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Innsbrucker Nachrichten

Hinweis

Die nebenstehenden Texte können Sie im Original und vollständig in den Innsbrucker Nachrichten finden, die auf der Webseite ANNO abzurufen sind. Wie sie den Text am besten finden, habe ich auf meiner Startseite beschrieben.


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Landesnervenkrankenhaus Hall. „Die Eröffnungsfeier der Neubauten am Haller Irrenhause“. Der Landtag beschloss bekannntlich am 17. Juni 1902, den Anforderungen entsprechende Zubauten auszuführen, die nun in verhältnismäßig kurzer Zeit östlich von der alten Anstalt entstanden. Es sind Prachtobjekte, auf weitem Wiesenplane gelegen, modernst eingerichtet, auf jedem Schritt begegnet man dem Fortschritt der Zeit. Ein besonderes Verdienst um das Entstehen der neuen Anstalten ist dem Obmann des Baukomitees, Landesausschussmitglied Baron Sternbach zuzuschreiben. Der Einladung zur Eröffungsfeier in Hall waren Herr Erzherzog Eugen und viele Innsbrucker Honoratioren gefolgt, welche um 8 Uhr früh von der Maria Theresienstraße mittels Sonderzuges nach Hall fuhren. Den Sonderzug begleitete Inspektor Twerdy von den Lokalbahnen. Se. Kaiserliche Hoheit, Statthalter Freiherr von Schwartzenau sowie OLG Gerichtspräsident Freiherr von Call kamen zu Wagen an. Der Herr Erzherzog wurde an der Stadtgrenze vom Bürgermeister Faistenberger aus Hall erwartet und mit einer Ansprache gegrüßt. Nach der Ankunft Sr. Kaiserlichen Hoheit am Platze vor dem Anstaltsgebäude begab sich die illustre Gesellschaft in die Kapelle, wo Dekan Knöpfler eine heilige Messe las. … Besichtigung der Räumlichkeiten … Frühstück und Kaisertoast durch Landeshauptmann Kathrein … Die Beschreibung der Objekte entnehmen wir eine Vortrag des Architekten Paul Huter … Die alten Gebäude sollen nach vollständigem Ausbau…
Wer ist nun wirklich irrsinnig? Eine kuriose Begebenheit in der Landesnervenheilanstalt Hall
Schreckenstat einer Irrsinnigen. In Lains bei Imst lebt ein Bauer mit seinem Weib und vier Kindern. Der Bauer ging am Montag auf den Markt in Imst. Seine Frau ging ihm mit zwei Kindern um 4 Uhr Nachmittag entgegen, die anderen zwei Kinder bei der Schwägerin zurücklassend. Kurze Zeit darauf wurde die als irrsinnig bekannte Schwägerin ebenfalls auf dem Weg nach Imst vom Gemeindediener gesehen. Sie sagte ihm, dass sie auf Gottes Geheiß den zwei Kindern zuhause den Kopf abgeschnitten habe. Der Gemeindediener hielt das für ein leeres Gerede und führte die Frauensperson direkt in das Spital nach Imst, wo ihr gleich ein entsprechendes Zimmer angewiesen wurde. Indessen waren die Eltern mit den beiden anderen Kindern ahnungslos nach Hause gekommen, und warn nur freilich die ersten Zeugen der grässlichen Wahrheit der Erzählung der Irrsinnigen
Die Schrecken des Irrsinns (Neustift i. St.)
Das große Bauerngut des Michl Untermeier (vulgo Goasleder) ging um 48.000 Kronen an die Landes-Irrenanstalt über. Das Gut liegt in Absam Eichat und grenzt an die Irrenanstalt an
Über ein schreckliches Familiendrama wird uns aus Fügen am Ziller berichtet: Hier starb am 30. v. Mts. der Spenglermeister und Hausbesitzer Franz Opbacher im Alter von 71 Jahren. Dieser Todesfall hat seinen Bruder Josef Opbacher, der seit Jahren geistesgestört ist, derart alteriert, dass er am folgenden Tag der Witwe des Verstorbenen, der er in seiner Geistesgestörtheit die Schuld an dem Todesfall beimaß, ein Messer derart in den Unterleib stieß, dass dieselbe abends den Verletzungen erlag, obwohl sofort der Gemeindearzt Dr. Rainer und auch zwei Ärzte aus Innsbruck gerufen wurden. Der Unglückliche beging nach seiner grausigen Tat Selbstmord, indem er sich mit dem Jagdgewehr entleibte ... Er war ein berühmter Volkssänger und ehemals Mitglied der Zillertaler Nationalsängergesellschaft Rainer. 24 Jahre hindurch lebte er als Privat in Innsbruck und wohnte hier im sogenannten Rissinger- (Kohlegger-)Haus in der Karlstraße. Mit vielen angesehenen Bürgern der Stadt und auch mit dem kürzlich verstorbenen akad. Maler Prof. Schretter war er gut Freund. Letzterer malte sein (Opachers) Bildnis und verehrte es ihm zum Angedenken. Der eingangs erwähnte Franz Opbacher und seine erstochene Frau hinterlassen 2 Söhne und 4 Töchter. Das jüngste Kind ist erst 12 Jahre alt
Schreckenstat eines plötzlich wahnsinnig Gewordenen in Reutte
Von unserer Nervenklinik ... Transferrierung von der psychiatrischen Klinik in Innsbruck in die Nervenklinik nach Hall ... Dass dem Gatten der Kranken das Besuchen seiner Frau als nicht empfehlenswert bezeichnet wurde, hängt einfach mit der bekannten Tatsache zusammen, dass bei gewissen Formen der Geisteskrankheit die Berührung mit der Außenwelt nicht selten eine Verschlimmerung herbeiführt
(Die Tat eines Irrsinnigen.) Gestern am Nachmittag um 1 Uhr hat der k.k. Forstgehilfe P. Novak in Hall in unzurechnungsfähigem Zustand während der Anwesenheit seiner Frau, mit einem Revolver seinem Kind, einem dreijährigen Mädchen, eine Kugel in den Kopf geschossen. Er suchte sich dann selbst zu entleiben; s.a. 14.02.
Tiroler Fragen … Der sozialdemokratischen Abgeordneten Josef Holzhammer über die Notwendigkeit der Erweiterung der neurologisch-psychiatrischen Klinik im Allgemeinen Krankenhaus in Innsbruck: … Wir haben in Innsbruck keine staatliche Krankenanstalt, sondern die Kliniken, welche sozusagen die praktischen Lehranstalten für Ärzte bilden, befinden sich im städtischen, öffentlichen Krankenhaus. Der Staat leistet zu den Kosten Teilbeiträge. Diese Kliniken sind all – besonders die chirurgische – ständig überfüllt und viele Hilfe suchende Kranke müssen wegen Platzmangels abgewiesen werden. Dieser Übelstand wird von der mittellosen Bevölkerung selbstredend als schwere Not empfunden und bildet eine ständige Klage, da für manche arme Kranke „Sein oder Nichtsein“ von der Aufnahme ins Krankenhaus abhängt. Unbeschreiblich traurig und geradezu trostlos sind nun die wegen Platzmangels eingetretenen Zustände in der neurologisch –psychiatrischen Klinik. In dieser Klinik, die im Jahre 1894 für 52 Betten eingerichtet wurde, werden nun durchschnittlich 70 bis 80 Kranke untergebracht, was nur mittels Errichtung von Notlagern und nur bei einer drückenden Überfüllung aller Räume und Gänge möglich ist … Dazu kommt noch das Entsetzliche, dass in diesen überfüllten Räumen Kinder und Erwachsene, gutartige und bösartige Geisteskranke zusammengedrängt werden, was für erstere eine wahre Pein und direkt lebensgefährlich ist. Eine entsprechende Überwachung dieser Kranken ist unter solchen Umständen unmöglich…
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