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Innsbrucker Nachrichten

Hinweis

Die nebenstehenden Texte können Sie im Original und vollständig in den Innsbrucker Nachrichten finden, die auf der Webseite ANNO abzurufen sind. Wie sie den Text am besten finden, habe ich auf meiner Startseite beschrieben.


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Schule und Kirche

Haspingerschule

In der 15. Sitzung des Landtages am 29. September fordern die Konservativen zum wiederholten Male die Wiedereinführung der confessionellen Schulen etc.
Im Gemeindeausschuss von Wilten wird die Frage diskutiert, ob die Anstellung einer weltlichen Lehrerin an der Knabenvolksschule ein Misstrauen für die geistlichen Lehrerinnen darstellen könnte (12 : 5 für die weltliche Lehrerin)
Die Barmherzigen Schwestern, welche bisher an der Mädchenvolksschule in Wilten tätig waren, haben auf ihre Stellen freiwillig resigniert und werden in Hinkunft die Lehrerinnenstellen an der neuen Mädchenschule in Hötting in Mariahilf versehen. In Wilten werden an ihre Stelle weltliche Lehrerinnen treten
Die religiösen Übungen der Schulkinder  … Mit Bezugnahme auf die von Ihnen bei der Schulleitung abgegebenen Erklärung betreffend die Nichtteilnahme Ihres Kindes an den religiösen Übungen der Schule werden sie aufgrund des Beschlusses des Stadtschulrates vom 14.11.1906 in Kenntnis gesetzt, dass Ihr Kind trotz dieser Erklärung nach wie vor zur Teilnahme an allen vorschriftsmäßig verkündeten religiösen Übungen verpflichtet ist. Den Stadtschulrat leiteten bei seiner Beschlussfassung folgende Erwägungen: Nach § 1 des Reichsvolksschulgesetzes besteht eine der Aufgaben der Volksschule in der sittlich religiösen Erziehung der Schulkinder. Konsequenterweise ist der Religionsunterricht unter die obligaten Lehrgengenstände der Volksschule aufgenommen etc.; s.a. 26. 11. Der Verein „Freie Schule“ empfiehlt seinen Mitgliedern, gegen diesen Beschluss den Rekurs zu ergreifen und ihre Kinder auch weiter nicht an den religiösen Übungen teilnehmen zu lassen. Für jene Eltern wird ein gemeinsamer Rekurs ausgearbeitet werden. Dieselben werden ersucht, zu diesem Zweck die Zuschriften des Stadtschulrates entweder beim Buchdruckereibesitzer Rudolf Zech, Heiliggeiststraße 4, oder bei Hermann Flöckinger, Maximilianstraße7, zweiter Stock links, abzugeben
Gestern fand im großen Stadtsaal die Gründungsversammlung der Ortsgruppe Innsbruck des Vereins „Freie Schule“ statt. Die Versammlung wies einen Massenbesuch auf. Der Saal und die Balkone waren von Frauen und Männern aller Stände dicht besetzt. Unter den Teilnehmern befanden sich unter anderen der Rektor unserer Hochschule Prof. Dr. Hruza, eine Anzahl Professoren der Hoch- und Mittelschulen, Bürgermeister Greil, Gemeinderäte, Studenten etc.
Die Schulmesse (historischer Rückblick)
Zum Lehrertag in Innsbruck ... Tirol muss sich in seinem Jubeljahr seiner Schul- und Lehrerverhältnisse schämen! Weil das im Jahre 1869 geschaffene Reichsvolksschulgesetz tolerant war und die Rechte aller druch das Staatsgrundgesetz gleichgestellten Konfessionen wahrte, wurde es von der regierenden Landespartei nicht nur nicht anerkannt, sondern es geschahen damals Dinge, welche zu erwähnen kein Vergnügen ist. Dem Volk wurde plausibel gemacht, dass die Neuschule die Religion gefährde. In Wirklichkeit aber konnte diese Anklage durch keine stichhaltigen Gründe bewiesen werden, im Gegenteil befiehlt der erste Paragraph des als gottlos bezeichneten Gesetzes die sittlich-religiöse Erziehung des Kindes und erst durch dieses Gesetz wurden die Religionslehrer zur Erteilung des Religionsunterrichtes und genauen Einhaltung der Religionsstunden, sowie auch die Lehrer zur Beaufsichtigung der Schüler bei den Religionsübungen erst recht verpflichtet; s.a. 09.07. und 10.07.