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Innsbrucker Nachrichten

Hinweis

Die nebenstehenden Texte können Sie im Original und vollständig in den Innsbrucker Nachrichten finden, die auf der Webseite ANNO abzurufen sind. Wie sie den Text am besten finden, habe ich auf meiner Startseite beschrieben.


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Verheerende Reifen im Oberinntal und in Osttirol zerstören einen Großteil der Ernte.
Seit 4 Wochen hat es im Oberinntal von Telfs aufwärts nicht mehr geregnet, und die traurigen Folge der Trockenheiut und Hitze zeigten die Getreidefelder, noch mehr als die Wiesen, deren Grummet-Ernte fast ganz als verloren betrachtet werden muss. Gottlob hat sich jetzt gestern Nachts ein erquicklicher Regen eingestellt, welcher die so günstig gewesenen früheren Hoffnungen der Landwirthe in verschiedenen Thälern Tirols (nur das Unterinnthal hatte wenig über Dürre zu klagen) wieder aufs neue belebt.
Am 7. d. M. gegen 8 Uhr abends ward vom Venetgebirg ein fürchterliches Hochgewitter heran und dem Tschirgant zu gezogen, und entlud sich über die anliegenden ohnehin ärmlichen Dörfer Karrösten und Karres in so massenhaften Hagel, dass dieser noch nach zwei Tagen an manschen Stellen mehr als Schuh tief geschichtet lag. Durch diesen ungeheueren Hagelschlag sind am lockern Tschirgant-Gebirg mehrere Murbrüche verursacht worden, von denen einer sich auf Karres loswälzte und das ganze Oberdorf zu verheeren drohte, glücklicherweise aber größtentheils dem Thalbache sich zuwandte. Mehr haben die Murbrüche in Karrösten geschadet, wo die schönsten Strecken in Obstgärten theils überschüttet, theils mitfortgerissen wurden. Das Getöse der Murbrüche mit dem Steingerölle war so groß, dass die Bewohner des jenseits des Inns gelegenen Dorfes Arzl glaubten, ganz Karrösten stürze über den Berg herab, samt Sack und Pack.
Aus Lienz wird ein kurioser Vorfall mit Bienen berichtet: „Durch die Unruhe des an der Deichsel gespannten Pferdes kam der Wagen aus dem Gleichgewichte und stürzte um, was die Zertrümmerung oder Öffnung fast aller Bienenkörbe zur Folge hatte. Mit fürchterlichem Gesumme und Hundertausenden von Stacheln brach nun der Bienenschwarm hervor. Das Pferd erlag in unglaublich kurzer Zeit den Wunden und die Begleiter konnten nur dadurch ihr Leben retten, dass sie die Köpfe in die Kornhöcker steckten.“
In Tirol scheint viel Eifer für phänologische Beobachtungen erwacht zu sein: Auch zu Kössen ist eine neue Station gegründet, die Aufzeichnungen unternimmt Kaufmann Embacher.
Nachdem seit Monaten anhaltender Dürre ein alles durchdringender Staub und drohender Wassermangel in Brunnen und Bächen uns beängstigt, hat sich endlich heute Nacht ein respektabler Schneefall eingestellt.
Die Sonnenfinsternis am 15. des Monats wird sich in ganz Europa als eine der schönsten in diesem Jahrhundert erweisen.
Innsbruck prangt im glänzendsten Winterkleide; s.a. 07.05. und 12.05. (meteorologische Deutungsversuche)
Zu Martinsbruck bei Finstermünz hat ein Bergsturz große Verheerungen angerichtet. Felsblöcke und Tannen kamen mit dunkelbraunem Schlamm den Inn herab gerollt und haben mehrere Häuser, Straßen und Brücken zertrümmert.
14.09. und 29.09.1858 – Erscheinung eines Kometen
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