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Innsbrucker Nachrichten

Hinweis

Die nebenstehenden Texte können Sie im Original und vollständig in den Innsbrucker Nachrichten finden, die auf der Webseite ANNO abzurufen sind. Wie sie den Text am besten finden, habe ich auf meiner Startseite beschrieben.


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Eine seltsame Votivtafel im Wallfahrtskirchlein auf dem Thierberg bei Kufstein : „Die Taufe der 365 Kinder, welche um das Jahr Christi 1276 am heiligen Charfreitag um 9 Uhr Vormittag von des Herrn Grafen Florenty Tochter Margaretha an den Enden in Holland geboren wurden“; unter dem Gemälde findet sich zur Erklärung folgende Inschrift: ...
Der Hennenbratzl, seines Zeichens ein Stiefelputzer und stadtbekanntes Unikum, hat Freitag seinen Tod gefunden. Am Tag vorher hatte er sein Geschäft samt Putzkasten an einen Freund verhandelt und der Abschluss des Geschäftes wurde mit einem beiderseitigen Rausch gefeiert. Unter der Einwirkung desselben erklärte Hennenbratzl nun eine Reise anzutreten und machte sich, reisemäßig ausgerüstet und von seinem Geschäftsnachfolger begleitet, gegen Süden, resp. gegen Wilten auf. Es sollte seine letzte Reise sein; denn beide kamen nciht weiter, als bis zu den Mühlen beim Sillkanal, wo sie vom Weg ab in die Sill gerieten. Der Geschäftsnachfolger ernüchterte im Wasser bald soweit, dass in ihm die Erinnerung an seinen Freund aufdämmerte und ihn zu retten versuchte. Rasch packte er einen Gegenstand und zog ihn mit Mühe an´s Land, doch o weh, statt seines Freundes hatte er nur den Reisebündel desselben erfasst und Hennenbratzl war ertrunken.
Eine gestörte Trauung in Patsch: „Am vergangenen Samstag sollte in Patsch eine Trauung stattfinden, welche aber noch als die Brautleute schon vor dem Altar standen, auf unangenehme Art verhindert wurde, da eine Weibsperson erschien und den Bräutigam für sich reklamierte, respektive als den Vater ihrer zwei Kinder deklarierte. Die Ehezerstörerin hatte ihre Einsprüche vorher beim Pfarrer allein anbringen wollen, diesen aber nicht zu Hause getroffen, daher sie nun zum obigem energischen Einschreiten sich veranlasst sah, wodurch die Trauung natürlich suspendiert wurde.
Eine grauenhafte Geschichte erzählte man sich hier aus Axams: Dort bemerkten dieser Tage mehrere Weiber, welche beisammenstanden, einen Hund mit einem sonderbarem Stück Fleisch in der Schnauze vorbeilaufen. Das Fleisch fiel ihnen auf, und sie fanden, dass dieses Stück Fleisch ein neugeborenes todtes Kind war. Da der Leib ganz abgespült war, so dürfte der Hund dies Kind in einem Bache gefunden haben; s.a. 08.06.
Bub oder Mädchen? Das Kind erhält den Namen Klement Thomas. Wer aber beschreibt das Erstaunen der Eltern, als der junge Weltbürger am anderen Morgen ein Mädchen war. Der Pfarrer mußte deshalb nachträglich im Taufbuch den Namen in Thomasine Klementine umwandeln. Zugetragen hat sich der Fall in Fulpmes.
Der Walfisch, dessen Eintreffen die an den Straßenecken der Stadt seit ein paar Tagen angeschlagenen Plakate verkündeten, hat gestern mittags auf einem kolossalen, mit 6 Pferden bespannten Wagen hier Einzug gehalten und ist nun in der Bude vor der Fleischbank zur Schau ausgestellt
Herr Meyer interpellerierte bei bei der Bürgerausschusssitzung den Herrn Bürgermeister, welche Schritte er aus Anlass des Vorganges beim Ganahl´schen Leichenbegängnisse, bei welchem die Kinder der Schule zu Dreiheiligen trotz Aufforderung des Herrn Bürgermeisters die Köpfe in Anbetracht des weiten Weges und der niedrigen Temperaturen bedeckt zu halten, in Folge Gegenbefehls seiner Anordnung nicht Folge geleistet hätten, gethan habe, um die städtische Autorität aufrecht zu halten. Herr Bürgermeister beantwortete diese Anfrage dahin, dass er dem Leiter der dortigen Schule eine strenge Rüge ertheilt habe und der Magistrat die Verordnung erlassen habe, dass sich in Zukunft die Schuljugend bei ähnlichen Anlassen nicht mehr ohne vorher eingeholte magistratliche Erlaubnis betheiligen dürfe, und diese Erlaubnis nur unter der Bedingung ertheilt werde, dass sie bei Kälte und großer Hitze die Köpfe bedeckt zu halten haben.
In dem Nachlasse des jüngst hier verstorbenen Privatiers Kiebach befand sich, wie das Tagblatt meldet, ein großer Trinkbecher (Kelch) aus der Hand des berühmten Florentiner Meisters Benvenuto Allinis (?), welchen Kiebach in einer Versteigerung um einen geringen Preis erworben und für den er später große Summen, die ihm von Kunstkennern geboten wurden, abgeschlagen hatte. In seinem Testamente wendete Herr Kiebach den Kelch dem hiesigen Servitenkloster zu.
Ein merkwürdiges Paar erregte letzten Sonntag Nachmittag am Rennplatz großes Spektakel. Ein Mann trug ein Weib, das etwas zu stark geistigen Getränken zugesprochen haben mochte, wie einen Sack über die Schulter geworfen, sodass der Kopf vorne und die nackten Beine hinten hinunterhingen. So transportierte er seine Last, begleitet von der Gassenjugend und Neugierigen in den Hofgarten, wo er sie ablegte und wahrscheinlich das Ende des Rausches des Weibes erwarten wollte. Diese erwachte jedoch nicht mehr, sondern war wahrscheinlich in Folge eines während des unfreiwilligen Transportes eingetretenen Schlaganfall gestorben.
Beim Kellerbau des Zandl´schen Wirthshauses in St. Nikolaus wird ein Skelett gefunden. Sofort verbreitet sich das Gerücht von der Auffindung eines Kindergerippes im genannten Wirthshaus und man wollte sich erinnern, dass vor Jahren einmal ein Knabe aus einer dort wohnenden Familie plötzlich verschwunden und die Mutter nur gesagt habe, er sei in´s Wasser gefallen. Die Entdeckung wurde daher der Polizei angezeigt und diese schritt zur Untersuchung. Das Skelett war wirklich da, doch war es nur das eines Schafes.
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