Volltextsuche

Innsbrucker Nachrichten

Hinweis

Die nebenstehenden Texte können Sie im Original und vollständig in den Innsbrucker Nachrichten finden, die auf der Webseite ANNO abzurufen sind. Wie sie den Text am besten finden, habe ich auf meiner Startseite beschrieben.


Zur Startseite
Zur Jahresübersicht von ANNO


Designed by:
SiteGround web hosting Joomla Templates
25.10. und ff. – Eröffnung der medizinischen Fakultät an der Universität Innsbruck (mit einem historischen Rückblick)
Samstag den 14. fand an der neu errichteten medizinischen Fakultät die erste Promotion statt; es wurde nämlich der Magister der Pharmacie Herr Karl Sennhofer zum Doktor der pharmaciae promoviert.
Grillparzer wird anlässlich seines 80-igsten Geburtstages von der hiesigen Universität zum Dr. hc. der Philosophie ernannt
(Gesuch um Leichname): „Das Salzburger Volksblatt berichtet., dass sich die medizinische Fakultät der Universität Innsbruck an das Unterrichtsministerium mit der Bitte wandte, dass ihr, da wegen Mangel an Cadavern der medizinische Unterricht leiden müsse, von Salzburg aus Leichname zugeschickt werden mögen.“.
30 Landtagsabgeordnete überbrachten eine Interpellation an den Vertreter der hohen Regierung, worin sie die Verfügung der Letztern in Betreff der heurigen Wahl des Rector magnificus mit Umgehung der theologischen Facultät als einen ungesetzlichen Akt der Regierung, als eine unberechtigte und beleidigende Verletzung der religiösen Gefühle des Landes und als ein Eingriff in die Rechte des Landtages bezeichnen, dem durch den neu gewählten Rektor Herrn Prof. Ullmann ein Mitglied aufgedrungen werden soll, das die passive Wahlberechtigung für das laufende Jahr nicht besitzt. Sie verlangen Widergutmachung.
Die Professorienkollegien der 3 weltlichen Fakultäten fordern die Enfernung der Jesuiten von der theologischen Fakultät.
Endlich ist die Jesuitenfrage an hiesiger Universität, die so viel Staub aufgewirbelt hat, erledigt. Durch soeben erfolgte kaiserliche Entschließung wird dem bestehenden Gesetze Rechnung getragen, das Privileg der Jesuiten, die theologische Fakultät mit Lehrern zu besetzen, hört auf, die theologischen Professuren sind jedem geeigneten Professor der Theologie zugänglich. Die Professoren werden wie alle übrigen von der Regierung ernannt. Die gegenwärtig die Lehrstühle innehabenden Jesuiten werden mit Staatsbesoldungen von jährlich 1.050 fl. als ordentliche oder außerordentliche öffentliche Professoren angestellt. Fügen sich die Jesuiten – und es ist daran kaum zu zweifeln – so werden sie noch eine zeitlang im Besitze der Universität bleiben, doch ist letztere nicht mehr ihr ausschließliches Dominium.
Die Jesuitenfrage an der Universität ist nun definitiv gelöst, indem die Mitglieder der hiesigen theologischen Fakultät zu ordentlichen Professoren ernannt wurden; (s.a. 28.11.)
Prof. Dr. Karl Rokitansky, der gefeierte Heros der pathologischen Antatomie feierte, wie bereits gemeldet, am 19. d. Mts. sein 70. Geburtstagsfest. Als Vertreter der Innsbrucker Universität begaben sich die Herren Professoren Rektor Dr. Ullmann, Reg. Rath Dr. Dantscher, Dr. Mauthner und Dr. Schrott nach Wien. Dr. Ullmann dankte für Rokitansky´s Verdientst um die Errichtung der hiesigen medizinischen Fakultät. Der Kaiser zeichnete den Jubilar durch Verleihung des Kommandeuerkreuzes des Leopold-Ordens aus.
Aus der Gemeinderaths-Sitzung vom 12. November 1875: „Löblicher Gemeinderath! Durch eine Zuschrift des Herrn Professors Lang wurdem dem Professoren-Kollegium der hiesigen medizinischen Fakultät angezeigt, dass durch Beschluss der löblichen Stadtvertretung vom 24. November die Benützung der Blatternkranken zur medizinischen Demonstration aufgehört habe, indem die Leitung der Blatternabteilung dem Professor Lang auf der Stelle benommen worden sei. Da eine wichtige, im allgemeinen Interesse gelegene Rücksicht gebietet, dass die Studierenden der Medizin mit einer so bedeutsamen epidemischen Krankheitsform durch Selbstbeobachtung vertraut gemacht werde, so sieht sich die Fakultät genöthigt, bei der Regierung zu beantragen, dass eine klinische Abteilung für Blatternkranke errichtet werde, nachdem das bis nun bestandene Blatternspital als Epidemiespital eine vollkommene Selbständigkeit erlangt hatte. Der Sachlage nach werden offenbar Verhandlungen in diesem Sinne mit der löblichen Stadtvertretung eingeleitet werden. Der Umstand aber, dass die Entziehung des Blatternspitals dem Herrn Professor Lang in einer so ecclatanten Weise geschah und das der Motivenbericht des Bürgermeisters in alle Blätter überging, erschwert nun unzweifelhaft die Realisierung des Antrages, den die Fakutät bei der Regierung einbringen muss. Wir bedauern, dass die Art und Weise, wie der löbliche Gemeinderath hierbei vorging, die Interessen des Unterrichts beeinträchtigt. Wenn irgend eine Fakultät mit Nutzen bestehen soll, so muss auch…
« StartZurück123456WeiterEnde »
Seite 3 von 6