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Innsbrucker Nachrichten

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Die nebenstehenden Texte können Sie im Original und vollständig in den Innsbrucker Nachrichten finden, die auf der Webseite ANNO abzurufen sind. Wie sie den Text am besten finden, habe ich auf meiner Startseite beschrieben.


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Kleiner Gedenkstätten (Senn, Gilm, A. Pichler, Peche, Thurner etc.)

Dem Tiroler Dichter Senn („Adler, Tiroler Adler“), dessen Grabstätte keine angemessene Bezeichnung trägt, soll ein Denkstein gesetzt werden, wenn er auch in seinen letzten Tagen nur mehr eine traurige Ruine war.
Von herrlichstem Wetter begünstigt fand gestern am Kaiserjäger-Regimentsschießstandes auf dem Bergisel die feierliche Enthüllung des Monuments statt, welches auf einer weißen Marmor-Pyramide die Namen sämmtlicher in den Jahren 1848, 1849 und 1859 auf den Schlachtfeldern in Ungarn und Italien gefallenen Ober-, Unteroffiziere und Jäger dieses unseres Heldenregiments verewigt.
Der Grabstein des unglücklichen Tirolerdichters Senn ist nun von Hohenauer vollendet und aufgestellt. Es ist eine weiße Marmortafel oben mit dem Tiroleradler auf der Lyra ruhend mit Bezug auf Senns herrliches Lied: „Adler, Tiroleradler, warum bist du so roth!“
30.10.1868 – Enthüllung der Büste des Dichters Herrmann von Gilm: „Diese Feier begann gestern Abends 8 Uhr vor der verhüllten Büste des gefeierten Dichters. Zu beiden Seiten derselben waren inmitten von Tannengewinden und frischem Grün zahlreiche Gasflammen angebracht, die ein prachtvolles Licht gaben. Oberhalb der Büste stand eine Leier in hellstrahlender Beleuchtung. Unterhalb derselben waren in geschmackvoller Dekoration Gruppen aus hübschen Gewächsen aufgestellt. Vor dem Hause standen zwei Kandelaber aus denen in Spiralen unzählige Gasflämmchen brannten. Um 8 Uhr erschien das Comité, und gleich darauf stimmte der akademische Gesangsverein den Chor an. In einer längeren Ansprache übergab der Vorstand des Comités, Herr Statthaltereirath von Barth, die Büste des Dichters der Obhut der Stadt. Während der Rede war die Umhüllung gefallen, und die Büste wurde sichtbar. Hierauf erwiderte Herr Bürgermeister Dr. Rapp, dass er die Büste im Namen der Stadt in Empfang nehme, die dieses werthe Denkmal hüten und ehren werde. Der Bruder des Dichters, Herr Otto von Gilm, überbrachte sodann den Dank der Witwe H. v. Gilm für die Errichtung des Monuments. Zwei Chöre, der eine von der Liedertafel, der andere von beiden Gesangsvereinen vorgetragen, schlossen die einfache und würdige Feier vor der Büste des Dichers, unter Beisein einer großen…
Der Denkstein unseres vaterländischen Dichters Senn auf dem Militärfriedhofe wurde von muthwilligen Händen beschädigt, und dem Adler auf der Leyer der Kopf abgehauen
(Schutz unserer Alterthümer.) Der Zahn der Zeit, dem selbst der Stein nicht zu hart ist, hat eine Probe seiner Leistungsfähigkeit an der oberen noch existierenden zwei in röthlichem Marmor gemeiselten, aus der Zeit des Erzherzog Ferdinand II. stammenden Stationen hinter dem Wiltener Schießstande gegeben. Schon seit längerer Zeit liegt die Steintafel zu Füßen ihrer Säule. Es wäre wünschenswert, wenn sich jemand fände, der diese Station wieder erhöhen möchte. Nicht minder verdienstlich wäre es auch, wenn die Mahl- oder Viertels-Säule bei Ampass, deren schöner massiver und schwerer Knauf von bösartigen Händen in wahrhaft unbegreiflicher Zerstörungswuth von der Säule gestürzt und theilweise beschädigt worden ist, wieder aufgesetzt werden möchte. Es ist diese „Mahl-Säule“ ein höchst interessantes rechtsgeschichtliches Alterthum, an demselben wurden nämlich die Theile der Geviertheilten (daher im Volksmund auch als „Viertelsäule“ bezeichnet) zu Nutz und Frommen ihrerer Zeitgenossen aufgehängt. Könnte nicht die kaiserliche Kommsion zur Erhaltung der Baudenkmale so viel aus ihrem Jahresbudget ersparen, um diese gewiss nicht kostspielige Reperatur zu veranlassen?
Zum Gedächtnis an den Maler Josef Schöpf (Telfs)
Siegfried, ein Werk des vaterländischen Bildhauers Heinrich Natter; s.a. das Denkmal für Friedrich Wilhelm I. von Hessen-Kassel 09.07.1890 (beide im Park des Schlosses Horowitz aufgestellt)
Das Comité zur Errichtung eines Denkmals für den Dichter Adolf Pichler hielt gestern im „Habsburger Hof“ seine erste constituierende Sitzung ab. Hierzu erschienen Professoren, Doctoren, Schrifsteller, Künstler und Kunstfreunde aus den verschiedenen Geschäftskreisen von Innsbruck und Wilten. Der ständige Ehrenvorsitz wurden den Herren Bürgermeister Wilhelm Greil und Universitätsprofessor Dr. Juffinger übertragen und wurden in das engere Actions-Comité folgende Herren gewählt: Prof. A. Niggl als Obmann, Schriftsteller Platter als erster und Kunstmaler Professor Schretter als zweiter Obmannstellvertreter, Eckart von Schumacher als erster und Heinz Jenewein als zweiter Cassier und die Schriftsteller Hugo Greinz und die Universitätshörer Ludwig von Ficker und Hermann von Greinz als Schriftführer. Ferner wurde beschlossen, als hohe Bronze-Statue auf einem öffentlichen Platze in Innsbruck zu errichten und dasselbe nach dem vom akademischen Bildhauer Edmund Klotz bereits angefertigte Modell durch den genannten tirolischen Künstler zur Ausführung zu bringen. Zur Aufbringung der erforderlichen Geldmittel wird das Comité zunächst einen Aufruf ergehen lassen, auch sollen in verschiedenen Städten Österreichs und Deutschlands Special-Comités zu diesem Zweck gebildet werden, wofür Persönlichkeiten aus den ersten Kreisen der Wissenschaft, Kunst und Literatur in Wien, Prag, München, Weimar, Jena, Dresden, Leipzig, Breslau usw. gewonnen werden konnten; s.a. 27.04.
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