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Innsbrucker Nachrichten

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Die nebenstehenden Texte können Sie im Original und vollständig in den Innsbrucker Nachrichten finden, die auf der Webseite ANNO abzurufen sind. Wie sie den Text am besten finden, habe ich auf meiner Startseite beschrieben.


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Grabstätten

Im Museumssaale ist dermal ein plastisches Kunstwerk von hoher Vollendung ausgestellt, nämlich eine von dem tirolischen Künstler Hanns Gasser in Wien modellierte, dortselbst gegossene, und von Dannenberger ciselierte Engelsstatue, bestimmt für das Grabmonument des Hrn. Johann Schumacher sel., Buchhändlers und Magistratsrathes hier, wozu das marmorne Piedestal demnächst hier anlangen wird; s. die Berichtigung am 21. d. M.: „Nicht Hanns, sondern Josef Gasser aus Windischmatrei heißt der Künstler".
Unsere Stadt und im engeren Sinne der neue Stadtfriedhof wurde in diesem Monat um ein höchst werthvolles anerkennenswürdiges Kunstwerk bereichert; wir meinen das Monument in der v. Riccabona´schen Begräbnisarkade, in vollendeter Weise vom hiesigen akademischen Bildhauer Herrn Josef Müller (Miller) komponiert, und in weißem Marmor und grauem Granit gemeißelt. Der Leichnam Christi vom Kreuze abgenommen liegt hingestreckt zu den Füßen der den tiefsten Seelenschmerz rührend in Miene und haltung ausdrückenden Gottesmutter Maria; eine herrliche Gruppe in Lebensgröße, die dem Meister der sie schuf, nicht minder zur Ehre gereicht, als dem neuen Friedhofe zur wesentlichen Zierde
Der rühmlich bekannte Steinmetzmeister Hr. Haslauer in Salzburg hat vor kurzem ein sehenswertes Marmor-Piedestal vollendet. Es ist ein 7 Fuß 6 Zoll hohes und 5 Fuß breites Piedestal aus herrlichem Untersberger Marmor von warmer röthlicher Farbe und von sehr schönen eleganten Formen im Rundbogenstyl, welches für das Grabmonument des Buchdruckereibesitzers Johann Schumacher zu Innsbruck in den Arkaden den hiesigen neuen Friedhofs bestimmt ist. Auf dieses Pidestal kommt eine aus Metall gegossene Engelsgestalt von 4 Fuß 6 Zoll Höhe zu stehen, der in seiner Linken ein offenes Buch mit der Inschrift : „Verwesliches wird gesäet und Unverwesliches wird auferstehen“, und in seiner Rechten die Posaune des Gerichtes hält. Diese Figur, welche schon seit längerer Zeit hier im Museumsaal die Bewunderung aller Kunstkenner erregte, ist von dem rühmlich bekannten Bildhauer Herrn Josef Gasser in Wien verfertigt. Auf zwei Vorsprüngen des Denkmals kommen bronzene Grablampen zu stehen. So wie Herrn Gassers Werk einen wahrhaft künstlerischen Eindruck macht, so trägt auch die Marmorarbeit Herrn Haslauers durch das Gepräge rührenswerhen artistischen Geschmackes und mustergiltiger Solidität
Unser Friedhof ist seit einigen Tagen um ein neues hübsches Denkmal bereichert worden, - es ist das der Erler´schen Familien-Grabstätte, von unserem talentvollen Landsmanne, dem Bildhauer Grissemann in München, in Sandstein und Marmor ausgeführt. Aus schön gegliederter Architektur strebt zwischen zwei Grabtafeln ein Kruez empor, reich verziert, als der grüne Baum des Lebens, mit Maß und Pflanzenwerk. In der Mittes des Kreuzes steht auf einem von einer zierlichen Säule getragenen Kragsteine das christliche Ideal des Schmerzes, eine Mater dolorosa aus weißem Marmor, das Haupt gesenkt voll Ergebung in Gottes Willen, und beide Hände gefaltet. Die künsterlische Gestaltung der Statue ist sehr gelungen, sie ist fein und edel; das schön gesenkte haupt und die ruhig gefalteten Hände zeigen das Geschick des Künstlers bei dem Ausdrucke eines bewegten Seelenlebesn doch die monumentale Ruhe aufrecht zu erhalten
Beschreibung mehrerer bemerkenswerter Gräber in Innsbruck; s.oben 23.09.; weiters: „Die drei Mittelarkaden des westlichen Traktes bieten in ihrer nunmehrigen Vollendung drei Kunstwerke des vaterländischen jungen Historienmalers v. Wörndle, deren eines (die Begräbnisarkade des k.k. adeligen Damenstiftes) die fünf „klugen Jungfrauen bei Ankunft des himmlischen Bräutigams“ darstellt, ein, von gehöriger Entfernung betrachtet, effektvolles Gemälde. Die beiden anderen Fresken sind die VII. und VIII. Station des Kreuzwegs. Von plastischen Kunstwerken haben wir noch das Monument der Fumagallischen Arkade zu erwähnen, welches einen Künstler von Trient zum Schöpfer hat und als Bildhauerarbeit in Marmor ein Meisterwerk genannt werden muss; ferner das Denkmal der Hammer´schen Familie. Das Monument für die Unterberger´sche Arkade ist eben in der Aufstellung begriffen und scheint nach den einzelnen Theilen zu urteilen, sehr gelungen zu sein.
Unserem Friedhof steht wieder eine Verschönerung bevor; es sind zwei Engel hier angekommen und zur Besichtigung im Museum ausgestellt, welche der bildende Künstler Hr. Grießemann in Florenz für die Familiengruft des Herrn Baumeisters Mayr bestimmt, in Marmor ausgeführt hat
Bei der Schilderung der neuen Grabmäler im städtischen Friedhof müssen wir uns dieses Mal auf das hervorragendste der neu hinzugekommenen Gräber beschränken, und zwar auf Miller´s „Christus am Kreuze“ in der Mahl´schen Arkade, gleich vom Eingang in den Gottesacker links: „Auf einem flachen altarähnlichen Unterbau erhebt sich aus rauhem Steine in gothischen Formen ein massives Kreuz mit einer Giebelkrönung, das bildet den Hintergrund des aus carrarischen Marmor gemeißelten Cruzifixes. Christus ist auf demselben nicht leidend oder sterbend dargestellt, er hat bereit ausgelitten. Die Ruhe des Todes ist über ihn ausgebreitet, und nur die Spuren des Leidens sind auf seinem Antlitz zurückgeblieben. Es ist ein herrliches Werk, voll Ebenmaß in den Körpertheilen, mit einer bei plastischen Werken seltenen Weichheit in der Modulation des Fleisches, kurz, durch und durch mit künstlerischer Weihe gedacht und ausgeführt. Auch eine Malerei bleibt heuer mit ihren Schöpfungen hinter anderen Jahren nicht zurück; von Edmund Wörndle sind 4 neue Stationen enthüllt, dieselben sind im gleichen Geiste komponiert wie die vor zwei Jahren in diesen Blättern erwähnten, nur mit ungleich gewandterer Technik, als jene ausgeführt. Plattners großes Gemälde in der Vorhalle der Todtenkapelle ist noch nicht vollendet
Der bekannte Bildhauer Gasser soll mit der Ausführung des Grabmales des verstorbenen Landeshauptmanns Dr. Hieronymus v. Klebelsberg beauftragt worden sein
Friedhofskunst: In der Meyer´schen Arkade Christus am Kreuze, zu dessen Füßen Maria und Johannes, in der Jörg´schen Grabstätte, Christus das Kreuz tragend, in gothischer Architektur, beide aus Sandstein, Werke des Bildhauers Miller, und in der Fischnaler-Kurzmüller´schen Arkade ein Gemälde Plattners, die 4 letzten Dinge darstellend. Recht gut ist es, dass in einigen Arkaden damit gegonnen wurde, das unter aller Kritik schlechte Ziegelpflaster herauszureißen und durch Cementpflaster zu ersetzen. Es wäre im Interesse der guten Erhaltung der Denkmäler, die durch den Ziegelstaub nicht wenig leiden, zu wünschen, wenn die schlechten Ziegel überall entfernt würden
Hans Gasser wird in Bälde in Innsbruck ankommen, um in Innsbruck auf dem hiesigen Friedhofe das Grabmonument für Landeshauptmann Klebelsberg aufzustellen. Das Monument ist aus drei in Marmor ausgeführten Figuren bestehend und stellt den Tod des hl. Josef vor; s.a. 19.07.)
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