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Innsbrucker Nachrichten

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Die nebenstehenden Texte können Sie im Original und vollständig in den Innsbrucker Nachrichten finden, die auf der Webseite ANNO abzurufen sind. Wie sie den Text am besten finden, habe ich auf meiner Startseite beschrieben.


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Kurioses rund um den Tod

Am 28, d. Mts. wurde zu Absam von 8 starken Trägern die Leiche einer sehr schweren Inwohnerin zu Grabe getragen. Bei den ersten Anstalten zum Hinunterlassen des über 200 Pfund schweren Sarges rutschte wegen der vom Regen aufgeweichten Erde einer der Träger selbst in die Grube, und die übrigen mussten Alles aufbieten, einem Unglück vorzubeugen, welches durch ein Weitersenken des Sarges hätte entstehen müssen
Zur nachträglichen Richtigstellung unserer letzthin gebrachten Notiz über die Beerdigung eines Engländers zunächst der Mühlauer Kirchfriedhofsmauer und dessen nachträgliche Ausgrabung und abermaliger Beerdigung unter Stauden, erfahren wir, dass der Verstorbene – ein Russe und kein Engländer – auf Wunsch seines Bruders zuerst an der Friedhofsmauer und sodann ebenfalls auf dessen Wunsch nächtlicher Weile seitwärts auf einen Platz unter Stauden beerdigt worden ist, der ihm wegen seiner Lage besonders zugesagt hat
Herr Meyer interpellerierte bei bei der Bürgerausschusssitzung den Herrn Bürgermeister, welche Schritte er aus Anlass des Vorganges beim Ganahl´schen Leichenbegängnisse, bei welchem die Kinder der Schule zu Dreiheiligen trotz Aufforderung des Herrn Bürgermeisters die Köpfe in Anbetracht des weiten Weges und der niedrigen Temperaturen bedeckt zu halten, in Folge Gegenbefehls seiner Anordnung nicht Folge geleistet hätten, gethan habe, um die städtische Autorität aufrecht zu halten. Herr Bürgermeister beantwortete diese Anfrage dahin, dass er dem Leiter der dortigen Schule eine strenge Rüge ertheilt habe und der Magistrat die Verordnung erlassen habe, dass sich in Zukunft die Schuljugend bei ähnlichen Anlassen nicht mehr ohne vorher eingeholte magistratliche Erlaubnis betheiligen dürfe, und diese Erlaubnis nur unter der Bedingung ertheilt werde, dass sie bei Kälte und großer Hitze die Köpfe bedeckt zu halten haben.
(Maskarade zur Unzeit) Bei der gestern stattgehabten Beerdigung des Herrn Fumagalli wollten sich dem Leichenzug vier blank geharnischten Rittern der Tafelrunde der „Fragensteiner“ anschließen. Infolge energischen Protests der funktionierenden Geistlichkeit und des unter den Leidtragenden entstandenen Unwillens über diese höchst unpassende Mummerei entfernten sich die „Ritter“, fuhren aber, nachdem kaum die Beerdigung stattgefunden hattte, vor den Gottesacker und wollten den Friedhof betreten. Ein dort angestellter Aufseher jedoch wies sie mit der berechtigten Bemerkung zurück, dass hier nicht der Platz zur Maskaraden sei, worauf endlich diese „Ritter“ verdufteten
Beim Abtransport einer Leiche verunglückt: „Als die Leiche des verunglückten Fuhrknechtes in der Spitalstruhe von zwei Dienstmännern weggeschafft wurde, begegnete ihnen gleich unterhalb der Höttinger Kirche ein mit zwei Maulthieren bespannter Leiterwagen des Holzhändlers Auer. Die Thiere scheuten vor der schwarzen Truhe und das eine versetzte mit seinem Hufe dem einen Dienstmanne einen solchen Schlag auf den Rücken, dass derselbe schnell mit den hl. Sterbesakramenten versehen und in das Spital übertragen werden musste.“
Ein Akt haarsträubender Roheit wird Gegenstand einer der kommenden ersten Schwurgerichtssaison dahier bilden: Man erzählt sich folgendes: „In einem Wirthshause des bekannten Angerberges im Unterinnthal saßen vor längerer Zeit etwas angeheitert mehrere Bauern beisammen. Zu ihnen gesellte sich bald ein Bauer aus der dortigen Nachbarschaft, dessen Familie im Segen der Ehe Jahr für Jahr mit Regelmäßigkeit zunahm, welche dieser Gesellschaft Stoff bot für Anzüglichkeiten gegen besagten Familienvater, die aber als Scherz hingenommen, allseitig die Heiterkeit nur steigerten, sodass der besagte Mann in den betrunkenen Lärm hineingezogen, im Verlaufe des Abends berauscht ward. Unter den Einfluss der früheren Scherzreden entstand nun in ihren trunkenen Köpfen aus reinem Muthwillen der Entschluss, an dem Berauschten, wie Manche behaupten mit seiner Zustimmung (!) einen Akt der Verstümmelung zu vollziehen, welchen einst der racheschnaubende Oheim Heloisens den Abaelard zugebracht hatte. Dem Beschlusse folgte auf der Stelle die Aussführung. Der arme Misshandelte wankte nach Hause, legte sich nieder und war des nächstens Tages an seiner Wunde gestorben.
Ein übel berüchtigtes Stadtkind, Anton Hosp, vulgo Rauch Toni, stand am vergangenen Freitage vor einem Richterkollegium des hiesigen Landesgerichts, um sich gegen die wider ihn erhobenen Anklage des Vergehens nach § 306 STGB „eigenmächtiger Hinwegnahme von Theilen menschlicher Leichname“ zu verantworten. Er hatte nämlich am 27. Mai des Jahres nachts aus einem Winkel des alten Friedhofes, in welchem die dort noch vorgefundenen Totenköpfe und Gebeine aufbewahrt lagen, einen Karren und einen Sack voll davon aufgeladen und war eben im Begriffe, mit dieser Fracht die Maria Theresienstraße zu passieren, als er hierbei von einem Sicherheitswachmanne über den verdächtigen Inhalt seines Karrens angehlaten und arretiert wurde. Rauch Toni gestand, dass er diese Gebeine einem „Huderer“ zu verkaufen beabsichtigt hatte, und nachdem ihm sein langes Sündenregister – er ist nämlich 22 Mal gerichtilich und 43 Mal polizeilich abgestraft worden – vorgehalten war, verurtheilte in der Gerichtshof wohl mit Berücksichtigung seines Vorlebens zu strengem Arrest in der Dauer von drei Monaten. Die entführten Knochen kehrten wieder in ihren Ruhewinkel zurück und harren dort ihrer weiteren Bestimmung.
Unsere gestrige Nachricht vom Tode des ehemaligen Gemeinderathes Hechenblaikner war nicht richtig. Herr Hechenblaikner lebt zur Stunde noch, liegt jedoch sehr schwer krank darnieder.
Nach der Hinrichtung des Muttermörders Kreuzer verbreitete sich von Hall aus folgender Witz: „Welches ist die ärmste Gemeinde Tirols?“ Die Antwort lautete dazu: „Oberhofen, denn es hat keinen Kreuzer mehr!“
Gestern in der Morgenfrühe wurde vor dem Eingangsgitter des städtischen Friedhofes dahier ein kleiner Sarg aufgefunden, in welcher eine Kindesleiche lag. Der Wächter machte, da er auf ein Verbrechen schließen musste, davon Anzeige. Die Sache klärte sich dann glücklicherweise dahin, dass es die Leiche eines totgebornen Kindes war, welche, um alles Aufsehen zu vermeiden, am Morgen schon so frühzeitig zum Friedhofe gebracht und dort, weil der Eingang noch verschlossen war, einfach niedergelegt worden war
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