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Innsbrucker Nachrichten

Hinweis

Die nebenstehenden Texte können Sie im Original und vollständig in den Innsbrucker Nachrichten finden, die auf der Webseite ANNO abzurufen sind. Wie sie den Text am besten finden, habe ich auf meiner Startseite beschrieben.


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Skandale

Einige junge Herren aus Innsbruck besuchten jüngst in Axams an einem Sonntag den Gottesdienst. Der hochwürdige Prediger muss sie erblickt und unbequem empfunden haben, denn er flocht in die Predigt den schönen Satz ein: Wenn schon Innsbrucker Spione da seien, so halte ihn das doch nicht ab, gegen das Schulgesetz zu predigen. Die jungen Innsbrucker Herren fanden es auf das hin gerathen sich zu entfernen, um nicht nach dem Gottesdienste von dem „katholischen Volk“ geprügelt zu werden. Die Worte des hochw. Predigers kamen ihnen ganz wie ein Fingerzeig hiezu vor.
Im Theater an der Wien ist kürzlich die Operette „Die Pilger“ von Max Wolf gegeben worden, in der ein Onkel (ein junger Tiroler) die Hauptrolle spielt und in der unter anderem auch ein Terzett folgenden Inhaltes gesungen wird: „Der Teufel hol den Onkel, der Teufel hol Tirol, der Teufel hol die Wiesen, die Wälder und den Kohl.“ Die Operette ist übrigens durchgefallen.
Gestern abends nach 8 Uhr machte in der Universitätsstraße die Arretierung eines betrunkenen Mohren, der seinerzeit Bedienter des Grafen Goluchowski war, einiges Aufsehen. Derselbe war total betrunken und gebährdete sich so unbändig, dass er sich die Kleider vom Leib riss. Er wurde schließlich auf einen Karren gepackt und ins Spital geliefert.
Die neue Volksküche geht ihrer Vollendung entgegen. Dieselbe ist im ersten Stockwerk des ehemaligen Hofwaschhauses untergebracht, während im Erdgeschoß zwei Wohnungen sich befinden. Uns interessiert daher nur der erste Stock. Derselbe besteht nebst einigen kleineren Nebengemächern aus einem geräumigen, 33 Schritt langen Saale, der als Speiseraum und Küche dient. Der Herd, welcher sich am westlichen Ende befindet, dürfte manche Hausfrau interessieren. Er besteht hauptsächlich aus drei Theilen [] (s. a. den Beitrag „Skandalfresken“ in der Volksküche vom 04.03. und den „Frauenkampf“ vom 16.02. „Die Bartinger´schen Fresken in der Volksküche, so harmlos sie auch sind, haben doch einen strengen Cato gefunden, der dem Witze aufgesessen ist, und nun seine sittliche Entrüstung in der „N. Fr. Pr.“ Ablagert. Bekanntlich wurden diese Wandmalereien auf den noch nicht geweißten Mauern angebracht, um dem Probeschmause, der heute vor 8 Tagen gehalten worden ist, ein heiteres Relief zu geben, wenn das Lokal ausgeweißelt werden wird, so werden auch diese Zeichnungen verschwinden. Dieselben stellen am Eingange zwei originelle Innsbrucker Schnapsbrüder, den „Kalkdolm“ und „Geist Puh“, die Trauer um den Tod eines Affens, welcher die Besucher der städtischen Schwimmschule aus einem ebenerdigen Fenster an der Straße stets so unvergesslich lieblich angegrinst hat; wie Herr v. Feldmüller im Paradiese „Forellern“speist, das…
Heute wurde der Maler Josef Bartinger in die Irrenanstalt nach Hall überführt (siehe dazu auch den Bericht „Skandalbilder“ in der Volkküche!)
Skandal bei der Fronleichnamsprozession in Hall: Ein Bauer aus Ampass, der vielleicht den Beginn des Umzuges nicht beobachtet haben mochte, stand dort bedeckten Hauptes und betrachtete sich die in Parade aufgestellten Kaiserjäger. Der als Festredner im Chorrock fungierende hochw. Herr Spiel, Spitalskaplan daselbst, forderte ihn auf, das Haupt zu entblößen, und als er nicht Folge leistete, vielleicht war er in den Anblick der Kaiserjäger so versunken, dass er die Aufforderung überhörte, schlug er ihn den Hut vom Kopfe, worauf der Beleidigte dem Kaplan drei Ohrfeigen versetzte, dass das Blut aus der Nase über den Chorrock rann und sich Herr Spiel in die Sacristei zurückziehen musste. Aber auch der Bauer verschwand sofort vom Schauplatze, ehe man ihn arretieren konnte
(Der Mädchenfänger) Ein unheimlicher Kinderfreund verunsichert Innsbruck.
Revanche eines Malers
Bergunfall in Medraz; provisorische Aufbahrung im Gasthaus zum „Zegger“; s.a. den Skandalbericht vom 17.08. „Während die Badegesellschaft über das Unglück des Studenten Majoni hoch bestürzt war, hatten sich einige Bauern Witze darüber erlaubt, wie man deswegen, dass ein Stadtler abgestürzt sei, so viel Aufhebens machen könne. Es gab einen Streit, der damit endete, dass einige Bauern hinausgeworfen wurden. Dafür revanchierten sie sich dadurch, dass sie nachts, offenbar von Leitern aus, drei Schüsse in die Fenster abgaben, unter anderem auch in das Zimmer des Herrn Hermann Walde aus, des intimen Freundes des verunglückten Majoni.“ (s.a. auch die Gegendarstellung des Wirtes); 21.08. die Folgen dieses Berichtes für den Fremdenverkehr
Eine Orgie im Torggelhauskeller in Innsbruck: „Dem Angeklagten Karl Schneider, Betreiber des Ausstellungsrestaurants allhier wird zur Last gelegt, er habe am 25. August fünf Herren und vier Mädchen nach 1 Uhr nachts in den Keller des Torggelhauses geführt, woselbst dann eine Orgie gefeiert und nicht nur dem Bacchus sondern auch der Venus geopfert worden sei, wobei Schneider in Ärger erregender Weise gehandelt habe.“ (Interessant der Vorhalt des Gerichtspräsidenten, der Beschuldigte habe die Polizeiwache hinter der Torggel zu einem halben Liter Wein gebeten, damit die Gesellschaft unbemerkt aus der Stube in den Keller komme. Schneider erwiderte darauf, dass die Polizeimänner von ihm seit jeher des Abends einen Viertelliter Wein bekommen); s.a. 02.11. 26.09.
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