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Innsbrucker Nachrichten

Hinweis

Die nebenstehenden Texte können Sie im Original und vollständig in den Innsbrucker Nachrichten finden, die auf der Webseite ANNO abzurufen sind. Wie sie den Text am besten finden, habe ich auf meiner Startseite beschrieben.


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Eine rabiatte Innsbuckerin vor Gericht: ... Hier gewahrt sie einen Polizeisoldaten auf der Zeugenbank, als sie wei eine Wahnwitzige auf ihn losstürzt: "Da is ja der Kerl mit dem hundsvermaledeiten G´sicht! Schaun´s dass i ihm net a ppa obi hau", fügt sie zu dem Richter gewendet zu, "denn meiner Six, wenn i den Hundskerl sich, da steigen mir die Grausbirn auf, da juckt´s mi in der rechten Hand und i möcht am allerliebsten d´reinhauen wie´s Donnerwetter."
Seiner der Zeit weit voraus: Ein Mädchen möchte sich abgetrennten Finger annähen lassen: „Vorgestern abends kam ein Mädchen, welches in einer der hiesigen Fabriken das Unglück hatte, einen Finger durch eine Maschine zu verlieren, mit einem Korb zum hiesigen Wundarzte Herrn Bergmeister. Auf sein Befragen, was ihr den fehle, zeigte sie ihm die Hand mit dem abgerissenen Finger, und öffnete ihren Korb, aus dem sie den Finger nahm, und bat, man möchte ihr denselben anheilen. Herr Bergmeister konnte natürlich diesem Wunsche nicht willfahren, und verband die Wunde.“ 10.11. – Söll: Mutter und Tochter wegen Kindesmord vor Gericht
Vorgestern abends wurden in einem Walde oberhalb Hall Johannis-Würmchen gesehen. Eine Rarität zu dieser Jahreszeit.
Ein Fass mit verdorbenen Orangen, welches in der Mauth lagerte, wurde vorgestern am Vormittag, da dieselben total faul und verdorben waren, in den Inn geworfen. Noch einige Zeit darnach roch man im englischen Garten den Duft von Orangen. Dass eine große Menge auf dem jenseitigen Griese bemüht war, dem dem Fluss diese Beute zu entreißen, kann man sich denken.
Einige junge Herren aus Innsbruck besuchten jüngst in Axams an einem Sonntag den Gottesdienst. Der hochwürdige Prediger muss sie erblickt und unbequem empfunden haben, denn er flocht in die Predigt den schönen Satz ein: Wenn schon Innsbrucker Spione da seien, so halte ihn das doch nicht ab, gegen das Schulgesetz zu predigen. Die jungen Innsbrucker Herren fanden es auf das hin gerathen sich zu entfernen, um nicht nach dem Gottesdienste von dem „katholischen Volk“ geprügelt zu werden. Die Worte des hochw. Predigers kamen ihnen ganz wie ein Fingerzeig hiezu vor.
In Innsbruck wird das Gerücht verbreitet, dass im Österreichischen Hof eine betagte englische Millionärin logiert, die unbedingt einen Tiroler heiraten will. „Man sollte es nicht glauben, aber es ist doch so, dass die männliche heiratslustige Menschheit aus der Umgebung in nicht geringer Anzahl diese Geschichte für bare Münze nahm, sich im Hinblicke auf die Entschädigung durch die angeblich sechs Millionen über den Widerwillen gegen den „Todtenkopf“ muthig hinwegsetzte und beim Österreichischen Hof Nachfrage hielt, ob die vakante Stelle nicht etwa schon besetzt sei. Unter den 50 bis 60 Brautwerbern solle insbesondere Hall ein bedeutendes Kontingent aus der Civilbevölkerung stellen.“
Zur nachträglichen Richtigstellung unserer letzthin gebrachten Notiz über die Beerdigung eines Engländers zunächst der Mühlauer Kirchfriedhofsmauer und dessen nachträgliche Ausgrabung und abermaliger Beerdigung unter Stauden, erfahren wir, dass der Verstorbene – ein Russe und kein Engländer – auf Wunsch seines Bruders zuerst an der Friedhofsmauer und sodann ebenfalls auf dessen Wunsch nächtlicher Weile seitwärts auf einen Platz unter Stauden beerdigt worden ist, der ihm wegen seiner Lage besonders zugesagt hat
Einen großen Volksauflauf verursachte gestern folgender Vorfall: Im hiesigen alten städtischen Friedhofe befindet sich in der Grabkapelle des adeligen Damenstiftes ein Muttergottesbild, das von Andächtigen sehr verehrt wird, wie die Menge der daran hängenden wächsernen Votivgegenstände bezeugte. Diese letzteren wurden, da der Friedhof nun aufgelassen wird und das Bild für die Kirche von St. Nikolaus bestimmt worden war, bereits vorgestern entfernt und in der St. Jakobs-Pfarrkirche an geeigneter Stelle angebracht. Bei diesem Anlasse glaubte ein Weib, deren Beschäftigung es ist die Lampen vor den Heiligen Bildern im Friedhofe mit Öl zu versorgen, zu bemerken, dass die Muttergottes auf oberwähntem Bilde Thränen vergieße, natürlich weil sie ihren alten Platz verlassen muss, andere aber sagten, weil sie nicht nach St. Nikolaus wolle. Dieses Gerücht verbreitete sich rasch und gestern strömte eine Menge Leute aus allen Ständen zum Friedhof, um dieses Mirakel zu sehen, und der Zulauf war so groß, dass es der Magistrat für gut fand, den Friedhof schließen zu lassen und eine Kommission, bestehend aus dem Herrn Vicebürgermeister, einem Priester, Sachverständigen und Gemeinderäthen, abordnete, um die Thatsache zu untersuchen. Da stellte sich nun heraus, dass die vermeintlichen Thränen nichts anderes waren als Firniss, welcher sich aufgelöst und über das Bild herunter…
Der Ortsvorsteher von Wörgl will den Entdecker einer Wasserleiche mit Branntwein dazu überreden, diese wieder in den Inn zurückzubeförder, weil man in solchen Fällen nur Scherereien habe.
In Imst hat sich am Kirchsonntag ein Gärbergeselle so viehisch angefressen, dass er erstickte. Bei der gerichtlichen Sektion zeigten sich im Magen des Erstickten so große Fleischstücke, dass es zum Staunen war, wie selbe nur überhaupt hinuntergebracht werden konnten
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