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Innsbrucker Nachrichten

Hinweis

Die nebenstehenden Texte können Sie im Original und vollständig in den Innsbrucker Nachrichten finden, die auf der Webseite ANNO abzurufen sind. Wie sie den Text am besten finden, habe ich auf meiner Startseite beschrieben.


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Arsenikesser
Kürzlich starb in Maria Brettfall, am Eingang in das Zillerthal, der letzte Einsiedler Östereichs im Alter von von 96 Jahren. Derselbe hieß Sebastian Anzinger, widmete sich in seiner Jugend der Natur- und Sprachkunde, bereiste Europa, Amerika und Afrika, wurde in Trapezunt gefangen und musste als Sclave in Ismael Pascha´s Garten arbeiten. Nachdem er durch seine Kenntnisse in der Botanik und Astronomie die Achtung seines Herrn und später die Freiheit erlangt hatte, kehrte er in seine Heimat zurück, wo er ein Werk mit dem Titel: „Deutsche und afrikanische Sklaven“ herausgab. Im Jahre 1809 kämpfte er an der Seite Andreas Hofers gegen die Franzosen, wurde mit ihm gefangen und in Mantua zum Tode verurtheilt. Ein Fluchtversuch hatte trotz seines Misslingens wenigstens den Vortheil, dass er als Kriegsgefangener nach Frankreich gebracht wurde, wor er einen Lehrkurs über Botanik eröffnete und eine verwittwete Baronen Fleury heiratete. In Spanien, wo er 1825 übersiedelt war, verlor er seine Frau durch den Tod, und als seine einzige Tochter mit einem Edelmann entloh, kehrte er tiefgebeugt in seinen Geburtsort zurück, bezog die erwähnte, 1500 Fuß hoch im Gebirge gelegene Einsiedelei und wurde von den vielen Wallfahrern, welche das Gnadenbild „Brettfall Muttergottes“ besuchten, bis zu seinem Tode hinreichend unterstützt.…
Warnung: Josef Bruggmann hat seinen Sohn Jakob Bruggmann entlassen, haftet daher für nichts mehr!
Was wir in Nr. 250 unseres Blattes widerrufen haben ist nun leider eingetroffen. Herr Dr. Karl von Klebelsberg in Bruneck, ehemaliger Landtags-Abgeordneter ist am letzten Dienstag abends den 31. Oktober gestorben
Nach einer Beschwerde der Liberalen wird mit 19 zu 13 Stimmen beschlossen: „Der große Bürgerausschuss erkennt die vom Herrn Bürgermeister gemachte Anordnung eines Bitt- und Dankamtes um den Segen des Himmels auf das Wohl Sr. Majestät unseres gnädigsten Herrn Kaisers zu erflehen vollkommen als gerechtfertigt und spricht demselben für die richtige Auffassung der Gesinnung der Hauptstadt hiermit den Dank der Stadt aus.
Auf dem Haller Jahrmarkt machte ein ganz eigentümliches Fuhrwerk nicht gewöhnliches Aufsehen, es war nämlich an einem kleinen Einspännerwagen ein Hirsch gespannt, -- mit dem Besitzer, ein Oberländer Bauer, der das Tier gezähmt hat, lustig daher gefahren kam.  
In Hall hat sich ein „Hauptnichtentblößungs-Verein“ gegründet, dessen Ziel es ist, das nicht mehr zeitgemäße Abnehmung der Kopfbedeckung beim Grüßen abzuschaffen
Gegenwärtig zieht, wie uns mitgeteilt wird, eine zahlreiche Zigeunerband mit Bären in der Gegend herum ; am 10.07. taucht die Gruppe in Hall, am 24.07. in Innsbruck auf
Am 28, d. Mts. wurde zu Absam von 8 starken Trägern die Leiche einer sehr schweren Inwohnerin zu Grabe getragen. Bei den ersten Anstalten zum Hinunterlassen des über 200 Pfund schweren Sarges rutschte wegen der vom Regen aufgeweichten Erde einer der Träger selbst in die Grube, und die übrigen mussten Alles aufbieten, einem Unglück vorzubeugen, welches durch ein Weitersenken des Sarges hätte entstehen müssen
Kuriosität: Am Schutzengel-Sonntag paradierte zum „Umgang“ zu Kolsass zur größten Heiterkeit der Leute, der dortige Wirth und Ökonom Kajetan Kröll (Steidl) mit der kurz zuvor für ihn eingetroffenen kaiserlich französichen Medaille, die einen Werth von 500 Francs hat und demselben in Folge seiner beim französischen Kaiser zu Salzburg erbetenen Audienz verliehen wurde. Man glaube ja nicht, dass der komische Verehrer Napoleons von seinen Nachbarn um diese Auszeichnung beneidet wird. Die Kolsasser Bauern freuen sich an schönen Rüben, aber nicht im Entferntesten an französischen Ehrenmedaillen
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