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Innsbrucker Nachrichten

Hinweis

Die nebenstehenden Texte können Sie im Original und vollständig in den Innsbrucker Nachrichten finden, die auf der Webseite ANNO abzurufen sind. Wie sie den Text am besten finden, habe ich auf meiner Startseite beschrieben.


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Kommenden Dienstag den 26. d. M. wird im k.k. Redoutensaale eine öffentliche Produktion der hiesigen Liedertafel stattfinden, welche gegenwärtig unter der energischen Leitung ihres kunstsinnigen Vorstandes Herrn Ernst Grafen von Wolkenstein und ihres tüchtigen Direktors Hrn. Teuchner in kräftigster Blüthe steht und bereits mehr als 80 Sänger zählt. Stets hat dieser Verein seit seiner Gründung im Jahre 1842 die freundlichste Theilnahme an den Tag gelegt, wenn es galt, in einer öffentlichen Produktion, bei einer Festlichkeit die Tonkunst durch Männergesang zu repräsentieren.
Seit ein paar Jahren lebt, beinahe in Vergessenheit, der große Kompositeur M. Nagiller in unserer Stadt München.Herr Nagiller stammt aus Tirol; war frühzeitig nach Wien und von da nach Paris gewandert, wo er zuletzt als Vorstand die Leitung des Mozart-Vereins übernommen hatte. Nach Deutschland zurückgekehrt, feierte er auf seiner Kunstreise in Köln, Mainz, Berlin und München, wo er seine Tonschöpfungen zur Aufführung brachte, wahre Triumphzüge. [] Wie wir hören, hat er die Oper „Friedel mit der leeren Tasche“ vollendet und schreibt gegenwärtig im Auftrag des Dichers Dr. Adolf Widmann die Musik zu dessen Schauspiel „Nausikaa“.
Der berühmte Violinvirtuose Louis Eller gibt heute im Redoutensaal eine Soireé musicale.
Die ebenso schöne als höchst wertvolle neue Fahne der Liedertafel ist von weißem Gros de Naples und zeigt in kunstreicher Chenille-Stickerei in ihrer Mitte den lorbeergekrönten rothen, schwebenden Tiroler Aar, dessen Fänge eine goldene Lyra halten. Um denselben in Gold-Lapidarschrift das Motto der hiesigen Liedertafel: „Stets behält den reinsten Klang - Deutsche Treue, deutscher Sang!“ Die Einfassung der Fahne besteht aus goldenen Doppelborden. Von den beiden Fahnenbändern trägt das eine die Inschrift der Spenderin (Maria Keine, die Gattin des Liedertafelsekretärs Dr. Kiene) und die Jahreszahl 1856.
12.09., 13.09. und 14.09.1856 – Die Liedertafel nimmt an der Mozart Säkularfeier in Salzburg teil. Karl Mozart, einer der beiden Söhne von Wolfgang Amadeus, verspricht der Innsbrucker Liedertafel ein Trinkglas seines Vaters von Mailand aus zur Erinnerung an die Säkularfeier zu übersenden; s.a. 10.11. das Antwortschreiben Mozarts auf die Dankadresse
Der Musikvereins-Kapellmeister Skuhersky hat in seinem gestrigen Konzerte die glänzendsten Proben seiner Befähigung als Compositeur wie auch seiner Virtuosität im Pianofortespiele abgelegt.
Wir können nicht umhin, Herrn Balettmeister Winkler zu gratulieren, dass er uns eine so lieblichen und anmuthigen Salon-Tanz wie seine componierte Polka Tirolienne ist, ins Leben gerufen hat. Dabei ist zu bemerken, dass Hr. Winkler der Erste ist, der aus unserem allgemeine bekannten Nationaltanz einen Salontanz gebildet hat. Dabei wurde der Nationaltanz so geschickt in den Conversationstanz eingeflochten, dass es nicht zu bezweifeln ist, dass sich dieser Tanz bald so heben wird, dass er nicht nur örtlich, sondern gleich anderen allgemein verbreitet werden wird.
Am 27. August kehrte die Sängergesellschaft Holaus, aus sechs Personen bestehend, wieder zufrieden und wohlbehalten in ihre Heimat Zillertal zurück. Sie war vom Herzog zu Meiningen telegrafisch zu sich berufen worden. Die Sängergesellschaft sang bei der diesmaligen Wanderung vorzüglich in den sächsischen Herzogthümern und hatte die Ehre, in Kissingen sich vor Sr. Mj. dem Kaiser von Russland zu producieren.
In wahrhaft glänzender Weise hat vorgestern die Eröffnungsfeier der neuen Liedertafel-Sängerhalle stattgefunden. Im mittelalterlichen Style von Hrn. Juliano kunstvoll gemalt, bothen Wände und Plafond der Halle einen erfreulichen Anblick, dessen Eindruck durch die an ersteren auf gothischen Consolen prangenden Büsten und Statuen, sowie die wappenschildartig angebrachten 20 Tafeln mit den Wahlsprüchen befreundeter auswärtiger Liedertafeln - zahlreichen Wandleuchter und den herrlichen Luster in gothischer Schnitzarbeit noch wesentlich erhöht wurde. Die Mitte der Halle schmückte die lebensgroße Büste Sr. k.k. apostol. Majestät, zu beiden Seiten von Landsknechten bewacht, ferner die Büsten Mozarts, Haydns, Beethovens etc. und auf ähnlichen Consolen die Kleinodien der Liedertafel: Der silberne Ehrengeschenkbecher aus St. Gallen, Mozarts Trinkglas, die broncene Schiller Stattuete vom Tübinger Sängerfeste, der große Humpen, das prachtvolle Trinkhorn - vollendeten den Schmuck der Wände, während sechs Transparent-Roleaur durch Farbenpracht und gefällige Zeichnung ihrerseits zur Verschönerung des Ganzen beitrugen.
Beifallsstürme für Kapellmeister Skuhersky und Orchester-Direktor Alliani beim sehr zahlreich besuchten Musikvereins-Konzert.
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