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Innsbrucker Nachrichten

Hinweis

Die nebenstehenden Texte können Sie im Original und vollständig in den Innsbrucker Nachrichten finden, die auf der Webseite ANNO abzurufen sind. Wie sie den Text am besten finden, habe ich auf meiner Startseite beschrieben.


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Der Föhn wird noch als Scirroccowind bezeichnet; s.a. 14.12. 1894, erst Prof. Josef M. Pernter verwendet in seinem populärwissenschaftlichen Vortrag „Über den warmen Wind“ den Begriff Föhn.
Schwarzer Schnee auf Lanserköpfen; s.a. 09.02.
Vor einigen Tagen wurde bei Thaur und Heiligenkreuz die Larve des Schneekäfers (Cantharis fusia) ziemlich sichtbar und gab Veranlassung zur Meinung von einem Wurmregen.
Gestern am Abend spielte noch die städtische Standschützen-Musik auf dem Platze vor der Landeshauptschießstätte, heute Vormittag steht bereits ein Theil dieses Platzes und der ganze Schießanger unter Wasser. Infolge des seit gestern Nacht andauernden warmen Regens ist der Inn von 7 ½ Fuß Höhe auf 11 ½ Fuß gestiegen, und der ganze untere Stadtplatz sowie die obere Innbrücke ist bereits überfluthet. Gefahrdrohend ist dieser furchterregende Wasserstand hauptsächlich für die Notbrücke neben dem Brückenbau der Eisenbahn bei Mühlau, wo die ganze Nacht gearbeitet werden musste, um einzelne Gerüstbestandtheile und Bauhölzer zu retten. Bei diesen Arbeiten gerieten vier Arbeiter in den reißenden Strom, wurden aber glücklicherweise alle durch vereinte Anstrengungen beim Ziegelofen lebend ans Land gebracht.
Die Überschwemmungsgefahren sind heute bei einem Wasserstande von zwölf Fuß größer als am 3. d. M., und die morgige Prozession außer der Brücke wird mit veränderten Aufstellungsplätzen der Altäre in St. Nikolaus abgehalten werden. Das Austreten des Kanalswassers zeigt sich bis zum Brunnen beim goldenen Dachelgebäude, in der Ball- und theilweise in der Schulgasse, beim goldenen Stern etc. - Maria Hilf und das Theater in der Aue sind überschwemmt.
Überschwemmung in Völs: Vorgestern Nachmittags entlud sich ein mit Hagelschlag vermischtes wolkenbruchartiges Gewitter über mehrere Gegenden westlich von Innsbruck, und die traurigen Folgen stellten sich alsbald ein, indem die dortigen Gebirgsbäche reißend anschwollen, und Verderben über die Dörfer und Grundstücke brachten. Das benachbarte Völs, Götzens und Axams haben am meisten gelitten; im letzten Dorf sind drei Häuser dem Einsturze nahe, in Völs ergießt sich der Wildbach durch die ganze Länge des Dorfes, alle nahe liegenden ebenerdigen Wohnungen und Ställe fußhoch mit Schlamm erfüllend, ebenso die schönsten Obstanger. Gestern noch wurde den ganzen Tag mit vereinter Anstrengung der Hilfsarbeiter aus Innsbruck, Hötting, Wilten, Pradl, Amras, Lans und Sistrans gearbeitet, um das tobende Element zu bändigen, und den Wildbach von dem Dorfwege ab in sein gewöhnliches Rinnsall zu zwingen. [] In Kematen und Inzing ist ebenso das Austreten der dortigen Bäche zu beklagen. Hier will der Inn immer noch nicht sinken, und es bedurfte ungeheurer Anstrengung, um die dortige Arche und dadurch die westlichen Äcker Wiltens vor der Übersandung zu bewahren.
Aus ganz Pustertal, sowie aus dem Oberinntal laufen herzzerreißende Schilderungen über die Verheerungen ein, welche die Bergwässer überall in diesen Tagen angerichtet haben. Dazu noch überall die Überschwemmungen durch den Innstrom.
Der Wasserstand des Inn ist noch immer so hoch, dass die Communikation am untern Stadtplatz nur durch Treppensteige ermöglicht wird.
Gestern wurde in Axams wieder Sturm geläutet, um durch Glockenruf aus der Ferne Hilfsarbeiter gegen die Verheerungen des Wildbachs, dem schon drei Häuser zum Opfer fielen, herbeizuflehen.
In Hatting sind über 80 Jauch der schönsten Äcker und Wiesengründe versandet, seit die mit enormen Unkosten erst kürzlich aufgeführte Schutzdamm-Mauer dem Andrange der Wogen nicht mehr zu widerstehen vermochte.
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