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Innsbrucker Nachrichten

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Die nebenstehenden Texte können Sie im Original und vollständig in den Innsbrucker Nachrichten finden, die auf der Webseite ANNO abzurufen sind. Wie sie den Text am besten finden, habe ich auf meiner Startseite beschrieben.


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Wehrpflicht und Militärlosung

25.05., 26.05 und 27.05. und 03.06.1859 – Die neue Landesverteidigungsordnung für Tirol und Vorarlberg: Bestimmungen über die Wehrpflicht; damit eine gleichmäßige Vertheilung und geregelte Ablöse stattfinden kann, wird eine Mannschaft von 24.000 Köpfen für das ganze Land angenommen; Befreiung und Ersatzmänner; eine Mannschaft wird in drei Züzüge eingeteilt; die Kompagnien sollen in der Regel 120 bis 240 Mann stark sein; jede Kompagnie besteht aus 1 Hauptmann, 1 Oberlieutenant, 2 Unterlieutenants, 2 Oberjägern, 12 Unterjägern, 12 Patrouilleführern, 4 Trompetern., 2 Zimmerleuten, 2 Schanzgräbern (Pionieren), 1 Büchsenmachern und 1 Fähnrich; die Dienstzeit jeder Kompagnie hat längstens 100 Tage ununterbrochen zu dauern; jeder Landesschütze wird mit Kugelstutzen und Kammergewehr versehen; die Landesschützen müssen weißgrüne Armbinden tragen; jeder der sein eigenes Gewehr mitbringt, erhält eine tägliche Zulage von 7 kr; Versorgung der Witwen und Waisen
Die Stärke des Aufgebotes des Gerichtes Silz beträgt 400 Mann
Die Militärzeitung plaidiert für allgemeine Wehrplficht. Das bisherige System der Losung erscheint ihr als ein unbilliges, dass es dem blinden Zufall anheimgegeben sei, ob jemand die schwere Pflicht des Armeedienstes zu erfüllen habe
Im Bezirke Imst haben die Loosungen (zur Landesvertheidigung) begonnen, und zwar zuerst in der Gemeinde Mils, weil da zuerst die Klassifikationslisten in Ordnung gebracht wurden. Der Erste weigerte sich; alle Übrigen aber zogen ohne weitere Widerrede. Muntere patriotische Schützenlieder schlossen den Vorgang. Nächstens wird in Imst geloost.
Tumult bei Loosziehung zum Militärdienst in Hall: Am 7. d. M., als alle 15 Loose gehoben waren, zerbrach unter dem Andrang der Loospflichtigen, unter denen mehrere betrunkene Schreier waren, das Gitter, welches im Rathaussaale die Kommission von den Loospflichtigen schied, zusammen, worauf die letzteren, gegen 300 an der Zahl, sich an den Kommissionstisch hindrängten und unter Zerstörung eines Tintengeschirrs und einiger Möbel Miene machten, die fernere Loosziehung zu verhindern. Der Herr Bezirkshauptmann hatte die Geistesgegenwart, mit dem Loosungstopfe und der ganzen Kommission sich in das Nebenzimmer zu begeben, in welches nun die Pflichtigen, einer nach dem anderen gerufen wurden. Dadurch wurde die fernere Opposition vereitelt und die Loosung ihrem ordentlichen Ende zugeführt. Dass es während des vorangegangenen Tumultes an wörtlichen Insulten gegen hochgeachtete Persönlichkeiten des Landesverteidigungs-Bezirksausschusses leider nicht fehlte, sollte hier nicht verschwiegen werden.
Ganz ausgezeichnet soll das Benehmen der Loosenden in Silz, Sterzing und Prettau gewesen sein. Auch von Reutte trifft die Nachricht ein, dass die Loosung dort anstandslos und in vollständiger Ordnung vor sich gegangen ist
Das Rekrutierungs-Contingent für das Jahr 1863 wurde Allerhöchsten Orts in derselben Zahl wie im laufenden Jahr, d.h. auf 85.000 Köpfe, festgestellt
Landtagsverhandlungen: Schützen und Landesverteidigung
In Silz fiel im Gerichtsgebäude nach der Ziehung ein Loosungspflichtiger, Namens Alois Adler von dort, in Folge ungeheurer Aufregung, welche in ihm umso stärker gewirkt haben mag, als er eben von einer Krankheit genaß, todt nieder. Er hatte übrigens die hohe Nummer 66 gezogen.
Unfall von Lospflichtigen aus Telfs mit Pferdegespann.
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