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Innsbrucker Nachrichten

Hinweis

Die nebenstehenden Texte können Sie im Original und vollständig in den Innsbrucker Nachrichten finden, die auf der Webseite ANNO abzurufen sind. Wie sie den Text am besten finden, habe ich auf meiner Startseite beschrieben.


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Dem Vernehmen nach wollte gestern nachmittags der Überführer von Eigenhofen bei Zirl mehrere Leute an das andere Ufer bringen. Das Fahrzeug aber wurde durch die ungeheure Wucht des Hochwassers vom Seile abgerissen und es geschah dabei, dass der Knecht des Überführers und der Kurat von Leutasch in den Wellen zugrunde gingen. Zwei andere Geistliche und einige Bauern, welche ebenfalls auf dem verunglückten Fahrzeug sich befanden, konnte sich mit genauer Noth retten.
Am Freitag vorige Woche wurde auf einer Inninsel bei St. Margarethen eine Leiche aufgefunden. Auf geschehen Anzeig begaben sich die beiden Priester des Ortes dorthin. An dem unversehrten Perlkollare, das sich noch fest um den Hals schloss, konnten sie sogleich erkennen, dass es die Leiche des Priesters Kathrein sei, der vor zwei Monaten auf der Überfuhr nach Inzing im Inn ertrunken ist. Die Leiche war sehr verunstaltet; die Lippen abgerissen, ein Arm beim Handgelenke abgebrochen und hing nur noch durch die Haut mit der Hand zusammen, der ganze Körper durch das Wasser sehr aufgedunsen. Die Leiche trug mit Ausnahme des Rockes noch alle Kleidungsstücke, freilich in sehr beschädigtem Zustand. Die Uhr, welche im Gilet ganz wohlerhalten gefunden wurde, zeigte auf 3/4 9 Uhr, also auf jene Zeit, wo Herr Kathrein im Inn ertrank. Die Leiche wurde in St. Margarethen mit dort wohl nie gesehener Feierlichkeit beerdigt. 14 Priester waren gekommen, um ihrem Mitbruder die letzte Ehre zu erweisen. Herr Dekan von Fügen nahm die Einsegnung vor. Die Kirche war mit Andächtigen gefüllt wie an den höchsten Festtagen, obwohl gerade jetzt die Arbeit auf den Feldern drängt.
Um einer Versumpfung der Haller Augründe entgegenzuwirken, werden in Hall gegenwärtig aus dem Innbette westlich der Haller Innbrücke die Holzrechenfundamente entfernt.
Entlang des Inns werden für Notfälle Rettungsstangen und Rettungszillen bereit gehalten (s.a. 30.06.1879)
(Innregulierung.) Gegenwärtig wird wieder ein Stück Inn-Regulierung hergestellt, indem die vor zwei Jahren begonnene Arche und Ufermauer am Ausgange der Innsstraße ein Stück weiter geführt wird. Diese Regulierung wird sich bis zum Durchlasse beim kleinen Wasserfall an der Gerichtsgrenze zwischen Innsbruck und Hall ausdehnen. Wenn diese Stelle reguliert sein wird, wird das rechte Ufer beim Löwenhaus daran kommen. Man hofft durch die Einengung des dort sehr breiten Flussbettes dem Inn einen raschen Abfluss zu geben, wodurch die Schotterbank, die sich beim Löwenhaus gebildet hat, beseitigt werden soll. Je tiefer sich der Inn an jener Stelle sein Bett gräbt, desto weniger hat Innsbruck Hochwasser zu befürchten. Doch dürfte sich vielleicht die Nothwendigkeit herausstellen, wenn dieser Zweck erreicht werden soll, einen Theil des an jener Stelle sich quer durchziehenden Felsenrisses bis auf eine gewisse Tiefe wegsprengen zu lassen.
Der Umhausener Wasserfall und der Piburger See im Ötztal
Über den Ursprung und Lauf des Inn (von Dr. Franz Hechenberger, k.k. Notar in Innsbruck); Fortsetzung 17., 18., 22., 23.
Ein der Verschönerung sehr bedürftiges Objekt ist das Innbett, welches gegenwärtig wohl die meiste Zeit des Jahres hindurch zu beiden Seiten der Brücke einen zum mindesten unschönen Anblick gewährt. Der leitende Ausschuss des Verschönerungsvereins ist bestrebt, Mittel und Wege zu finden, um der schon seint Jahr und Tag auf beiden Ufern, namentlich hinter dem Fleischbankgebäude und bei dem Turnusvereinshause üblichen Schutt-, Abfälle und Mistlagerung zu steuern, und dies dürfte vielleicht nicht all´zu schwer fallen, wenn man weiß, dass Innsbruck neben der ärarischen Straße unterhalb von St. Nikolaus auf dem Wege nach Mühlau, wo das Aerar in der Innregulierung begriffen ist, einen großen, praktischen Ablagerungsplatz besitzt. Müssten alle Abfälle dort hinaus transportiert werden, wo wäre ein doppelter Vortheil damit erreicht, für´s erste würde das Innbett innerhalb des Stadtrayons von den eckelhaften Unrathhaufen befreit und für´s andere würde an oberwähnter Stelle die Auffüllung zwischen der Straße und der Arche schneller vor sich gehen und Innsbruck käme dann um so schneller zu einer neuen Parkanlage, welche auf dem Innflusse auf diese Weise abgewonnenen Terrain errichtet würde.
Der Inncanal, dieser Gegenstand berechtigter Klagen in gesundheitlicher Beziehung seitens der Anwohner und von Interpellationen im Gemeinderathe, wird nun endlich zugeschüttet werden. Damit wird ein Herd für Miasmen aus der Welt geschafft, gleichzeitig verschwindet aber auch ein Überbleibsel alter Verkehrsverhältnisse, die durch die Arlbergbahn modernen Charakter angenommen haben.
Die Waschflöße am Inn sind desolat und lebensgefährlich
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