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Innsbrucker Nachrichten

Hinweis

Die nebenstehenden Texte können Sie im Original und vollständig in den Innsbrucker Nachrichten finden, die auf der Webseite ANNO abzurufen sind. Wie sie den Text am besten finden, habe ich auf meiner Startseite beschrieben.


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Skandal bei der Fronleichnamsprozession in Hall: Ein Bauer aus Ampass, der vielleicht den Beginn des Umzuges nicht beobachtet haben mochte, stand dort bedeckten Hauptes und betrachtete sich die in Parade aufgestellten Kaiserjäger. Der als Festredner im Chorrock fungierende hochw. Herr Spiel, Spitalskaplan daselbst, forderte ihn auf, das Haupt zu entblößen, und als er nicht Folge leistete, vielleicht war er in den Anblick der Kaiserjäger so versunken, dass er die Aufforderung überhörte, schlug er ihn den Hut vom Kopfe, worauf der Beleidigte dem Kaplan drei Ohrfeigen versetzte, dass das Blut aus der Nase über den Chorrock rann und sich Herr Spiel in die Sacristei zurückziehen musste. Aber auch der Bauer verschwand sofort vom Schauplatze, ehe man ihn arretieren konnte
(Der Mädchenfänger) Ein unheimlicher Kinderfreund verunsichert Innsbruck.
Die Geschichten des „Schwindelmeier“ (Ein Hochstapler legt sich mit dem Bezirksrichter und der Gendarmerie Kössen an): „Das Bezirksgericht von Kitzbichl ist überhaupt das partheiischte, schlechteste und schmafumäßigste, das ich getroffen habe, soweit ich gekommen bin, und die Gendarmen in Kössen sind schlechter als die Karner.“) 2 Monate Arrest.
Ein gewisser Hell, dessen Magen von entsetzlicher Verdauungsfähigkeit sein muss und dessen Leistungen als berüchtigter Wurstvertilger die Innsbrucker wiederholt zu hören bekamen, produzierte sich gestern in folge einer abgemachten Wette in der städtischen Siedlkücke neuerdings „hetzhalber“, wie er sich selbst ausdrückte. Der Gegenstand der Wette war eine klafterlange Wurst von dem Umfange eines halben Fußes im Durchmesser. In einem Zeitraum von zwei Stunden sollte dieser Fleischwurm vertilgt sein. Die Spender der Wurst waren drei Metzger. Die Wette galt die Wurst und 2 Gulden für den Unternehmer. Leider kam der Esslustige bei der langen Wurst doch zu kurz; denn etliche Leute von St. Nikolaus glaubten, hier wäre Gütertheilung am richtigen Platz und griffen herzhaft zu, was den Helden des Tages in nicht geringe Entrüstung versetzte, da er dadurch nicht nur um einen bedeutenden Theil der großen Wurst kam, sondern zudem noch den Anspruch auf die zwei Gulden verlor.
Nach der Hinrichtung des Muttermörders Kreuzer verbreitete sich von Hall aus folgender Witz: „Welches ist die ärmste Gemeinde Tirols?“ Die Antwort lautete dazu: „Oberhofen, denn es hat keinen Kreuzer mehr!“
Gestern in der Morgenfrühe wurde vor dem Eingangsgitter des städtischen Friedhofes dahier ein kleiner Sarg aufgefunden, in welcher eine Kindesleiche lag. Der Wächter machte, da er auf ein Verbrechen schließen musste, davon Anzeige. Die Sache klärte sich dann glücklicherweise dahin, dass es die Leiche eines totgebornen Kindes war, welche, um alles Aufsehen zu vermeiden, am Morgen schon so frühzeitig zum Friedhofe gebracht und dort, weil der Eingang noch verschlossen war, einfach niedergelegt worden war
Revanche eines Malers
(Die Heirat eines Zulu mit einer Tirolerin in Aussicht.) Prag hätte bald die Ehre gehabt, in seiner Mitte die Hochzeit des Zulu-Kaffers Charles Lewis, welcher die Gesellschaft, die sich im Theater produziert, angehört, mit einer Tirolerin, die in Wien als Kellnerin bedienstet war und ihm von da nach Prag nachgereist ist, feiern zu sehen. Am Dienstag erschienen nämlich Beide beim Herrn Bürgermeister Skramlik mit der Anzeige, dass sie eine Civilehe eingehen wollen. Charles Lewis, der in Port Natal geboren und daselbst in der Kirche der französischen Missionare getauft ist, wies sein Tauf- und Geburtszeugnis vor, während die in ihn verliebte angebliche Tirolerin sich weder über ihren Geburtsort, noch über ihr Alter ausweisen kann. Der letzte Umstand veranlasste den Magistrat, diese Ehe nicht zu gestatten. Eine Beschwerde bei der Statthalterei wurde abgewiesen. Die Tirolerin gibt noch immer die Hoffnung nicht auf, eine Kaffer-Frau zu werden, denn sie reist Sonntag mit den Zulus nach München und wird bei den dortigen Behörden ihr Glück weiter versuchen.
In Kirchberg schlachtete der Rainerwirt Andrä Sillober am 16. d.M. ein Schwein, das ein Gewicht von 6 Zentnern und 50 Pfund hatte. In unserer Gegend werden wohl wenige solche Schlachttiere gefunden.
Ein blutrünstiges Schaf. Auf einem Dorfe des Mittelgebirges hat es sich jüngst ereignet, dass einem vierjährigen Kinde von einem Schafe die Hand beinahe abgebissen worden wäre. In einem Anger beim Hause weidete nämlich ein Schaf mit seinem vor kurzem gebornen Lamme. Das Kind des Bauern spielte mit dem Lamme und nahm dasselbe mit den Händchen auf. Als man im Hause das Kind entsetzlich schreien hörte, sprang die Mutter hinauzs. Da fand sie das Kind unter dem Schafe liegend, und sah noch, wie dieses an einem mit Blut überronnenen Händchen schleckte und nagte. Die Finger dieses Händchens waren durch Bisswunden schwer verletzt und auch an dem anderen waren zwei Fingerchen angenagt. Als man das Kind wegbrachte, leckte das Schaf noch mit großer Begierde die zahlreichen Blutflecken auf dem Boden auf
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