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Innsbrucker Nachrichten

Hinweis

Die nebenstehenden Texte können Sie im Original und vollständig in den Innsbrucker Nachrichten finden, die auf der Webseite ANNO abzurufen sind. Wie sie den Text am besten finden, habe ich auf meiner Startseite beschrieben.


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Über das Volksschulwesen in Tirol. In dem soeben erschienenen Jahresbericht für Kulturs und Unterricht pro 1871 heißt es auf Seite 97: „Tirol steht in Bezug auf die gesetzliche Regelung des Volksschulwesens noch immer als bedauerliche Ausnahme dar.“ Mit den Landesschulgesetzen fehlt es der Volksschule nach unten hin an einer festen gesetzlichen Grundlage, umsomehr als die Majorität des Landtages selbst gegen das im Verordnungsblatte geschaffene Provisorium ankämpft. Ortsschulbehörden sind thatsächlich nicht vorhanden und der Ortsseelsorger übt sein nominell fortbestehendes Recht gar nicht oder in einer der Schulreform abträglichen Weise aus. Ferner heißt es: „Die klerikale Opposition gegen die Schulgesetze hat auch im Jahre 1871 fortgedauert und richtet namentlich gegen die provisorischen Bezirks-Schulinspektoren, sowie auch gegen die Landesschulbehörde selbst. Eine rühmliche Ausnahme bilden die Städte Innsbruck, Bozen, Trient und Roveredo“. Hoffentlich wird es auch einmal da Licht werden.
In Rietz soll ein Schule für Spitzenklöppelei errichtet werden (s.a. 14.08.)
Wie dem Tagblatt geschrieben wird, wirken dermalen 12 Tiroler an drei Bukowiner Mittelschulen, 8 an der Ober-Realschule, 2 am k.k. Staats-Gymnasium in Czernowitz und 4 am Gymnasium in Suczawa.
01.07., 02.07. und 03.07.1872 – Die Schulen von Mariahilf und St. Nikolaus sollen gegen den Widerstand der Bevölkerung zusammengelegt werden (zum Schulwesen in Innsbruck). Eingabe des Pfarrers von Mariahilf an den Magistrat: „Die Pfarre zu Maria Hilf mit 1900 Seelen habe den gerechtesten Anspruch auf eine Schule. Es sei etwas Unnatürliches eine Seelsorgs-Gemeinde von 5/4 Stunden Ausdehnung – vom Pulverturm bis zum Turnus-Vereinshaus – ohne eigene Schule zu belassen. Seit der Errichtung der Seelsorge Mariahilf im Jahre 1780 wurde auch für eine eigene Schule gesorgt, mit der zwar anfangs die Schule St. Nikolaus vereinigt gewesen sei, aber das Schulgebäude habe sich immer in der Gemeinde Mariahilf befunden; Unzukömmlichkeiten und Reibungen haben aber im Jahre 1852 zur Trennung der zwei Schulen geführt, dadurch haben beide Schulen, namentlich die von Mariahilf gewonnen. 2. ...
Über das Schulhaus in Mariahilf sagt das städtische Bauamt, dass bei dem gänzlich unbrauchbaren Zustande des bisherigen Schulhauses an Stelle desselben ein Neubau mit zwei Etagen aufgeführt werden müsste, welcher jedoch wegen des beschränkten Raumangebotes nur für 5 Schulsäle und der Dieners-Wohnung Platz böte; die Kosten würden sich auf 19.492 fl. belaufen. Diese Summe, mit der doch nur Halbes erreicht würde, müsste überdies in ein Gebäude hineingesteckt werden, das nicht einmal der Stadt gehört, denn es wurde von Frl. Mayrhofer testamentarisch nur so lange der Pfarrgemeinde zur Verfügung gestellt, als es zu Schulzwecken verwendet wird. [] Es ist vor allem auch daran zu erinnern, dass es nach den neuen Schulgesetzen keine Pfarrschulen mehr gibt, d.h. der Schulsprengel hat sich nicht nach dem Pfarrsprengel, sondern nach den Grenzen der Gemeinden zu richten. Die Ortsgemeinde hat die Sorge für die nothwendigen Volksschulen zu tragen und es fällt sohin die Sorge für den Unterricht der schulpflichtigen Kinder in der gesamten Gemeinde Hötting dieser letzteren anheim. [] Wahr ist, dass die vor dem Jahre 1852 vereinigte Schule in der Nähe des Sternwirthshauses nicht entsprach; sie war aber damals eben in einem für Schulzwecke nicht im Entferntesten geeigneten Lokale untergebracht und die Trennung vollzog sich…
Noch einmal zum Schulstreit: „Wenn die Bewohner des Stadttheils Mariahilf einen Blick auf ihre gegenwärtige Schule werfen, wo Knaben und Mädchen beisammen in 3 dumpfen, niedrigen Zimmern eingepfercht und aneinandergepresst ohne Möglichkeit einer freien Bewegung sitzen, so wird ihnen der Vortheil nicht entgehen, der für ihre Kinder aus der Vereinigung der beiden Schulen erwächst und sie werden ihnen darum gerne den täglichen Spaziergang nach St. Nikolaus gönnen.“
In Mariahilf soll eine Privatschule errichtet werden (Genehmigung 12.11.)
(Spitzen-Klöppeleischule). Wir haben bereits gemeldet, dass das k.k. Handelministerium dem Herrn Uffenheimer von hier behufs Errichtung einer Spitzenklöppeleischule in Rietz im Oberinnthale eine jährliche Subvention von 300 fl. für die Dauer von 3 Jahren bewilligt hat. Herrn Uffenheimer ist es gelungen für diesen in der genannten Gemeinde bereits früher betriebenen Erwerbszweig eine sehr tüchtige Lehrerin aus dem sächsischen Erzgebirge für die neue Spitzen-Klöppeleischule zu gewinnen und ebenso haben sich mehrer Schülerinnen gefunden, deren Anzahl sich bald vermehren wird. Kommenden Mittwoch wird nun diese neue Schule nach Abhaltung eines solennen Hochamtes in festlicher Weise eröffnet werden, und werden dieser Feierlichkeit verschiedene Notabilitäten von hier, die sich um die Sache interessieren, beiwohnen.
Eröffnung der neuen Klöppelschule in Rietz durch den Abt von Stams (weiters anwesend war: der Begründer der Schule, Herr Uffenheimer, Herrr Statthalter Graf Taaffe mit dem Polizeirath von Alpenheim, Herr Bezirkshauptmann Röggla von Imst, Schulinspektor Prof. Durig, 50 Schülerinnen und diverse Abordnungen)
Das Knabenseminar in Rotholz ist am Dienstag durch den Fürstbischof von Brixen eröffnet worden. Das Institut soll bereit über 20 Zöglinge zählen (Personal und Leitung siehe 05.10.)
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