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Innsbrucker Nachrichten

Hinweis

Die nebenstehenden Texte können Sie im Original und vollständig in den Innsbrucker Nachrichten finden, die auf der Webseite ANNO abzurufen sind. Wie sie den Text am besten finden, habe ich auf meiner Startseite beschrieben.


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Die Eröffnung der städtischen Schwimm- und Badeanstalt am Gießen wird am 15. ds. Mts. erfolgen, und deren Benützung am Montag, Mittwoch und Freitag jeder Woche von 2 bis 5 Uhr nachmittags ausschließlich für die k.k. Militärmannschaft, an den übrigen Tagen und Stunden jedoch von 11 Uhr vormittags bis 8 Uhr abends für das Publikum frei bleiben, was vom Stadtmagistrat Innsbruck hiemit öffentlich bekannt gemacht wird.
Herr Bürgermeister gab in kurzen Umrissen ein Bild der Verhandlungen über die Erbauung einer Schwimm- und Badeanstalt am Gießen und hob besonders hervor, dass die Anlage der Schwimmschule in der Gegend des Bahnhofes sich als vollständig unausführbar erwiesen habe, da das Sillwasser von den Ärzten nicht als geeignet erachtet worden sei und anderes Wasser nicht zur Verfügung stehe. Man müsste sich denn mit dem Nachwasser des durch den Bahnhof geleiteten Villerbaches begnügen, das aber nicht reichlich genug fließe, um eine anständige Schwimmschule zu speisen. Die einzige Möglichkeit eine Schwimmschule anzulegen, bestehe am Gießen. Der Eigenthümer desselben, Herr Sattler, habe auch schon mehrere Projekte eingereicht, diese seien aber vom Bau-Comité und vom Magistrate unberücksichtigt geblieben, da letzterer die Meinung vertrete, dass die Stadt diese Anstalt in eigener Hand behalten müsse. Es sind nun die notwendigen Vorbereitungen so getroffen, dass dem Unternehmen kein Hindernis mehr im Wege steht. Die auf dem Gießen haftenden Wasser- und Uferrechte sind von der Stadt erworben worden und der nöthige Grund in einer Ausdehnung von 1.605 Quadrat-Klafter wurde von Herrn Niederacher zum Preise von 2 fl. per Quadrat-Klafter zum Kaufe angeboten worden. Dieser Grund liegt dem Gasthause zum Rössl in der Au gegenüber und ist daher der…
Das neue Schwimmbad soll mit einem Vorwärmbassin ausgestattet werden
Der Bau der städtischen Schwimmschule am Gießen hat bereits begonnen
Innsbruck wird bald um eine große Merkwürdigkeit ärmer werden. Der Teich vor dem Löwenhause, diese noch aus Kößler´s Neujahrswünschen des besten Andenken sich erfreuende Schwimmschule, wird demnächst ausgefüllt werden
Gestern Nachmittag ertrank der Schustergeselle Johann Reichmann, 18 Jahre alt, in der Büchsenhausener Schwimmschule. Er gerieth außer die durch eine Stange abgegrenzte Untiefe und sank unter. Das Wasser war äußerst trübe, der Unglückliche wurde nicht bemerkt. Als man endlich des Unglücks gewahr wurde, so tauchten mehrere Schwimmer nach allen Richtungen, ohne den Ertrunkenen finden zu können. Erst als man den Teich ausließ, fand man die Leiche.
Die Schwimm- und Badeanstalt am Gießen: Nach mehrfachen Projektsänderungen soll der Schwimmbassin 26 Klafter lang und 12 Klafter breit werden, ein 12 Zoll dickes Pettonlage erhalten und in Zement aufgemauert werden. Weil die projektierten Kosten dadurch überschritten werden, soll das Wärmebassin erst später ausgeführt werden. Herr Daum befürchtet, dass eine Wassertemperatur von 13 Grad Reaumur (entspricht etwa 17 Grad Celsius) vom allgemeinen Publikum als zu kalt empfunden werden wird. Dem erwidert Herr Johann Kastner, Stationschef, dass das Wasser des Schwimmbassins durch die Leibeswärme der Schwimmer erwärmt werde und diese Wärme in sich behalte, da viel mehr als die Hälfte des Wassers ständig im Bassin bleibe, wofür am Gießen vermöge der ungünstigen Niveauverhältnisse ein Abfluss nicht bewirkt wreden könne. Er glaube vielmehr, dass das Wasser des Schwimmbassins einer lauwarmen grünlichen Pfütze gleichkommen werde, die nicht sonderlich besucht werden wird. Daraufhin erklärt der Bürgermeister, dass das Projekt in dieser Richtung seit Jahren von verschiedenen Sachverständigen geprüft und als entsprechend befunden wurde.
Der neuen Schwimmschule droht eine höchst bedenkliche Gefahr. Es wird nämlich gerade vor derselben eine Anstalt zum Waschen der Militär- und Spitalswäsche errichtet. Ob es dem Unternehmer dieser Waschanstalt nur um Errichtung der Waschanstalt oder um noch etwas Anderes zu thun ist, lassen wir dahingestellt sein. Jedenfalls möge der Magistrat auf der Hut sein, da es überhaupt viele Elemente in der Stadt gibt, welche unserem liberalen Magistrate und seinen Werken, worunter auch die Schwimmschule ist, nicht hold sind.
Die Schwimmbadordnung in Innsbruck: „§ 7: Kein Besucher männlichen Geschlechts darf ohne Badehose, keine Weibsperson ohne vollständigen Badeanzug baden oder schwimmen.“
Die neue städtische Schwimmschule ist nun eröffnet. Dieselbe erfreut sich zahlreichen Besuches und befriedigt durch ihre treffliche Einrichtung im Allgemeinen sehr. Nur Vorrichtungen zur Douche- und Einzelbädern werden vermisst. Im Winter soll die Schwimmschule als Eisbahn Verwendung finden.
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