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Innsbrucker Nachrichten

Hinweis

Die nebenstehenden Texte können Sie im Original und vollständig in den Innsbrucker Nachrichten finden, die auf der Webseite ANNO abzurufen sind. Wie sie den Text am besten finden, habe ich auf meiner Startseite beschrieben.


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Ein Akt haarsträubender Roheit wird Gegenstand einer der kommenden ersten Schwurgerichtssaison dahier bilden: Man erzählt sich folgendes: „In einem Wirthshause des bekannten Angerberges im Unterinnthal saßen vor längerer Zeit etwas angeheitert mehrere Bauern beisammen. Zu ihnen gesellte sich bald ein Bauer aus der dortigen Nachbarschaft, dessen Familie im Segen der Ehe Jahr für Jahr mit Regelmäßigkeit zunahm, welche dieser Gesellschaft Stoff bot für Anzüglichkeiten gegen besagten Familienvater, die aber als Scherz hingenommen, allseitig die Heiterkeit nur steigerten, sodass der besagte Mann in den betrunkenen Lärm hineingezogen, im Verlaufe des Abends berauscht ward. Unter den Einfluss der früheren Scherzreden entstand nun in ihren trunkenen Köpfen aus reinem Muthwillen der Entschluss, an dem Berauschten, wie Manche behaupten mit seiner Zustimmung (!) einen Akt der Verstümmelung zu vollziehen, welchen einst der racheschnaubende Oheim Heloisens den Abaelard zugebracht hatte. Dem Beschlusse folgte auf der Stelle die Aussführung. Der arme Misshandelte wankte nach Hause, legte sich nieder und war des nächstens Tages an seiner Wunde gestorben.
Gestern abends nach 8 Uhr machte in der Universitätsstraße die Arretierung eines betrunkenen Mohren, der seinerzeit Bedienter des Grafen Goluchowski war, einiges Aufsehen. Derselbe war total betrunken und gebährdete sich so unbändig, dass er sich die Kleider vom Leib riss. Er wurde schließlich auf einen Karren gepackt und ins Spital geliefert.
Bettelei mit einem zuckenden Christuskopf:: Am Marktgraben versammelte gestern ein altes Männchen den ganzen Tag hindurch eine Menge Neugieriger um sich. Der Alte hatte ein Kästchen vor sich stehen, in welchem man ein etwa zwei Schuh hohes Crucifix sah, dessen Haupt sich fortwährend wie in rheumatischen Zuckungen bewegte. Das Männchen hatte seine Rechte über dem Kästlein unter einem grauen Tuch verborgen, während sich die linke Hand mit vielem Erfoge um Almosen ausstreckte. Alte Weiblein, größtentheils ergesessene „Damen vom Stande“ schauten ergriffenen Herzens das sonderbare Christusbild an und murmelten andächtige Gebete. Eine Schar Kinder hingegen fasst die Sache von der heiteren Seite auf und lachte herzlich zu den schauerlichen Grimassen des hölzernen Kopfes. Wir wollen dem armen Manne sein Geschäft nicht schmälern, nur müssen wir bemerken, dass alles eher zu einer solchen unwürdigen Gaukelei passen würde, als das Kreuzbild des Erlösers
Francois Rappo, einst der stärkste Athlet der Welt, ist im Krankenhause zu Hamburg gestorben. Derselbe hieß eigentlich Rapp und war ein geborener Völser.
Am Geyer-Schrofen auf dem Höttinger Berge lebt unter einer Gufel eingenistet seit Jahr und Tag, Winter und Sommer ein menschenscheuer Sonderling, Wölfele Seppl genannt. Derselbe kam regelmäßig, auch im tiefsten Winter Sonntags zur Kirche herab und im Advent sogar regelmäßig früh morgens zu den Rorate-Ämtern. Vorgestern war es nun der zweite Sonntag, dass Wölfele Seppl nicht mehr in der Kirche zu sehen war, und die Besorgnis wurde wachgerufen, dass ihm vielleicht Leides zugestoßen sei, oder dass er ohne Lebensmittel, dem Verhungern nahe, in seiner Felsklause hilflos liege, abgeschlossen von der übrigen Welt durch die kolossalen Schneemassen, die in der vorigen Woche gefallen sind.
Die Rettung des Einsiedlers siehe 25.11.
Im Bauernhof „in der Wiese“ am Volderberg ist ein ausgestopfte Kalb mit zwei vollkommen entwickelten Köpfen zu sehen. Die Monstrosität ist käuflich zu erwerben.
Den Damen und Herren des Handesstandes wird von einem Kalligraphen Schönschreibunterricht erteilt (Defizite feststellbar)
Der Sternwirt Unterberger und der Drechsler Schrettl, zwei Spassvögel aus Schwaz
Die neue Volksküche geht ihrer Vollendung entgegen. Dieselbe ist im ersten Stockwerk des ehemaligen Hofwaschhauses untergebracht, während im Erdgeschoß zwei Wohnungen sich befinden. Uns interessiert daher nur der erste Stock. Derselbe besteht nebst einigen kleineren Nebengemächern aus einem geräumigen, 33 Schritt langen Saale, der als Speiseraum und Küche dient. Der Herd, welcher sich am westlichen Ende befindet, dürfte manche Hausfrau interessieren. Er besteht hauptsächlich aus drei Theilen [] (s. a. den Beitrag „Skandalfresken“ in der Volksküche vom 04.03. und den „Frauenkampf“ vom 16.02. „Die Bartinger´schen Fresken in der Volksküche, so harmlos sie auch sind, haben doch einen strengen Cato gefunden, der dem Witze aufgesessen ist, und nun seine sittliche Entrüstung in der „N. Fr. Pr.“ Ablagert. Bekanntlich wurden diese Wandmalereien auf den noch nicht geweißten Mauern angebracht, um dem Probeschmause, der heute vor 8 Tagen gehalten worden ist, ein heiteres Relief zu geben, wenn das Lokal ausgeweißelt werden wird, so werden auch diese Zeichnungen verschwinden. Dieselben stellen am Eingange zwei originelle Innsbrucker Schnapsbrüder, den „Kalkdolm“ und „Geist Puh“, die Trauer um den Tod eines Affens, welcher die Besucher der städtischen Schwimmschule aus einem ebenerdigen Fenster an der Straße stets so unvergesslich lieblich angegrinst hat; wie Herr v. Feldmüller im Paradiese „Forellern“speist, das…
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