Volltextsuche

Innsbrucker Nachrichten

Hinweis

Die nebenstehenden Texte können Sie im Original und vollständig in den Innsbrucker Nachrichten finden, die auf der Webseite ANNO abzurufen sind. Wie sie den Text am besten finden, habe ich auf meiner Startseite beschrieben.


Zur Startseite
Zur Jahresübersicht von ANNO


Designed by:
SiteGround web hosting Joomla Templates
Nachruf für Prof. Meynert (Psychiater in Wien)
Irrer fügt einer Klosterschwester im Spital mit einer Bleckkanne tödlliche Kopfverletzungen zu
Statistik des Landesnervenkrankenhauses Hall
In der Kirche erschlagen: Ein plötzlich von Wahnsinn befallener Tischlermeister in Lermoos begab sich dieser Tage vor Beginn des Gottesdienstes in die Kirche und machte sich daran mit einem Bickel den Altar zu zerstören. Ein an der Kirchentür vorbeigehender Bauer trat auf den ungewöhnlichen Lärm hin in das Gotteshaus und suchte den Wahnsinnigen von seinem Vorhaben abzubringen. Dieser aber wandte sich plötzlich gegen den Bauer und schlug ihn mit dem Bickel auf der Stelle tot. Der so tragisch ums Leben gekommene war Familienvater und hatte erst vor kurzem seine Frau zu Grabe tragen sehen müssen
Im Absamer Aichat beim „Vintl“ wurde vorgestern Abend die 16jährige Tochter des Maurerpoliers R. von der plötzlich irrsinnig gewordenen Hausfrau im Garten mit einer Hacke erschlagen; siehe aber die Berichtigung vom 27.08. und 29.08. (1. Version: nur ein Streit zwischen Nachbarn, 2. Version: das Mädchen wurde mit einer Ackerhaue traktiert); siehe weiters die Entgegnung vom 01.09. Wahnsinn wurde bei Rosa Vintl nie attestiert und sie war auch nicht im Irrenhaus
Traurige Zustände in der Landes-Irrenanstalt in Hall. Die Aborte spotten jeder Beschreibung. Besonders zu bemängeln ist, dass diese keinen Geruchsverschluss und keine Wasserspülung besitzen, sodass sich die Grubengasse und die Dünste der in den Pissoiren stagnierenden Urinmengen ungehindert in den Gängen und Krankenräumen verbreiten. Obwohl die Stadtgemeinde Hall die Zustimmung zu einer Canalisation der Anstalt gegeben hat, besteht eine solche noch nicht.
Zur Erinnerung an den 100. Geburtstag der Geburt des Irrenhauskaplans Sebastian Ruf
Eine rabiate Person ist eine gewisse Maria G., vulgo G., von Grinzens. Die Genannte gebärdete sich gestern in angeheitertem Zustand in der Tempelstraße wie rasend und warf sich zu Boden, sodass es dreier Personen bedurfte, um sie zu überwältigen. Sie musste vom Platze getragen werden, wobei sie einen Wachmann verletzte. Als sie endlich mit Mühe in den Arrest gebracht worden war, versuchte sie sich die Kopfhaare auszureißen, woran sie noch rechtzeitig gehindert werden konnte
F.: Seelenprobleme. Ein Blatt der Erinnerung an Sebastian Ruf, † 11. April 1877. Von Professor Dr. F. Lentner; s.a. 19.04. - 26.04. - 03.05. - 10.05. - 16.05. - 24.05. - 02.06. - 14.06.
Dienstag wurde im Theater in der Landesirrenstalt die Posse „Der Simulant“ aufgeführt. Die Mitwirkenden waren zum größten Teil Patienten. Das Stück selbst, welches in Betreff seiner Güte auf einer Stadtbühne zur Aufführung gelangen könnte, ist ein Geistesprodukt eines dortigen Patienten. Dieser selbst spielte die Hauptrolle als Simulant in einer Weise, dass unter den geladenen Zuschauern die Frage auftauchte, ob der betreffende Herr von Beruf Schauspieler sei, was keineswegs der Fall ist. Auch andere Mitspieler, insbesonders der Herr „Powidl“ waren ihrer Sache vollkommen gewachsen. Wir müssen der Direction der Landesirrenanstalt die vollste Anerkennung aussprechen zu solchen Resultaten sowohl, als auch der Bereitwilligkeit, mit der sie fremde Gästen den Zutritt gestattete. In solcher Einblick in das Irrenhausleben trägt gewiss dazu bei, den unter dem Publicum da und dort noch auftauchenden falschen Ansichten über die Irrenanstalt wirksam entgegenzutreten
« StartZurück1234567WeiterEnde »
Seite 4 von 7