der Esslustige bei der langen Wurst doch zu kurz; denn etliche Leute von St. Nikolaus glaubten, hier wäre Gütertheilung am richtigen Platz und griffen herzhaft zu, was den Helden des Tages in nicht geringe Entrüstung versetzte, da er dadurch nicht nur um einen bedeutenden Theil der großen Wurst kam, sondern zudem noch den Anspruch auf die zwei Gulden verlor.
„Preisessen“ im Gasthof Mondschein (der Axamer Tonl vertilgt 12 Portionen Suppe und 12 Paar Würste); s.a. die „Fressleistung“ am 05.03.
Maler Schraffl, Großfuhrmann Neuner und Spediteur Suitner in Wilten kamen am 12. d. Mts. in ein Gasthaus in Wilten, wo die zwei Erstgenannten um die Wette Cognac tranken. Neuner wurde ein Opfer dieser unsinnigen Wette, indem er an den Folgen derselben gestern mittags gestorben ist. Die Leiche wurde über Veranlassung der Staatsanwaltschaft ins pathologische Institut gebracht; s.a. die Todesanzeigen am 14.12.
Am 8. d. Mts. ist wurde ein gewisser Ludwig Maffei im Schankgarten eines Gasthauses in Völs tot aufgefunden. Allzu reichlicher Genuss von Alkohol dürften seinen Tod herbeigeführt haben
(Gerichtszeitung: Eine Wette mit tödlichem Ausgang.) Die Leser unseres Blattes werden sich noch an die Trinkwette erinnern können, die am 12. Dezember 1901 im Gasthaus der Anna Fischnaller in der Mentlgasse zwischen dem Malermeister Alois Schraffl und dem Großfuhrmann Franz Neuner ausgetragen wurde und mit dem Tod des Letzteren endete. Infolge dieser Wette wurde am 12. April 1902 Frau Anna Fischnaller, sowie der Malermeister Alois Schraffl und der Spediteur Josef Suitner, der die Wette begünstigte, wegen Vergehens gegen die körperliche Sicherheit nach Paragraph 335 verurteilt. Überdies verlangte die Witwe Neuners, Frau Rudolfine Neuner in ihrem Namen, sowie im Namen der mj. Kinder Ernst und Franziska Ersatz dessen, was ihnen durch den Tod des Gatten bzw. Vaters an Unterhalt verloren ging. Für sich verlangte Frau Neuner eine monatliche Rente von 300 Kronen, für ihre Kinder eine monatliche Rente von 220 Kronen, abzüglich der aus dem väterlichen Nachlass zufließenden Zinsen. ... Wie das kürzlich erflossene Urteil des Landesgerichtes besagt, haben die drei Beklagten an Neuners Witwe und deren Kinder nur eine Rente von 91 Kronen im Jahr = 7 Kronen 58 Heller im Monat zu zahlen.
In einem Ort des Stubaitales starb vorige Woche ein 20jähriges Mädchen, welches einen ganzen halben Liter Branntwein, mit Rum vermischt, getrunken hat. Das arme Mädchen ist fast verbrannt, ein paar Monate früher war ihr Vater an den folgen der Trunksucht gestorben
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