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Innsbrucker Nachrichten

Hinweis

Die nebenstehenden Texte können Sie im Original und vollständig in den Innsbrucker Nachrichten finden, die auf der Webseite ANNO abzurufen sind. Wie sie den Text am besten finden, habe ich auf meiner Startseite beschrieben.


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Kuriosum: „In Axams sollte, so wird uns mitgeteilt, vor wenigen Tagen behufs Vornahme der Gemeindewahl zur Urne geschritten werden. Von mehr als 130 Wählern waren bloß zwei herbeigewimmelt. Diese und der Herr k.k. Commissär als zuwartender Dritter im Bunde blieben zwei volle Stunden hindurch unbehelligt. Man geriet auf den Einfall, die Kirchturmglocken in Bewegung zu setzen, um die biederen Axamer aus ihrer Lethargie emporzuschrecken. Aber siehe da! Trotz des Sturmgeläutes blieb es bei den zwei Wählern.“
(Das Telephon als Quellenfinder.) Graf Hugo Enzenberg – so lesen wir im „Vaterland“ – ein Sohn des berühmten gleichnamigen Kunstfreundes, dessen kostbare Sammlung von Kupferstichen vor zwei Jahren in Wien zur Versteigerung gelangt ist, hat eine originelle Anwendung des Telephons, richtiger des Mikrophons, ersonnen. Die Umgebung seines Schlosses Tratzberg bei Schwaz in Tirol ist so wasserarm, obgleich man nach Information der Hügelketten und dem Holzreichthume dort Wasser vermuthen sollte. Graf Enzenberg hat nun, um die verborgenen Wasserläufe auszuspüren, an mehreren Abhängen Mikorphone in den Boden gesenkt und dieselben einzeln mit einem isolierten Telephon und einer kleinen Batterie verbunden; zur Nachtzeit, wo die Vibration des Bodens geringer ist, belauscht der Graf das Rieseln der Wässer und es ist ihm auch gelungen, mehrere dünne Wasseradern zu entdecken, welche er verbinden und praktisch verwerten kann; s.a. das Dementi am 27.07..
(Kirchliche Verhältnisse in Innsbruck.) Gestern vormittags wurde die Leiche des Obersten der Landesschützen zu Pferd, Freiherrn v. Tinti, vom Trauerhause in der Rudolfstraße aus auf dem Militärfriedhofe mit den gebührenden militärischen Ehren zu Grabe geführt. Bei diesem Trauerzuge kam so recht der halb militärische, halb bürgerliche Charakter unseres Landwehrwesens zum Ausdrucke. Vom Trauerhause ab versah die kirchlichen Functionen der Clerus der Pfarre Wilten und an der Grenze der stadtpfarrlichen Jurisdiction trat der Militärseelsorger in Function. Den Leichenwagen begleitete neben dem Cortege der bürgerlichen Leichenbestattungs-Anstalt eine Mannschaft der berittenen Landesschützen zu Fuß mit umgehängten Gewehren. Bei dieser Gelegenheit hörte man vielseitig den gewiss berechtigten Wunsch aussprechen, dass das seelsorgische Verhältnis in dem von der Stadt neuerworbenen Wiltener Gebiete zwischen den beiden betreffenden Pfarren endlich einmal in der Weise geregelt werde, dass dasselbe von der Pfarre Wilten losgelöst und der Stadtpfarre einverleibt werde. Gerade bei Begräbnissen ist dieser Missstand unangenehm fühlbar; abgesehen von den größeren Kosten, welche denjenigen Familien erwachsen, deren Angehörige nicht auf dem Wiltener, sondern auf dem städtischen Friedhof beerdigt werden sollen, hat die Übergabe der Leiche von einer Pfarre an die andere, da dieselbe mit neuen Gebühren verbunden ist und vom Volke kurzweg „abkaufen“ genannt wird, etwas beinahe Entwürdigendes…
(Ein Taucher in der Museumstraße.) Heinrich Fester, „Tauchproducteur und Unternehmer aller Hebe- und Taucher-Arbeiten“ kündet seine Vorstellungen als Taucher – in der Museumstraße an. So paradox es erscheint, es ist dem so. Auf dem freien Platze neben dem „grünen Baum“ errichtet er sein Zelt, und versenkt einen riesigen Bottich in der Erde, der 100 Hektoliter Wasser halten mag, und produciert sich in demselben mit allerhand Taucherarbeiten und Tauchapparaten
(Zur indischen Millionen-Erbschaft.) Man sollte glauben, dass es keine so thörichten Leute geben kann, die ungeachtet der bittersten Erfahrungen und empfindlichen Geldverlusten doch noch immer an das Märchen der indischen Millionenerbschaft glauben und für die Behebung derselben bereit sind, neue Geldopfer zu bringen. Seit 25 Jahren, seitdem der „Bote“ am 24. Jänner 1857 eine an die hiesige Großhandlung Habtmann von einem indischen Banquierhause betreffs der angeblich 11 Millionen Thaler betragende Erbschaft des Generals Somron ergangene Anfrage veröffentlichte, treibt dieser Spuk sein Unwesen in Tirol.und findet zahlreiche Gläubige, ungeachtet derselbe ein 25-jähriges Jubiläum der traurigsten Art in der Verurtheilung eines seiner Hauptagenten, des Baron Pawell-Ramming, feierte.
(Ein beliebter Halbirrer gestorben.) In der Nummer 24 vom 30. Jänner enthielt das Verzeichnis der Verstorbenen in Innsbruck auch die Meldung, dass am 29. Jänner Georg Knie, Pfründner, ledig, 77 Jahre alt, an Gehirnlähmung im Hause Nr. 41 (Kapferer´sches Männerversorgungshaus) am Innrain gestorben sei. Aus dem Leben des Schorschl, der „Hausmeister“, bringen die „Neuen Tiroler Stimmen“ folgende Skizze: Georg Knie, der von Jung und Alt sogenannte „Hausmeister“, wird zwar nicht zu den am Jahresschlusse aufzuführenden „großen Todten“ gehören, war aber immerhin seit einem halben Säculum eine bekannte und wohlgelittene Persönlichkeit in Innsbruck und die Freude der großen und kleinen Kinder, wenn er, einstens im Spitalgarten oder letzthin auf der Gartenmauer des Versorgungshauses, im Sturm und Regen wie im heißen Sonnenschein sitzend, mit seinen Stäbchen spielte und sich selbst den Takt sang, war keine geringe. Willig schenkte man dem guten Halbirren Aufmerksamkeit und sprach mit ihm, denn in seinem Ideenkreise fand man sich im ersten Begegnen leicht zurecht. Schorschl war ebenfalls aufmerksam, grüßte freundlich, wusste schöne Wörtchen, kannte alle Kinder, wenn auch nur unter dem Namen „Pepi“ oder „Annele“, zeigte allen seinen neuesten „rechten“ Pass, und wusste schließlich ganz trauchlich ein neues „Passl“ zu erbitten, zu dem ihm Groß und Klein…
(Leichenberaubung.) In einer Gmeinde des Unterinnthales starb im vorigen Herbste ein wohlhabender Handelsmann. Dessen Witwe ließ die Leiche in aller Pietät in schöne neue Wäsche und in Kleider von sehr gutem Stoffe hüllen. So sollte sie ins Grab gelegt werden. Als aber der Sarg in die Grube gesenkt wurde, streifte er an einer Seite an und der Deckel öffnete sich. Da lag die Leiche in blendend weißer Wäsche, jedoch ohne Rock und Weste. Von den wenigen die das sehen mochten, fiel es niemanden auf; nur das Söhnlein des Verstorbenen behielt das Bild, wie er seinen Vater im Sarge liegen sah, tief eingeprägt und erzählte eines Tages seiner Mutter davon. Der Frau ward es sofort klar, dass der Todte, während er vom Rechbrette in den Sarg gelegt worden ist, seines Rockes und Gilets beraubt worden sein müsste. Die dabei beschäftigte gewesene Person wurden zur Rede gestellt; sie gestand die That und stellte sie die dem Todten abgenommenen Kleider wieder zurück.
Beim Löwenhaus wurde auf der großen rechtsseitigen Sandbank ein großes Einweckglas mit einer noch nicht voll ausgebildeten Kindesleiche angeschwemmt.
Verfrühte Totenfeier in Hippach: In der vorletzten Woche sit eine 46 Jahre alte Person von Hippach plötzlich verschwunden. Man vermuthete allgemein, sie habe in ihrem Schwermuth ihrem Leben ein Ende gemacht. Es wurden daher auch in der Curatiekirche in Hippach schon die Seelengottesdienste und, was in der dortigen Gegend niemals fehlen darf, gelich darauf eine solenn Todtenzehrung abgehalten. Seither will aber die launige Fam nun behaupten, die vermisste Person befinde sich wohlerhalten bei einem Bauern unterhalb von Zell
Ein rothaariger Mann in Frauenkleidern erregt die Aufmerksamkeit der Innsbrucker Polizeibehörde
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