Volltextsuche

Innsbrucker Nachrichten

Hinweis

Die nebenstehenden Texte können Sie im Original und vollständig in den Innsbrucker Nachrichten finden, die auf der Webseite ANNO abzurufen sind. Wie sie den Text am besten finden, habe ich auf meiner Startseite beschrieben.


Zur Startseite
Zur Jahresübersicht von ANNO


Designed by:
SiteGround web hosting Joomla Templates
Die neue Schwimmschulde und Badeanstalt, deren Pläne bereits dem löblichen Stadtmagistrat vorgelegt worden sind, wird nebst einem ganz großen Schwimmbassin noch zwei solche von kleinerer Dimension und mehrere ganz seperate Badekabinette enthalten. Sie wird außerhalb der k.k. Schießstätte durch Benützung des stets klaren Gießenwassers errichtet werden; s.a. 17.07.1857 (noch immer im Planungsstadium)
Der Besitzer des Gießenbaches und der an dessen Ausmündung gelegenen Realitäten, Hr. Sattler, hat endlich die Baubewilligung zur Errichtung einer Schwimm- und Kaltbadeanstalt erhalten. Auf einer Fläche von 500 Quadratklaftern soll ein Schwimmbassin von 22 Klaftern Länge und 8 Klaftern Breite mit Gardarobe-Kabinetten entstehen, dann ein zweites, abgesondert für Herren (10 x 4 Klafter) und ein drittes für Damen, eben so groß, mit noch weiteren 30 Badekabinetten für einzelne Badende nebst einer seperaten Galerie für Zuseher.
Die Eröffnung der städtischen Schwimm- und Badeanstalt am Gießen wird am 15. ds. Mts. erfolgen, und deren Benützung am Montag, Mittwoch und Freitag jeder Woche von 2 bis 5 Uhr nachmittags ausschließlich für die k.k. Militärmannschaft, an den übrigen Tagen und Stunden jedoch von 11 Uhr vormittags bis 8 Uhr abends für das Publikum frei bleiben, was vom Stadtmagistrat Innsbruck hiemit öffentlich bekannt gemacht wird.
Der Bau der städtischen Schwimmschule am Gießen hat bereits begonnen
Die Schwimm- und Badeanstalt am Gießen: Nach mehrfachen Projektsänderungen soll der Schwimmbassin 26 Klafter lang und 12 Klafter breit werden, ein 12 Zoll dickes Pettonlage erhalten und in Zement aufgemauert werden. Weil die projektierten Kosten dadurch überschritten werden, soll das Wärmebassin erst später ausgeführt werden. Herr Daum befürchtet, dass eine Wassertemperatur von 13 Grad Reaumur (entspricht etwa 17 Grad Celsius) vom allgemeinen Publikum als zu kalt empfunden werden wird. Dem erwidert Herr Johann Kastner, Stationschef, dass das Wasser des Schwimmbassins durch die Leibeswärme der Schwimmer erwärmt werde und diese Wärme in sich behalte, da viel mehr als die Hälfte des Wassers ständig im Bassin bleibe, wofür am Gießen vermöge der ungünstigen Niveauverhältnisse ein Abfluss nicht bewirkt wreden könne. Er glaube vielmehr, dass das Wasser des Schwimmbassins einer lauwarmen grünlichen Pfütze gleichkommen werde, die nicht sonderlich besucht werden wird. Daraufhin erklärt der Bürgermeister, dass das Projekt in dieser Richtung seit Jahren von verschiedenen Sachverständigen geprüft und als entsprechend befunden wurde.
Der neuen Schwimmschule droht eine höchst bedenkliche Gefahr. Es wird nämlich gerade vor derselben eine Anstalt zum Waschen der Militär- und Spitalswäsche errichtet. Ob es dem Unternehmer dieser Waschanstalt nur um Errichtung der Waschanstalt oder um noch etwas Anderes zu thun ist, lassen wir dahingestellt sein. Jedenfalls möge der Magistrat auf der Hut sein, da es überhaupt viele Elemente in der Stadt gibt, welche unserem liberalen Magistrate und seinen Werken, worunter auch die Schwimmschule ist, nicht hold sind.
Die neue städtische Schwimmschule ist nun eröffnet. Dieselbe erfreut sich zahlreichen Besuches und befriedigt durch ihre treffliche Einrichtung im Allgemeinen sehr. Nur Vorrichtungen zur Douche- und Einzelbädern werden vermisst. Im Winter soll die Schwimmschule als Eisbahn Verwendung finden.
Der Stadt zur Zierde und Ruhme gereicht die neue Schwimmschule in der Höttingerau. Wir besitzen in ihr eine schöne große sehr elegante und praktsiche Schwimmschule, wie man sie in wenigen Städten 1. Ranges finden wird, mit einer musterhaften Einrichtung. Nur der Zugang zu ihr durch das heiße und staubige Mariahilf und die noch staubigere Höttingeraue bietet gewaltige Incommoditäten, die den Wunsch nach einer Überfuhr am Prügelbau oder einem Stellwagenverkehr von der Innbrücke zur Schwimmschule rechtfertigen. Wie man hört, soll jetzt zwischen den beiden Trampulinen eine Kanzel aufgestellt werden, um auch den Bedürfnissen der Springlustigen möglichst Rechnung zu tragen. Um denselben aber vollends gerecht zu werden, wäre zu dem sogenannten „freien Barieresprüngen“ eienm schönen und viel Vergnügen gewährenden Sprunge die Herstellung eines Holzbodens oder noch besser, eines breiten Podiums sehr angezeigt, da auf dem Zementpflaster es unmöglich ist, den erforderlichen Schwung zum Sprunge zu gewinnen.
Eröffung der städtischen Schwimmschule; Tarife: Eintritt 10 kr., Zelle (Kabine) 10 kr. Für das Sommer-Abonnement ohne Kabine mit Trocknen und Aufbewahren der Wäsche 2 fl. 50 kr. Für den Schwimmunterricht bis zum Freischwimmen im Familienkreise für den Ersten aus einer Familie 3 fl., jeden weiteren 2 fl. Möge uns der Himmel einen recht warmen Sommer schicken!
Die Hinterlassenschaft der Überschwemmung im städtischen Schwimmbad
« StartZurück12WeiterEnde »
Seite 1 von 2