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Innsbrucker Nachrichten

Hinweis

Die nebenstehenden Texte können Sie im Original und vollständig in den Innsbrucker Nachrichten finden, die auf der Webseite ANNO abzurufen sind. Wie sie den Text am besten finden, habe ich auf meiner Startseite beschrieben.


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Gestern fanden die diesjährigen Ergänzungswahlen in den Gemeinderath ihren Abschluss
Statistischer Auszug aus der Wählerliste: Von 1563 Wählern aller drei Wahlkörpern fallen 784, also die starke Hälfte, auf den Bürger- und Gewerbestand, 127 auf den Lehrkörper, 628 mit Einschluss der Pensionisten auf den Beamtenstand, 18 auf die Ehrenbürger und 6 auf korporative Genossenschaften. Von der Gesamtzahl der auf den Bürger und Gewerbestand betreffenden Wähler sind 304 Hausbesitzer, 35 Handelsleute, 130 Geschäftsleute (Wirthe, Krämer, Händler etc.), 219 Professionisten, 33 Doktoren, 17 Advokaten, 16 Ärzte, 12 Private, 10 Agenten, 4 Geistliche, 3 Gutsbesitzer und 1 Notar. [ff.]
Bericht von der Wählerversammlung des zweiten Wahlkörpers.
(Gemeinderaths-Wahlen.) Heute um 8 Uhr morgens begann die Innsbrucker Wahlschlacht, nachdem sie schon seit einiger Zeit durch, mitunter recht unerquickliche Vorgefechte eingeleitet worden ist. Sie wird wie alljährlich, mit zweimaliger Unterbrechung drei Tage dauern. Die Betheiligung an den Wählerversammlungen war heuer außergewöhnlich groß. Die Frage um das künftige Oberhaupt der Stadt, deren direkte Löung allerdings nicht in Wahlbesprechungen, noch durch die Urwähler erfolgen kann, war es vor allem, welche eine nicht zu rechtfertigende künstliche Agitation gegen den bisherigen Bürgermeister in einem Theile des liberalen Lagers hervorrief, und diese Agitation war es wieder, welche neuen Eifer für das Wahlgeschäft der konservativen Partei brachte, denn sie mochte wohl mit Recht und unwillkürlich an das alte Sprichwort von den zwei Streitenden denken. Nun, dem offenen Wahlstreite innerhalb der liberalen Partei ist der Bürgermeister Dr. Dinter mit seiner bekannten Erklärung zuvorgekommen. Dennoch dürften die heurigen Wahlen eine kleine Verschiebung der Partheiverhältnisse im Gemeinderathe zur Folge haben.
Wahlergebnisse und Wählerstatistik im Magistratsbezirk Innsbruck im Jahre 1880
Gemeinderaths-Sitzung am 14. Mai. Annulierung der Wahl des ersten Wahlkörpers. Die Wahlen des zweiten und dritten Wahlkörpers werden ohne Debatte agnosziert. Verabschiedung des Herrn Bürgermeister Dr. Dinter. Dieser antwortet auf eine von Altbürgermeister Adam verlesene Erklärung: „Sie haben hiermit kundgetan, dass sie mir Ihre Achtung nicht versagen können und dass ich als Ehrenmann meine Pflicht gethan habe. Mehr bedarf es nicht, Ich danke Ihnen.“
Zu den Neuwahlen im ersten Wahlkörper
(Sozialdemokratisches.) Gestern in früher Morgenstunde wurden aus uns unbekannter Ursache der Schneidergehilfe Perz, Obmann des Allgemeinen Arbeitervereins, und der Schuhmachergeselle Loy in ihren Wohnungen dahier verhaftet. Wahrscheinlich steht diese Maßregel zu sozialistischen Umtrieben derselben in Beziehung, denn es sollen in ihren Wohnungen sozialistische Druckschriften aufgefunden worden sein.
Sozialistische Propaganda in Tirol: Welchen regen Eifer und welche wohlorganisierte Thätigkeit der Socialismus entfaltet, um auch in unseren Bergen für seine Anschauungen Boden zu gewinnen, das zeigt ein Fall, der sich vor einigen Tagen in einem nicht weit von Innsbruck gelegenen Dorf erreignete. Dortselbst fanden die Bewohner eines morgens an Thürschnallen, Fenstern, Zäunen usw. kleine, gedruckte Flugschriften angeheftet. Wohl manchen der schlichten Landleute mochte beim Anblick dieser unheimlichen Wintersblüthen ein Grauen überfalllen, allein die Neugierde siegte über den Scrupel und es wurde eine ziemliche Anzahl derselben eingesammelt, von denen ein Exemplar in unsere Hände gelangt ist. Der Verfasser ist natürlich nicht genannt, die Aufschrift lautet. „An das arbeitende Volk!“ Im übrigen bietet die Schrift in vier Seiten nichts anderes als die alten Phrasen über Volksbedrückung, Massenverarmung und dgl und schließt mit der Aufforderung an das Volk, sich aufzuraffen und auf seine einzigen Freunde, auf seine muthigen Vorkämpfer, auf die Socialdemokraten zu hören und ihre Schriften zu lesen. Die herrschenden Reichen sollen, wenn sie sich weigern, ihre unrechtmäßige Macht nieder- und in die Hände des Volkes legen, dazu gezwungen werden.
Am Samstag wurde die Neuwahl der Vorstehung in der Nachbargemeinde Wilten vollzogen. Derselben war eine ziemlich heftige Wahlagitation vorausgegangen.
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