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Innsbrucker Nachrichten

Hinweis

Die nebenstehenden Texte können Sie im Original und vollständig in den Innsbrucker Nachrichten finden, die auf der Webseite ANNO abzurufen sind. Wie sie den Text am besten finden, habe ich auf meiner Startseite beschrieben.


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Mord und Raubmord

Mörder und Mordopfer

Unseren Lesern ist wohl noch der gräuliche Raubmord im Gedächtnis, welcher von einem Schneider aus Baiern, namens Karl Lang, an der ledigen Johanna Lumper in Stockach im Lechtal im Dezember d. v. Jahres verübt wurde. Dem Raubmörder gelang es über Innsbruck nach Baiern und von dort nach Baden zu entrinnen. In Karlsruhe endlich erreichte den Flüchtigen die Hand der Gerechtigkeit, und derselbe wurde nun von dort von zwei baierischen Gendarmen abgeholt und nach München gebracht.
Auf dem Wege von Lienz nach Amlach wurde ein Mütterchen von 60 bis 70 Jahren von einem jungen Burschen angefallen und sodann in einen Wiesenwal geworfen, wo sie später todt aufgefunden wurde.
Raubmord in Westendorf: Am 29. November, während des Rorate-Gottesdienstes, wurde an Anna Aufinger, Wirtschäfterin bei dem Bauersmann Astl zu Neubruch bei Westendorf ein Raubmord verübt; die Anna Aufinger wurde erschlagen, verschiedene Kasten erbrochen und das Geld geraubt. Bis jetzt hat man den Täter noch nicht entdeckt.
Oberndorf bei Kitzbühel: Dem Vernehmen nach wurde der Beschuldigte des Mordes an dem achtjährigen Mädchen Anna Foidl von Oberndorf bei Kitzbichl in sichere Gewahrsam gebracht; s.a. 06.05. Sicherem Vernehmen nach hat der Mörder der Anna Foidl von Oberndorf (ein Bettler von Kessen) auch den im vorigen Jahr an den 13 Jahre alten Mädchen Elisabeth Berger am Niederndorfer Berge verübten Mord seines vollen Umfangs nach, eingestanden.
Am 17. d. M. brach in der Mitte des Marktes, in einem Hause in der Nähe der Johanneskirche ein Feuer aus, das jedoch noch rechtzeitig bewältigt wurde. Bei der noch lebhaften Erinnerung der Bevölkerung von Imst an den letzten furchtbaren Brand machte der Feuerlärm keinen geringen Eindruck auf die Gemüther. [] Während nun der drohende Brand das Tagesgespräch bildete, war es am 18. d. M. ein in der Nacht verübter Mord. Morgens ums halb 6 Uhr wurde nämlich hart hinter den Häusern der Krämergasse, also in der Nähe wo das Feuer auskam, die Leiche eines ungefähr 40 Jahre alten, schlecht beleumundeten Weibsbildes auf dem Rücken liegend, den Kopf mittels eines Steines ganz zerschmettert, den Mund mit einem Sacktuche zugestopft aufgefunden. Abends 10 Uhr wurde sie noch im elterlichen Hause gesehen. Über die Motive und näheren Umstände des Mordes, wie über den Thäter liegt tiefes Dunkel
Unsere geehrten Leser erinnern sich noch der schaudervollen beiden Schändungs- und Mordverbrechen an zwei kleinen Mädchen (siehe oben den Bericht über den Mord an Foidl) am Röhrenbühel, verübt im Mai vorigen Jahres und am 26. März d. J. bei Kitzbühel von einem damals längere Zeit unbekannt gebliebenen Täter. Derselbe wurde aber verdächtig durch eine Finanzwachpatrouille angehalten und dem Gerichte eingeliefert und stand nun gestern und vorgestern vor dem k.k. Landesgerichte Innsbruck, angeklagt dieser Doppelverbrechen. Derselbe ist von Kössen gebürtig, über 38 Jahre alt und hat als Übernamen die Vulgo-Benennung das "Gwaltwolferl" (sein richtiger Name war Wolfgang Fischbacher). Wir verweisen hinsichtlich dieser Gerichtsverhandlung auf die heutige Veröffentlichung im Tiroler Boten und können wegen des beschränkten Raumes hier nur noch angeben, dass der Angeklagte Wolfgang F. der ihm zur Last gelegten Verbrechen für schuldig befunden und zum Tode durch den Strang verurtheilt wurde
Gestern abends 6 Uhr kam ein schwerbeladener Güterwagen von 4 Pferden gezogen, ohne Fuhrmann beim Neuhauserwirth in Wilten an. Es wurden sogleich Leute ausgesandt, den vermissten Fuhrmann Hämmerle von Lustenau zu suchen, und wurde derselbe oberhalb des Reselehofes ermordet und seines Geldes beraubt abseits der Straße liegend gefunden.“ s. a. 30.11. „Am Mord scheinen drei Individuen betheiligt gewesen zu sein. Ein Bauernmädchen aus dem Mittelgebirge war desselben Weges und durch Geschrei und Lärm erschreckt und aufmerksam gemacht, zufälligerweise Zeuge dieser Gräuelthat. Der Mord geschah nicht durch einen Stich, sondern durch einen ganz in der Nähe des Ermorderten losgefeuerten Schuss mit gehacktem Blei.“ Siehe weiters die Meldungen vom 10.12. („Die Ausforschungen des Gerichtes in Betreff des jüngst vorgefallenen Raubmordes haben noch kein anderes Resultat gebracht, als einen großen Aktenstoß“) sowie vom 25.02. und 17.03.1864 über die Ergreifung des Täters in Lana und sein Überführung nach Innsbruck.
Wie man sich hier erzählt, wurde vorgestern ein Fuhrknecht des Wirthes Herrn Stadler bei Matrei in der Nähe der Heilig-Geist-Kirche erstochen gefunden; s.a. 24.03. Der Thäter wird ausgeforscht und in Haft genommen.
In der Nähe von Kitzbichl (Kitzbühel) wurde am 2. d. Mts. von einem dort stationierten Gendarmen ein berüchtigter Dieb aufgegriffen. Während der Eskorte nach Kitzbichl brachte er ihm meuchlerisch vier tödtliche Messerstiche bei. Trotz der Verwundung rang der Gendarm mit dem Verbrecher und überwältigte ihn, sodass der letztere todt auf dem Platze blieb. Der Gendarm wurde ins Spital nach Kitzbühel gebracht, wo er dem Tode nahe ist.
Ein Bauernsohn in Stanzach hat der ledigen Bauerntochter A. M. K., als sie von der Fronleichnamsprozession zurückkehrend in die Kirche eintreten wollte, mit seinem Taschenmesser am Halse eine solche Wunde beigebracht, dass dieselbe eine halbe Stunde später eine Leiche war. Eifersucht soll die Ursache dieser entsetzlichen Tath gewesen sein. Man vermutet, der Täther habe die Tath in einem Anfalle von Irrsinn begangen, welcher, wie wir hören, bei ihm schon öfter beobachtet wurde. Der Täther wurde festgenommen.
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