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Innsbrucker Nachrichten

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Die nebenstehenden Texte können Sie im Original und vollständig in den Innsbrucker Nachrichten finden, die auf der Webseite ANNO abzurufen sind. Wie sie den Text am besten finden, habe ich auf meiner Startseite beschrieben.


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Annasäule

Eines der wenigen öffentlichen Monumente Innsbrucks, die St. Annasäule, welche eine Zierde der Neustadt sein könnte, geht sichtlich dem Verfalle entgegen. Schon 1859 wurde dieser gefährliche Zustand durch eine Baukommission erhoben und konstatiert, und aus landschaftlichen Mitteln die Summe zu deren durchgreifenden Restauration angewiesen. Die eingetretenen Kriegsereignisse aber waren die Ursache, dass die ganze Angelegenheit ins Stocken geriet. Dass das Monument in den letzten drei Jahren noch baufälliger wurde, versteht sich von selbst, und kann von Jedermann täglich der traurige Augenschein genommen werden-
An der Annasäule in der Neustadt wird dermal die Bauhütte aufgestellt, in welcher ein Theil der in der letzten Landtagsperiode bewilligten gänzlichen Restaurierungsarbeiten dieses vaterländischen Denkmales unter der Leitung der Herren Baumeister Johann Hutter (Huter)  und Söhne vorgenommen wird. Letztere haben, wie wir vernehmen, auch für das Hofrath Haslwanter´sche Haus außer der Innbrücke [Veronika Gruber, Die bauliche Entwicklung: Mariahilfstraße 42, Bp. 232 KN 384 EZ 416 II; Erwerb durch Kauf am 21.04.1818] den Plan zu einer neuen decorativen Facade entworfen, welche bereits in Ausführung begriffen ist. Innsbruck verdankt somit den Gebrüdern Hutter jun. seit einem kurzen Zeitraume nicht weniger als vier neue geschmackvolle Facaden alter Häuser (Weißes Kreuz, Tschonerhaus, Polizei-Direktionspalais und oberwähntes), ferner zwei Neubauten (Schulhaus in St. Nikolaus und Zinshaus der P.P. Serviten), welche letzteren beide - (auch wenn von Anhängern des alten Schlendrians mehrseitig angefeindet und amitiös bekritelt), den talentvollen jungen Männern, die den Entwurf dazu geschaffen und die exakte Ausführung geleitet, gewiss nur zur Ehre gereichen.
Die Prozession zur Annasäule zog heute zum letzten Male zu dem baufälligen Monumente, denn sogleich nach beendeter Oktave wird sich das Gerüst zur Abtragung der Annasäule erheben und dieselbe (vielleicht schon kommendes Jahr) neuverjüngt eine Zierde der Neustadt zu Innsbruck bilden
Die Annasäule prangt seit heute in verjüngtem Glanze.
Restaurierung der Annasäule; Forderung, die vor 20 Jahren von diesem Denkmal entfernten schwebenden Engel am Säulenschaft wieder anzubringen
Die Annasäule hat durch den Staub und den Rauch beim Teerbrennen für die Kanalisierung sehr gelitten und wird einer gründlichen Renovierung unterzogen
Die Renovierung der Annasäule ...Wer die unteren Reliefs des Sockels betrachtet, die noch im alten Kleid sind und einen Vergleich zieht, mit den obenstehenden, bereits „abgeputzten“, abgeflachten, milchigen Figuren, der muss doch zur Einsicht kommen, dass alle Tiefen, die infolge der Patina sich zeigten, verschwunden, das schöne, stimmungsvolle Grau verloren ist; mit anderen Worten: die schöne, alte Annasäule wird verdorben!; s.a. 09.10. Entgegnung vom akademischen Bildhauer Dr. Heinrich Fuß, dem Leiter der Renovierung ... „Es geschieht, was geschehen muss, und das mit den nötigen Schonung.“
Die Renovierung der Annasäule ist bis auf die Ausbesserung der Stufen und Reinigung der Barrieren beendet ... Der rote Marmor der architektonischen Teile erfreut durch die wieder hervortretende schöne Farbe, welche mit dem glatten gelblichen Marmor der Statuen und Reliefs und dem verstreuten Gold der Embleme prächtig kontrastiert. (Die Gegner der Renovierung, welche in diesem Blatte seinerzeit zu Worte kamen, werden angesichts des Ergebnisses der nun vollendeten Arbeit friedlicheren Erwägungen vielleicht doch Raum geben. D. R.). Eine Überraschung, wenigstens für die jüngeren Bewohner der Stadt bietet die Wiederanbringung der vier Friedensengel, welche im obersten Drittel die Säule umflattern. Bei der im Jahre 1865 vorgenommenen Renovierung war es notwendig geworden, die alte schadhafte Säule zu ersetzen; eigentümlicherweise unterließ man es, die Putti an der neuen Säule anzubringen. So schlummerten sie friedlich, genau 40 Jahre auf dem Dachboden des Landhauses, bis man sie vor wenigen Wochen aus dem Exil befreite, ihnen die mittlerweile verloren gegangenen Teile wiedergab und sie (wie dies auf einer Abbildung aus der Zeit der Aufstellung des Denkmales ersichtlich ist) im obersten Drittel der Säule wieder ihre alten Plätze einnehmen ließ. Damit hat das Denkmal seine ursprüngliche Gestalt wieder gewonnen. Das Denkmal wurde bekanntlich zum Gedächtnis der siegreichen Abwehr…