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Innsbrucker Nachrichten

Hinweis

Die nebenstehenden Texte können Sie im Original und vollständig in den Innsbrucker Nachrichten finden, die auf der Webseite ANNO abzurufen sind. Wie sie den Text am besten finden, habe ich auf meiner Startseite beschrieben.


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Postsendungen

Von Seite der wohllöblichen k.k. Post-Direction wird dieser Tage einem hier längst gehegtem allgemeinen Wunsche durch Aufstellung von Briefkästen, vorerst an vier verschiedenen Punkten Innsbrucks, entsprochen, deren einer außer der Brücke nächst dem Malfatti-Hause, der zweite nächst dem goldenen Dachls am Stadtplatz, der dritte am Wisiol´schen Hause in der Museums- (Bürger)straße und der vierte nächst der großen Kaserne am Ecke der oberen Sillgasse angebracht wird. Wie es sich von selbst versteht, können beschwerte oder rekomandierte Briefe in diese Sammelkästen nicht eingelegt werden; s.a. 30.11.
Das Porto für eine Briefsendung beträgt einheitlich 6 kr.
Die Briefmarken zu 3 Kreuzer werden künftig statt in schwarzer, in meergrüner Farbe gedruckt.
Seit voriger Woche ist an den hierortigen Briefsammelkästen eine wesentliche Verbesserung dadurch erzielt worden, dass innerhlab derselben lederne, mit Metallschließe versehene Säcke angebracht sind, aus welcher die Briefe ohne den beim Postamte befindlichen Schlüssel - ohne äußere Gewaltanswendung nicht genommen werden können. Beim Abholen der vollen Säcke aus den Kästen werde selbe, ohne geöffnet zu werden, durch leere ersetzt, und erstere zur Post übertragen
Überfüllung und mangelhafte Entlehrung von Briefkästen. Bemerkenswert ist, dass immer ein und derselbe Mann verwendet wird, mit seinem Karren die ziemlich anstrengende Tour bei allen Briefkästen der Stadt zu machen
Eine sehr wohlthätige postalische Neuerung soll demnächst in´s Leben treten: Es ist die Verwendung der Postkarten. Die Postkarte ist die Ausdehnung der Vortheile der Kreuzband-Sendungen auf den Briefverkehr. Kurze Mittheilungen werden fortan auf jede Entfernung innerhalb der Grenzen der Monarchie um zwei Kreuzer befördert werden. Diese Postkarten bestehen aus steifem Papier, sind in der Mitte gefaltet und auf der einen Außenseite ist der Zweikreuzerstempel und die Worte: An .... in ... aufgedruckt. Schlägt man die Postkarte auf, so findet man oben eine kurze Andeutung über die Verwendung derselben. Der übrige Raum ist zur Aufnahme der Mittheilung bestimmt. Zum Schreiben kann man sich sowohl der Tinte und Feder, als auch eines Stiftes bedienen.Natürlich muss ein solches Material gewählt werden, welches die Gewähr bietet, dass die Schriftzüge nicht so leicht verwischen. Die also beschriebene Postkarte wird weder gesiegelt, noch kouvertiert, sondern Außen mit der Adresse versehen, in den Schalter geworfen. Natürlich wird man sich der Postkarten nur solcher Mittheilungen bedienen , welche der Geheimhaltung nicht bedürfen.
Seit neuestem werden die Briefbeutel aus den Sammelkästen in der Stadt mit einem einspännigen Postwagen abgeholt, an dessen Rückseite sich ein kleiner Kasten befindet, in den auch noch während der Wagen auf seiner Tour begriffen ist, Briefsendungen eingeworfen werden können.
Der Amtsschimmel wiehert: Seit jüngster Zeit werden bei den Postämtern immer häufiger Korrespondenzkarten mit auf der Rückseite aufgeklebten photographischen Ansichten zur Aufgabe gebracht. Aus diesem Anlass gibt die hiesige Postdirektion bekannt, dass laut Erlass des k.k. Handelsministeriums vom 28. November 1885 die durch die Privatindustrie hergestellten, sowie die postamtlich aufgelegte Korrespondenzkarten aufgeklebte oder aufgepresste bildliche Darstellungen nicht enthalten dürfen und dass solche Korrespondenzkarten, sofern deren Aufgeber nicht bekannt sind und daher an denselben nicht zurückgestellt werden können, von der Postbeförderung bzw. von der Bestellung ausgeschlossen werden müssen
Über Ansichtspostkarten und Correspondenzkarten (Fa. Ottmar Zieher und Karl Otto Hayd in München (Mondscheinkarten, Platin- und Buntdruck); Kunsthandlung C. Stücker, München, (Tiroler Volkstrachten); Gebrüder Künzli in Zürich; Stengel und Comp. in Dresden (der Katalog dieser Firma weist über 12.000 Nummern auf und enthält die Bemerkung, dass sich nicht weniger als 5 Millionen Karten aus fast allen Ländern Europas auf Lager befinden); Philipp und Kramer in Wien (Künstlerpostkarten); Emil Terschak (Dolomiten). In Innsbruck sind in A. Edlingers Verlag schöne Ansichtskarten aus Nordtirol erschienen, welche nach sehr guten Zeichnungen des verstorbenen Tiroler Malers Wilhelm Humber angefertigt wurden. Ganz eigenartige Ansichtskarten wurden von Seite der Kunstanstalt C.A. Czichna und vom Landschaftsphotographen Fritz Gratl zur Ausgabe gebracht. Beim ersten handelt es sich um wirkliche Aquarellbilder, welche die hervorragendsten Sehenswürdigkeiten von Innsbruck, wie die Triumphpforte, Schloss Weiherburg, das goldene Dachl etc. zur Darstellung bringen und bei denen man sich nur wundern muss, wie es mögich ist, solche, wenn auch lediglich als Skizzen ausgeführte Handmalereien zum Prise einer Ansichtspostkarte herzustellen und zum Verkauf zu bringen. Da bei der Anfertigungsweise dieser Karten eine eigentliche Massenfabrikation naturgemäß ausgeschlossen erscheint, so dürften dieselben für Sammlerzwecke sich wohl umso größerer Beliebtheit zu erfreuen haben. Herr Gratl dagegen hat Originalvermerke anderer…
Die Mondscheinansichtskarten verspottet in seinem jüngsten Hefte der „Kunstwart“ wie folgt: „Ganz Deutschland reist neuerdings durch den Mondschein; ... die meisten sind blau, und auf allen, die blau sind, scheint der Mond, und zwar immer der Vollmond. Ein merkwürdiger allerdings, nämlich einer, der bald im Süden steht, bald im Westen, Osten oder Norden, ... also ein transportabler Vollmond
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