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Innsbrucker Nachrichten

Hinweis

Die nebenstehenden Texte können Sie im Original und vollständig in den Innsbrucker Nachrichten finden, die auf der Webseite ANNO abzurufen sind. Wie sie den Text am besten finden, habe ich auf meiner Startseite beschrieben.


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Zur „Irrenfürsorge“ in Tirol; s.a. 23.06.
F.: Irrenpflege
Die abgängige Nothburga N. wurde nach 14 Tage oberhalb des Schlosses Hörtenberg lebend gefunden. Sie scheint beim Verstande zu sein und nimmt Nahrung zu sich-
Einen rabiatten, lebensgefährlichen Patienten beherbergte gestern das hiesige Spital. Er war ein aus Meran zugereister russischer Jude, der vorgestern nachts hier einlangte und ins Spital gebracht wurde. Kurze Zeit nach 12 Uhr erlitt derselbe einen Tobsuchtsanfall und bedrohte hiebei den sofort herbeigerufenen Anstaltsarzt und den Wärter. Dieselben mussten flüchten, nachdem bereits früher die Patienten den Krankensaal verlassen hatten, mit Ausnahme eines blödsinnigen Buben, der nachträglich der gefahrdrohenden Lage entrissen wurde. Der Tobsüchtige richtete in dem Krankensaale eine große Verwüstung an, schlug alle Fensterscheiben ein, war leicht bewegliche Gegenstände überall hin, sodass man sich genötig sah, die städtische Schutzwache zu Hilfe zu rufen. Zuerst wurde der Rabiate noch durch einen kräftigen Hydrantenstrahl etwas beruhigt, worauf die Schutzwache in den Saal eindrang und nach langem Ringen den Tobenden unschädlich machte. Hierbei erlitt ein Patient, der an der Festnahme teilnahm, zwei Messerstiche. Der Tobsüchtige wurde in die Isolierzelle der Nervenklinik gebracht, wo er zwei Selbstmordversuche machte. Noch gestern wurde der Bedauernswerte in die Irrenanstalt Hall überführt. Wir beschränken uns auf die Konstatierung der Tatsache, dass die Räumlichkeiten der Nervenklinik sehr ungenügend sind.
Erweiterung der Landesirrenanstalt Hall. Die Erweiterungsbauten sollen in zwei Bauperioden hergestellt werden und umfassen: 2 Wachabteilungen für je 60 Kranke, 1 offenes Landhaus für 30 Kranke, 1 Koloniehaus für 20 Kranke, 1 Wirtschaftsgebäude, 1 Ökonomiegebäude mit Stadel und Stallungen
(Vom Bau der Irrenanstalt in Hall.) Die neue Anstalt wird nicht mehr ein einziges Haus sein, sondern eine Kolonie von sechs Gebäuden, die sich auf das weite Feld zwischen dem Temlschlössl und Turnfeld verteilen. Vier Objekte sind bereits in Bau begriffen: Zwei „Wachabteilungen“ für Schwerkranke, die eine zur Aufnahme von 60 männlichen, die andere zur Aufnahme von ebenso vielen weiblichen Patienten bestimmt; ferner zur Beherbergung und Beschäftigung von leichter Erkrankten ein „offenes Landhaus“ und eine „Ökonomie“ (für 20 bzw. 30 Patienten). Zu diesen vier Gebäuden wird noch ein Wirtschafts- und Direktionsgebäude kommen. Alles wird für den Wirtschaftsbetrieb in eigener Regie im weitesten Umfange (eigene Bäckerei, Metzgerei etc.) eingerichtet sein
Durch den Neubau einer großen Landes-Irrenanstalt in Hall erhält Tirol im alten Gebäude der Irrenanstalt, das entsprechend adaptiert werden wird, ein Landes-Sichenhaus und ist dies eine seit Jahren schwer empfundene Notwendigkeit, indem alle diesbezüglichen kleinen Privatinstitute überfüllt sind und viele der unglücklichen Landeskinder abgewiesen werden müssen. In der letzten Sitzung des Innsbrucker Gemeinderates wies GR Franz Thurner bei der Besprechung der Gebühren des städtischen Kaiser Franz Josefph Siechenhauses darauf hin, dass der zweite Stock desselben heute noch frei steht und sprach den Wunsch aus, dass dieser für die Blinden- oder Irrenführsorge dem Lande Tiroler vermietet werden soll
Eine Irrsinnige (Bericht aus Rattenberg)
Eine Geistesgestörte in der Wiltener Pfarrkirche. Die arme Frau glaubte in einem Kirchenbesucher ihren verstorbenen Gatten aus dem Grabe zurückgekehrt zu sehen
(Eine zweistündige Wanderung im Evakostüm.) Aus Brixen in Thale wird uns geschrieben: Heute Nacht wusste sich eine wahnsinnige Frau aus Sonnwiesen, welche in eime Hause zu Lauterbach in Pflege war, unbemerkt zu entfernen und zwar in einem Aufzug, in dem einst Eva im Paradies lustwandelte. Die Nacktheit hinderte die Frau nicht, mitten in der kalten Nacht den zweistündigen Weg von Lauterbach nach ihrer Heimat Sonnwiesen (zwischen Hopfgarten und Itter) zurückzulegen
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