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Innsbrucker Nachrichten

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Die nebenstehenden Texte können Sie im Original und vollständig in den Innsbrucker Nachrichten finden, die auf der Webseite ANNO abzurufen sind. Wie sie den Text am besten finden, habe ich auf meiner Startseite beschrieben.


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Protest gegen die Schulpolitik auch in Tösens: „In Tösens begaben sich am Tage, an welchem der Schulinspektor erwartet wurde, statt der Kinder die Männer in die Schule, setzten sich in die Bänke und erwarteten den Inspektor. Dieser fuhr jedoch, da er dem Orte keinen Besuch zugedacht hatte, im Eilwagen vorbei.“
Die rebellischen Weiber vor dem obersten Gerichtshof. Der oberste Gerichtshof in Wien hat die Weiber zu Lähn, Bezirk Reutte, und Gnadenwald, Bezirk Hall, welche ihre Kinder von der Schulvisitation aus der Schule holten, der Übertretung nach § 314 des Strafgesetzes schuldig erkannt und hat die ihnen zuerkannte Arreststrafe von drei Tagen bestätigt. Das Oberlandesgericht hatte bekanntlich entschieden, dass die Weiber schuldlos seien.
In der Bürgerausschusssitzung werden Schulthemen behandelt: „Karl Payer referiert über die Organisation der Vorstadtschulen, welche den Anforderungen der Zeit nicht mehr genügen, da nicht nach einem einheitlichen wohldurchdachten Lehrplan gelehrt wird, nicht alle Lehrkräfte tüchtig sind und in Mariahilf und Dreiheiligen auch die Schullocalitäten weit hinter den gesetzlichen Anforderungen zurückbleiben. Die Gleichberechtigung erfordert es daher, dass auch die Vorstadtschulen, welche größtenteils von den Kindern armer Eltern besucht werden, jene Einrichtungen und Ausstattung erhalten, deren sich die städtischen Volksschulen sowie die k.k. Übungsschule erfreuen.“
Der Innsbrucker Lehrerverein hielt am Sonntag seine dirtte Generalversammlung. Anwesend waren Herr Schulinspektor Ritter v. Schullern als Gast und 23 ordentliche Mitglieder. Der Vereinsvorstand Herr Billek eröffnete die Sitzung, begrüßte den Gast und die Versammlung, und rechtfertigte den 26. Februar als Versammlungstag dadurch, dass er anführte, dieser sei der Jahrestag der behördlichen Genehmigung der Vereinsstatuten, also der Gründungstag des Vereins. Tagesordnung.
Eine Kundmachung der tirolischen Statthalterei als Landesschulbehörde besagt, dass die in Ausführung begriffenen Reichs- und Landesvolksschulgesetze eine beträchtliche Zahl neuer Lehrkräfte bereits erfordert und noch immer erfordern und in Folge dessen der Lehrermangel sich fühlbar macht, dass ferner auch die Frequenz der Lehrerbildungsanstalten den Bedürfnissen an Lehrern nicht genügt. In Folge dessen hat der Kultusminister für die Dauer der drei nächsten Schuljahre angeordnet, dass die Bildungsdauer der Lehramtszöglinge für Volksschulen mit dem dritten Jahrgange abzuschließen sei
13.02. und 15.02.1872 – Gestern ist hier der geachtete und beliebte k.k. Gymnasialprofessor und Bezirksschulinspektor Josef Daum, im kräftigsten Mannesalter von 49 Jahren, nach kurzem Krankenlager an einer Lungenentzündung gestorben. Das k.k. Gymnasium verliert an ihm eine seiner besten Lehrkräfte. Daum war 3mal als Landes-Vertheidiger ausgerückt, im Jahre 1848, 1859 und 1866, immer mit der akademischen Kompagnie und zwar in beiden ersten Jahren als Lieutenant, im Jahre 1866 als Hauptmann. Für diese Verdienste wurde ihm vom Kaiser der Franz-Josef-Orden verliehen. Daum war auch das Vertrauensamt eines Gemeinderathes übertragen. Er war ein Biedermann im vollen Sinne des Wortes und die Trauer in unserer Stadt ist eine große
Prof. Josef Daum - Schilderung der Begräbnisfeierlichkeiten: Die Leiche wurde gestern nachmittags 4 Uhr von der Wohnung des Verstorbenen in der Höttingergasse aus nach seinem eigenen Wunsch nur unter Begleitung eines Geistlichen, auf den städtischen Friedhof überbracht. Den ungeheuer langen Zug eröffneten die Kinder der Volksschule der Stadt und Umgebung, dann folgten die Gymnasialschüler, das freiwillige Feuerwehr-Korps in Uniform, sodann die Musikkapelle , und die Marcovic Infanterie. Der einfache Sarg wurde von Bediensteten der Leichenbestattungsanstalt getragen, und umgaben denselben Studierende mit Wachslichtern. Hinter dem trauernden Bruder und Verwandten des Verstorbenen gingen der Herr Statthalter Graf Taaffe, FZM Baron Pilippovic, Brigadier General Bauer und eine gorße Anzahl von Stabs- und Ober-Offizieren. Nun folgten der Bürgermeister mit dem Bürgerausschuss, der konstitutionelle Verein, der Turnverein, der Volksschulverein, die´Studierenden der Universität und eine große Menge Leute aus allen Ständen der Bevölkerung. Der Zug nahm den Weg über den Stadtplatz und langte der Sarg erst um 3/4 5 bei der Johanneskirche an, wo nach der Einsegnung ein ergreifendes Grablied gesungen wurde. Die Musikkapelle begleitete den Zug noch bis zum Friedhof selbst, wo am Grabe, das mit Kränzen bedeckt wurde, ein Schüler des Verstorbenen demsleben in warmen Worten einen ehrenden Nachruf widmete. Er ruhe im Frieden…
Der 1. Lehrkurs des neuerrichteten fürstbischöflichen Knaben-Seminars wird mit Beginn des nächsten Schuljahres im fürstbischöflichen Schlosse in Rotholz eröffnet werden, da der Neubau auf dem jüngst angekauften Grunde in Brixen, der auf 200.000 fl. zu stehen kommt und vom Architekten Vonstadl geleitet wird, erst in 3 Jahren fertig wird. In der Anstalt finden 400 Zöglinge Platz
Als zweiter Tagesordnungspunkt wird vom der Bau einer Industrie-Schule und einer Kleinkinderbewahrungsanstalt am Inquai auf städtischem Grund unterhalb des ehemaligen Strafhauses beschlossen
Anstelle des verstorbenen Herrn Prof. Daum wurde dem Herrn Anton Ritter v. Schullern das Amt eines provisorischen Schulinspektors für den politischen und Stadtbezirk Innsbruck übertragen.
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