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Innsbrucker Nachrichten

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Die nebenstehenden Texte können Sie im Original und vollständig in den Innsbrucker Nachrichten finden, die auf der Webseite ANNO abzurufen sind. Wie sie den Text am besten finden, habe ich auf meiner Startseite beschrieben.


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Abfallentsorgung

Kundmachung: Die Verunreinigung der öffentlichen Straßen und Plätze dieser Stadt hat derart überhandgenommen, dass vielseitige Beschwerdeführungen hiedurch veranlasst werden. Um diesen Übelständen gründlich abzuhelfen, wird, vom 6. kommenden Monats August angefangen, ein eigens eingerichteter Wagen durch die städtischen Straßen und Plätze befördert werden, in welchem aller trockene Unrath, welcher beim gewöhnlichen Wirtschaftsbetriebe anfällt, aufgenommen wird. Sämtliche Einwohner dieser Stadt werden daher im Interesse der öffentlichen Reinlichkeit auf diese Einrichtung aufmerksam gemacht und aufgefordert, den in ihren Wohnungen anfallenden Unrath auf eine geeignete Weise zu sammeln, um ihn sodann an dem hiezur bestimmten Wagen, dessen Ankunft durch Glockenzeichen bemerkbar gemacht wird, abzugeben. Übrigens werden die amtlichen Verbote der Verunreinigung der Ritschenkästen neuerlich in Erinnerung gebracht und bemerkt, dass die Übelthäter um so unnachsichtiger zur Strafe unterzogen werden, als durch die neue Einrichtung jedermann die Gelegenheit gebothen ist, den abfallenden Unrath ohne Unzukömmlichkeiten zu beseitigen. Stadtmagistrat Innsbruckam 26. Juli 1861. Der Bürgermeister Carl Adam.
Was die von uns unlängst gerühmte Reinlichkeit in den Straßen betrifft, so hören wir jetzt die Klage, dass die Mägde in einem in der Meinhardstraße befindlichen Hause beharrlich den Küchenunrath statt in die Ritsche oder in den Sillkanal zu schütten, auf der Straße ausleeren. Im Interesse der Geruchsorgane der Vorübergehenden und der in der Nähe Wohnenden wäre eine Unterlassung dieser Unsitte höchst wünschenswerth.
Eine energische Reinigung des Fallbaches, welcher in seinem steinernen offenen Bette vom Venusbade durch die Diensgergasse in den Inn rinnt, wäre sehr angezeigt. Eine Menge Unrat hat sich in denselben angesammelt, da er zur Aufnahme des Hausunrathes der in der Nähe gelegenen Wohnungen dient
GR Prof. Ullmann rügt, dass das Innbett zur Ablagerungsstätte allen möglichen Unrathes benützt werde, was nicht nur geeignet sei, die Stadt in ein schiefes Licht zu setzen, sonder, da auch in Fäulnis übergehende Abfälle dort abgelagert werden, geradezu sanitätswidrig sei.
Dem Bauamt wird die Trockenlegung des „Todten Meeres“ neben der Innstraße unterhalb des „Fratzenpalastes“ (der Knabenschule) anempfohlen. Bei dieser Gelegenheit sei auch noch der sich täglich erneuernden Hügel von Küchenabfällen gedacht, die meistens den ganzen Tag über die Öffnungen der Wasserkanäle überwölben, um dem Spaziergänger durch die Innstraße, die Kirch- und Nikolausgasse die richtigen Begriffe von der so oft gerühmten Reinlichkeit der Stadt zu vermitteln. Wenn Hausfrauen, Mägde und Köchinnen zu jeder Zeit des Tages, wie es ihnen beliebt, allen Kehricht und Unrath nur vor die Thüre in die Mitte der Gasse werfen und ihre Pluderschaff allüberall ausleeren, so wird eine solche Gasse oder Straße immer von Schmutz und Gestank erfüllt sein. Dagegen hilft keine Polizeiwache, die man doch nicht an jede Ritsche stellen kann und keine Vorschrift der Behörde. Vielmehr muss die Bürgerschaft die Pflege der Stadt als eine Ehrensache betrachten.
Die Gemeinderäthe Sander und v. Gasteiger liefern, da gerade der Punkt der Reinhaltung der Stadt zur Sprache kommt, drastische Beispiele von Entleeren des Spülichts, Kehrichts und allerlei Unrath durch die Dienstmägde, Ausgeherinnen etc. während des Tages auch auf den frequentiertesten Plätzen und Straßen, wie Margarethenplatz, Erlerstraße, Maria Theresienstraße, und dringen auf schärfere Überwachung der Polizeivorschriften. Die Ursache liegt wohl darin, dass das Dienstpersonal der Hausbewohner, die sich leider nur zu oft die Reinlichkeit der Stadt wenig angelegen sein lassen, zuerst genaue Spähe halten, ob wohl keiner der Polizeimänner herum sei, dann schnell allen Unrath auf die Rischen oder auch bloß auf die Straße werfen und ebenso schnell wieder verschwinden.
Die neue Einführung des löblichen Magistrats betreff die Aufbewahrung der Abfälle in Fässern oder Kisten findet von einem Theil der Hausbesitzer entschiedene Missbilligung, und auch mit Recht. Viele haben eben keine Hofräume oder doch keinen solchen, die allen Partheien leicht zugänglich sind. Namentlich in der Altstadt trifft man Hausfluren, wo kaum ein Fass Raum genug hat. Tritt nun die wärmere Jahreszeit ein, wo wird sich bald ein gesundheitschädlicher Geruch bemerkbar machen, abgesehen von der Zuziehung von Ungeziefer, wie Ratten, Mäuse etc. Selbst feuergefährlich kann diese Art der Aufbewahrung von allerhand Abfällen werden. In den neuen Stadtanlagen, wo die Bauanlagen darnach sind, mag das durchführbar sein, in den älteren Gebäuden treten aber bedeutende Missstände ein. Übrigens bemerkt man schon jetzt die Ritschenöffnungen verwahrloster wie früher, da nicht mehr regelmäßig gekehrt wird, und das Abholen mit Fuhrwerk dürfte entschieden kostspieliger sein. Ein Hausbesitzer. – Die Redaktion kann nicht umhin, diese Beschwerde im Interesse der Reinlichkeit der Stadt mit einigen Worten zu beleuchten. Der Herr Einsender sagt, es sei in manchen Häusern wegen Mangel an raum diese Einrichtung undurchführbar. Wie war früher die Gepflogenheit? Es wurde das Kehricht und die Wirtschaftsabfälle den Tag über in den Wohnungen angesammelt und dann am Abende auf…
Die größten Übelstände in der bisher üblichen Kehrichtabfuhr bestehen bekanntlich in der bei der Einsammlung und Verführung des Kehrichts entstehenden lästigen und ungemein gesundheitsschädlichen Staubentwicklung. Diese hofft man jetzt in Wilten mit dem patentierten Wechselkasten-System „Koprophor“ abstellen zu können. Das System beruht darauf, dass in allen Häusern, Sanitätsanstalten, Kasernen, Straßen und öffentlichen Plätzen vollkommen hermetisch verschließbare, verzinkte Normalgefäße zur Aufnahme aller Arten Abfallstoffe aufgestellt werden, und dass diese Gefäße dann in einem mit eisernen Rollbalken vollkommen abgeschlossenen Sammelwagen eingeschoben und zum Abladeplatz geführt werden. Zur Einsammlung der mit dem Kehricht der Straßen und öffentlichen Plätze gefüllten Normalgefäße besitzt das System eigens construierte eiserne Karren, welche die Gefäße in hiefür erzeugte eiserne Rahmengestelle oder Kioske bringen, um dann jederzeit in vorüberfahrende Sammelwägen eingeschoben und staubfrei zur Entlehrung weitertransportiert zu werden. Zur Hintanhaltung der Staubentwicklung beim Einsammeln der Kehrichts ist am unteren Ende des Karrens ein Behälter von nahezu 25 Liter Inhalt angebracht, um die sich auf der Straße gebildeten Staubmassen zu benetzen.
Kundmachung: Das Ausgießen von Jauche innerhalb der geschlossenen Ortschaft ist bei einer Strafe bis 20 Kronen, bzw. Arrest bis zu 24 Stunden verboten. Der Gemeindevorsteher von Wilten: Fritz Heigl
Ein Schweinestall inmitten der Stadt (Seit ungefähr einem halben Jahr steht in der Englischen Anlage eine schmutzige windschiefe Bretterhütte, die italienischen Arbeitern als Auskocherei dienst. ... Unrat und dergleichen wird, obwohl der Inn sehr nahe ist (sic!) einfach zur Hüttenöffnung hinausgeleert.
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