Volltextsuche

Innsbrucker Nachrichten

Hinweis

Die nebenstehenden Texte können Sie im Original und vollständig in den Innsbrucker Nachrichten finden, die auf der Webseite ANNO abzurufen sind. Wie sie den Text am besten finden, habe ich auf meiner Startseite beschrieben.


Zur Startseite
Zur Jahresübersicht von ANNO


Designed by:
SiteGround web hosting Joomla Templates
Im Gemeinderat kam in der letzten Sitzung eine Zufschrift des Landesgerichts-Präsidiums zur Verlesung, in welcher die traurige Thatsache konstatiert wird, dass wegen der stets zunehmenden Zahl der Strafsachen die hiesige Frohnfeste zu eng geworden ist. Diese bietet für höchstens 70 Häftlinge Raum, wird gegenwärtig aber ganz sanitätswidrig von mehr als 100 Inhaftierten bewohnt, ja es war die Zahl derselben bereits einmal auf 126 gestiegen. Leider sei keine Abnahme zu erwarten, eine Vermehrung der Kerker sei daher unbedingt nothwendig. Im 3. Stock des Rathauses, respektive im Stadtturm wären als Gefängnis geeignete Lokalitäten für 18 bis 20 Häftlinge vorhanden. – Gemeinderath Falk spricht dagegen. Die hiesige Frohnfeste sprichtn nicht nur der Humanität, sondern auch der neuen Strafprozessordnung Hohn. Die Regierung solle eine neue Frohnfeste bauen, damit nicht gebildete Untersuchungshäftlinge die Zellen mit gemeinen Verbrechern theilen müssen, wie das hier vorkomme. Man solle nicht die Hand bieten, solche Zustände zu verlängern, und deshalb beantrage er, auf die Vermiethung dieser Lokalitäten nicht einzugehen, welcher Antrag einstimmig angenommen wurde. Gemeinderath Blaas beantragt, die in jenen Räumlichkeiten aufbewahrten alten städtischen Gewehre zu verkaufen; wird ebenfalls angenommen.
Das Projekt, das gegenwärtige Polizeigebäude durch den Staat anzukaufen und zu einer Fronfeste umzugestalten, ist wegen zu großer Kostspieligkeit wieder fallen gelassen worden, nachdem sich herausgestellt hat, dass das ganze Gebäude zu diesem Zwecke von Grund aus neu gebaut werden müsste.
Bekanntlich wurde jüngst die Scharfrichterstelle dahier ausgeschrieben. Die Aussschreibung derselben scheint einiges Aufsehen erregt zu haben, denn auch mehrere ausländische Blätter nahmen Notiz davon. Man möchte nun meinen, das Amt eines Nachrichters sei gerade kein so sehr begehrtes, dass sich viele Kompetenten um dasselbe bewerben werden. Dem aber war nicht so, es langten eine Menge Gesuche um Verleihung der Stelle aus aller Herren Länder ein. Wir sind in der Lage, eine Blumenlese aus den zahlreichen Bewerbungsschreiben zu geben []
18.12.1877 – Tourville wird in die Strafanstalt Gradiska verlegt (und am 18.11.1881 nach Graz Karlau); s.a. 07.05. 1880
Heute Morgens 8 Uhr wurde dem Muttermörder Kreuzer von Oberhofen durch Herrn Landesgerichtspräsidenten Ferrari die Bestätigung des Todesurteils verkündet, das morgen um 6 Uhr in der Früh durch den Strang im Hofe der hiesigen Frohnfeste vollzogen wird.
Dem meuchlerischen Muttermörder Johann Kreuzer von Oberhofen wurde gestern vormittags im Gerichtshause durch den Gerichtshof in Beisein des Staatsanwaltes in Gemäßheit der §§ 403 und 404 St.P.O..verkündet, dass das Todesurtheil Rechtskraft erlangt habe und dass die Vollstreckung desselben heute morgens um 6 Uhr unaufschieblich erfolgen werde. Der Missethäter vernahm diese entgiltige Entscheidung mit großer Gelassenheit ohne besondere Aufregung zu verrathen. Während des ganzen Tages und auch die Nacht hindurch, in welcher er nun ungefähr 1 Stunde schlief, verkehrte er unausgesetzt mit dem Geistlichen, dem hw. Herrn Dekanatssekretär Engelbert Gerstl, welcher den Unglücklichen auf seinen Todesgang vorbereitete. Er aß die ganze Zeit sehr wenig und trank nur ein Paar Glas Wein zur Stärkung. Heute morgens um 1/2 5 Uhr brachte der Geistliche in der Kapelle der Frohnveste das hl. Messopfer dar, während welcher er dem reumüthigen Delinquenten die letzte Wegzehrung ins Jenseits reichte. Die übrige Zeit verbrachte Kreuzer noch im Beisein seines geistlichen Trösters in Gebet und ruhiger Ergebenheit in sein Schicksal. Kurz vor 6 Uhr erschien der hohe Gerichtshof in der Zelle des Gefangenen. Derselbe wurde nun in den kleinen Hofraum der Frohnfeste geführt, in welchem ein Zug Soldaten von Infanterie und eine Anzahl zugelassener Herren Aufstellung genommen hatte. Gemessenen Schrittes…
Das alte Justizgebäude und das Gefangenenhaus (im Kräuterturm): Das alte Landesgerichtsgebäude ist ungeachtet der möglichst besten Verwendung der Räume nicht mehr im Stande, den gestellten Anforderungen der jetzigen Justizpflege zu genügen. Man stelle sich, von untern auf beginnend, den Abgang eines geeigneten Auctions- und Transferierungs-Locales, das einfenstrige Verhandlungszimmer Nr. 9 im ersten Stock mit den auf der dunklen Hausflur wartenden Zeugen und Partheien, die Verfachbuchkanzlei als Durchgangszimmer, den schmählichen Raum, in welchem das Depositenamt bei 2 Millionen Werthsachen aufbewahrt, das Kanzleizimmer Nr. 2 mit seinen sämtlichen Kanzleibeamten zugleich als öffentlicher Verhandlungssaal in Bagatellsachen, den Verhandlungssaal des Landesgerichtes in Civil- und Strafsachen, niedrig, ohne Luft und Licht, das die zwei in den engen dunklen Hofraum hinausgehenden Fenster unmöglich zu bringen im Stande sind, recht vor, so muss der Neubau des Justizgebäudes jedem Unbefangenen und Unpartheiischen asl dringendes Gebot der Nothwendigkeit erscheinen. Nun erst das Gefangenen-(Kräuter-)haus! Man stelle es sich vor mit einem Belegraum für 60 Personen, das nun infolge des seit Jahren leider steigenden Zuwachses seiner Bewohner mit heutigem Tage circa 140 Gefangene zählt. Jede Zelle, welche für 3 Personen Belegraum bietet, ist mit 6 Personen angestopft, der Zutritt von Licht und Luft ist ungenügend für eine solche Anzahl, hierzu noch…
Bericht über den elektrischen Stuhl
Überlegungen, den gesetzlichen Vollzug der Todesstrafe durch Hängen in Österreich abzuschaffen und zur Tötung verurteilter Verbrecher die Elektrizität einzusetzen; Essay des Physiker John Tyndall über den „Tod durch den Blitzstrahl“
Die Frohnfeste in Innsbruck, ein Seuchenherd der schlimmsten Sorte
« StartZurück1234567WeiterEnde »
Seite 3 von 7