Volltextsuche

Innsbrucker Nachrichten

Hinweis

Die nebenstehenden Texte können Sie im Original und vollständig in den Innsbrucker Nachrichten finden, die auf der Webseite ANNO abzurufen sind. Wie sie den Text am besten finden, habe ich auf meiner Startseite beschrieben.


Zur Startseite
Zur Jahresübersicht von ANNO


Designed by:
SiteGround web hosting Joomla Templates
Gestern hatte wir das Vergnügen, den Gründer der Gesellen-Vereine, hw. Hrn. Adolph Kolping, Domvicar aus Köln, in unserer Mitte zu haben, wo er vor einer zahlreichen Versammlung im Vereins-Saale einen gediegenen Vortrag hielt, welcher alle auf das Tiefste ergriffen hat.
Mit dem ersten Juli ist die neue Dienstbotenordnung in Wirksamkeit getreten. Sie gilt auch für das offene Land. Wir begrüßen sie mit Freude, weil sie viele Bestimmungen enthält, die geeignet sind, einem fühlbaren Bedürfnisse abzuhelfen, nämlich gute Dienstboten heranzubilden. Dieselbe regelt die Rechten und Pflichten der Dienst-Bauern und Dienstboten auf eine Weise, dass beide bei den Behörden hinreichenden Schutz suchen und finden können. Insbesondere ist durch die Einführung der Dienstboten-Bücher, ohne welche bei Strafvermeidung kein Dienstbote aufgenommen werden darf, dem Entweichen derselben vorgebeugt, weil der Bauer die Dienstbotenbücher bis zur Entlassung derselben aufbewahren muss. Weil ferner in diese Bücher auf mündliches oder schriftliches Zeugnis des Bauern das Verhalten des Dienstboten in Bezug auf Treue, Geschicklichkeit, Fleiß und Sittlichkeit durch den Vorsteher einzutragen sind, so sind jene genöthigt, sich gut zu verhalten.
Schwabenkinder. Ich zweifle, ob Sie je von einem Menschenmarkt in Württemberg gehört haben, und doch wird ein solcher alljährlich am Josefstag in Ravensburg gehalten. Wenn er auch in keinem Kalender neben Vieh- und Krämermärkten figuriert, so ist er doch in den Alpenländern weit bekannt. Wer am vorigen Donnerstag am Abend auf der Straße nach Tettnang hin spazierte, der begegnete Scharen von kräftigen Jungen im Alter von 8 bis 17 Jahren, die, wenn auch müde von der teilweise neuntägigen Wanderung, doch wohlgemut, mit Stock und Strauß und umhängenden Säckchen daherzogen, um sich als Hirtenbuben und Viehknechte an die oberschwäbischen Bauern auf ein halbes Jahr zu verkaufen. Wenn mann fragte, woher kommt ihr? so hieß es: aus dem Liechtensteinischen, oder aus dem Montafon, oder aus der Gegend von Landeck und Finstermünz im Oberinntal, oder gar aus Glurns am Fuß der Ortlerspitze im Vintschgau.
Der Arbeiter-Unterstützungsverein der Stadt Innsbruck, bestehend aus 319 Maurern, Zimmerleuten, Steinbrechern, Straßenarbeitern und Taglöhnern, deren höchst zeitgemäßer Zweck gegenseitige Unterstützung in Krankheit und Arbeitsunfähigkeit ist, der sich auch auf die Hinterlassenen eines durch jähen Tod Verunglückten erstreckt, hat vorgestern unter Vorsitz des Gründers und Vereinspräsens Ritter von Alpenburg auf Büchsenhausen seine fünfte Jahressitzung abgehalten; s.a. 10.05.1861
Der Arbeiterunterstützungsverein für Krankheit, Unglück, Arbeitsunfähigkeit u.s.w., welcher im August 1856 gebildet wurde, besteht aus Steinbrechern, Maurern, Zimmerleuten, armen Handlangern und Raucharbeitern, welcher die Arbeitergemeinschaft St. Nikolaus und Hötting bewohnen und in unglücklichen Zeiten wohl die Ärmsten der Armen sind. Sie bilden ihren Fonds dadurch, indem jeder Arbeiter 3 kr. von seinem Wochenlohn der Vereinsverwaltung übergibt.
In Zell am Ziller wird ein gegenseitiger Krankenunterstützungsverein für Dienstboten und Arbeiter gegründet.
Der Arbeiterbildungsverein tagt im Gasthaus zur „blauen Traube“
Schuhmacher-Strike in Innsbruck: Mit heutigem Tage haben sämtliche Schuhmacher-Gesellen dahier die Arbeit eingestellt, da keine Verständigung mit den Meistern über die Löhne erzielt werden konnte
Am Pfarrplatz sind 7 streikende Schustergesellen im Auftrag des Landesgerichtes in Haft gebracht worden. Die Ursache ist uns unbekannt..
Der Schusterstrike hat am Freitag ein Ende gefunden, nachdem in Folge gepflogener Verhandlungen die Meister auf die Forderungen der „strikenden“ Gesellen der Hauptsache nach eingegangen sind. Die Inhaftierung des Comités erfolgte auf Grund des Gesetzes vom 7 April 1870, Nr. 43 St.G.B., dessen § 3 bestimmt, dass derjenige, der das Zustandekommen, die Verbreitung oder die zwangsweise Durchführung einer Verabredung von Gesellen und dgl. zum Zwecke der Erlangung eines höheren Lohnes durch Arbeitseinstellung fördert, mit Arrest von 8 Tagen bis zu 2 Monaten zu bestrafen ist.
« StartZurück12345678910WeiterEnde »
Seite 1 von 10