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Innsbrucker Nachrichten

Hinweis

Die nebenstehenden Texte können Sie im Original und vollständig in den Innsbrucker Nachrichten finden, die auf der Webseite ANNO abzurufen sind. Wie sie den Text am besten finden, habe ich auf meiner Startseite beschrieben.


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Die Zöglingen des Malfattischen Institutes haben nun alle die Anstalt verlassen und sind zu ihren Eltern zurückgekehrt. Von den Schulbrüdern, welche das Institut zu so anrüchiger Berühmtheit brachten, sind angeblich schon 4 entflohen; s.a. 04.02. Verhaftung von zwei Schulbrüdern; Protest des Herrn Malfatti gegen die Schließung
Malfattische Behausung in St. Nikolaus von den Barmherzigen Schwestern gemietet.
Gestern standen drei der Schändung und anderer schwerer Unzuchtsfälle angeklagte Schulbrüder des Malfatti´schen Instituts vor den Schranken des Gerichtshofes des hiesigen Landesgerichtes. Präsident v. Attlmayr leitete die Verhandlung. Aus Gründen der Sittlichkeit war die Verhandlung nicht öffentlich. Die Klosterbrüder Sabinus, Justin und Rudolf (Kongregation der Brüder der christlichen Schule) werden zu Haftsstrafen in der Dauer von 9 Monaten bis 2 1/2 Jahren verurtheilt. Die Angeklagten erschienen, da sie aus ihrer Kongregation ausgeschieden waren, im Civilkostüme.
Das Kraus´sches Stiftungshaus. (Die Kraus´sche Stiftiung für arme, betagte, hilflose und zum ferneren Dienen unfähig gewordene weibliche Dienstboten gewährt 21 mittellosen Frauen Unterkunft, 10 davon auch die volle Verpflegung).
Das neben der Innbrücke bei Volders befindliche Kloster der P.P. Serviten, in welchem seither nur zwei bis drei Patres ihren bleibenden Wohnsitz hatten, ist seit kurzem von einem Herrn Brentano mit Frau, ehemals Besitzer eines Paramentengeschäftes in Augsburg zum Theil in Miete genommen und in dessen geräumigen Lokalitäten eine Knaben-Lehr- und Erziehungsanstalt etabliert worden. Früher soll Herr Brentano eine ähnliche Anstalt in Nassereith gegründet, aber wieder aufgelassen haben.
Heute fand in Innsbruck die Eröffnung eines zweiten Kindergartens im neuen Mädchen-Schulhause in St. Nikolaus statt.
Das Hofmann-Otto´sches Kinderfest (hierzulande noch unbekannt, aber in Deutschland, der Schweiz und sogar Amerika schon seit 20 Jahren sehr beliebt.) Diese Kinderfeste sind melodramatischer Art, Deklamation und Gesang wechseln einander ab. Die Idee stammt von Friedrich Hofmann und Julius Otto; s.a. 12.01.)
Bettlerunwesen (Maßnahmen gegen den professionsmäßigen Hausbettel)
Kindergarten- und Schulnachrichten: „Der seit zwei Jahren dahier bestandene Privat-Kindergarten ist, wie wir hören, in Gefahr, einzugehen. Nicht weil es etwa an Theilnehmern fehlte, noch an einer Kindergärtnerin, noch etwa, weil die Eltern, welche ihre Kinder seit seinem Bestehen in denselben geschickt haben, mit demselben unzufrieden gewesen wären; im Gegentheil, alle, welche seither ihre Kleinen dem Kindergarten anvertraut hatten, waren mit den Ergebnissen sehr zufrieden. Die Schwierigkeit, mit der ein Kindergarten in der Stadt zu kämpfen hat, besteht – es klingt zwar in einer Stadt wie Innsbruck völlig unglaublich – im gänzlichen Mangel eines geeigneten Lokals. Die seither von der hohen k.k. Stadthalterei dem Kindergarten überlassenen Nebenlocalitäten der Redoutensäle eignen sich zwar zu jedem Zwecke besser, als diesem; dennn abgesehen davon, dass der Kindergarten, besonders im Fasching, durch die beinahe allabendlichen Unterhaltungen in diesen Räumlichkeiten oftmalige Unterbrechung erleidete, ist der längere Aufenthalt in diesen Zimmern aus Ursachen, die allen denen welche dieselbe aus eigener Anschauung kennen, bekannt sind, den Kindern in so zartem Alter in gesundheitlicher Beziehung nicht zuträglich. Es ist daher sehr begreiflich, dass Eltern, deren Kinder schwächlicher Konstitution sind oder zu Krankheiten neigen, lieber auf auf den Kindergarten verzichten, so sehr sie auch dessen Werth zu schätzen wissen.…
Se. kaiserliche Hoheit Herr Erzherzog Karl Ludwig beehrte gestern das unter seinem Protektorate stehende Margarethinum und die „Villa Braunschweig“, dessen Besitzer als edelmüthiger Wohltäter dieser Institution bekannt ist.
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